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14.12.2016

14:07 Uhr

Fed entscheidet über Zinserhöhung

Der zweite Streich der Janet Yellen

Die US-Notenbank wird am heutigen Abend aller Voraussicht nach die Zinsen erhöhen. Aber noch spannender ist die Frage, was danach passiert. Der Dow-Jones-Index könnte erstmals die 20.000-Punkte-Marke knacken.

Zinssitzung der US-Notenbank

Erwartung der Experten: Yellen wird den Leitzins um 25 Punkte anheben

Zinssitzung der US-Notenbank: Erwartung der Experten: Yellen wird den Leitzins um 25 Punkte anheben

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DüsseldorfUm Punkt 20 Uhr deutscher Zeit sollte die US-Notenbank Federal Reserve bekannt geben, dass sie die Leitzinsen um ein Viertelprozent auf eine Spanne zwischen 0,5 und 0,75 Prozent erhöht. Alles andere wäre jedenfalls eine große Überraschung. Ökonomen und Anleger werden dann genau auf die Details der Stellungnahme achten und auf die Ausführungen von Fed-Chefin Janet Yellen, die eine halbe Stunde später beginnt.

„Entscheidender als die Zinserhöhung selbst, dürfte das 'Wording' zum künftigen Kurs der Währungshüter sein“, sagt etwa LBBW-Analyst Uwe Streich. Dabei ergeben sich viele Fragen. Die erste lautet, ob der Beschluss einstimmig fällt. Bei der ersten Zinserhöhung seit der Finanzkrise vor genau einem Jahr hatte Yellen zuvor eifrig mit ihren Kollegen im geldpolitischen Ausschuss geredet, um einen einstimmigen Beschluss zu erreichen – mit Erfolg. In den letzten Monaten hatte Yellen zwei Gegenstimmen. Esther Goerge von der Fed Kansas und Loretta Mester aus Cleveland widersprachen, weil sie schon eher eine weitere Zinserhöhung wünschten.

Zentralbanken und Negativzinsen

Japan

Satz der Hauptrefinanzierungsgeschäfte (Leitzins): 0,0 Prozent

Einlagenzinssatz für Banken: -0,1 Prozent

Schweiz

Satz der Hauptrefinanzierungsgeschäfte (Leitzins): -0,75 Prozent (15.01.2016)

Einlagenzinssatz für Banken: gestaffelt -0,75 Prozent

Dänemark

Satz der Hauptrefinanzierungsgeschäfte (Leitzins): 0,05 Prozent

Einlagenzinssatz für Banken: -0,65 Prozent

Schweden

Satz der Hauptrefinanzierungsgeschäfte (Leitzins): -0,5 Prozent

Einlagenzinssatz für Banken: -0,5 Prozent

Euro-Zone

Satz der Hauptrefinanzierungsgeschäfte (Leitzins): 0,0 Prozent

Einlagenzinssatz für Banken: -0,4 Prozent

Von ihnen ist daher am heutigen Mittwoch keine Opposition zu erwarten. Es hat sich in der Öffentlichkeit aber auch kein stimmberechtigter Geldpolitiker mit Warnungen vor einer zu frühen Erhöhung profiliert. Alles andere als ein einstimmiger Beschluss wäre daher eine Überraschung.

Die für ihre Vorsicht bekannte Federal Reserve wird alles andere tun, als die Zügel zu früh zu fest zu ziehen. Entscheidend ist das Tempo, mit dem die mächtigste Notenbank der Welt den Wechsel in diese neue Phase der Geldpolitik forciert. Aktuell wird für 2017 mit zwei weiteren Erhöhungen gerechnet.


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Janet Yellen wird wie üblich allenfalls sehr vorsichtige Hinweise auf den weiteren Kurs der Fed geben und betonen, alles hänge von den jeweiligen wirtschaftlichen Daten ab. Spannend ist, ob sie auch nur in Andeutungen auf die Marktreaktionen und die Veränderungen der wirtschaftlichen Perspektiven seit der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten eingeht. Seither haben sich Märkte und Ökonomen auf ein höheres Wachstum eingestellt, das vor allem von steigender Staatsverschuldung getrieben ist und eine größere Inflationsgefahr mit sich bringt.

Die Aktienmärkte feiern den Sieg immer noch, bei Anleihen sind die Renditen deutlich gestiegen. Das würde für einen etwas rascheren Anstieg der Leitzinsen in den USA sprechen. Bisher hatte Yellen dagegen immer betont, die Anpassung solle sehr behutsam erfordern.

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Mit Donald Trump als zukünftigen Präsidenten der Vereinigten Staaten hat sich die Situation geändert. „Alle Präsidenten wünschen sich im Grunde niedrige Zinsen“, sagte Martin Moryson, Chefvolkswirt von Sal. Oppenheim. „Diesen Gefallen wird die Fed Herrn Trump nicht tun. Es wird interessant, wie er darauf reagiert.“ Auch die Notenbank wisse nicht, welchen wirtschaftspolitischen Kurs ein designierter Präsident Trump einschlagen werde. Die meisten bekannten Vorhaben könnten allerdings inflationstreibend sein. Daher spreche vieles dafür, dass die nächsten Zinsschritte schneller kommen und steiler ausfallen, sagte Moryson.

Neben dem Zinsbeschluss wird die Fed auch noch die Prognosen der Mitglieder im geldpolitischen Ausschuss bekanntgeben. Sie geben Aufschluss darüber, wie die Geldpolitiker die Entwicklung von Wachstum, Zinsen und Inflation einschätzen. Auch hier werden die Investoren nach kleinen Veränderungen suchen, die möglicherweise schon die Wende an den Märkten nach der Präsidentschaftswahl widerspiegeln. Es kann aber gut sein, dass die „Dots“, wie die Prognosen genannt werden, wenig verändert sind, weil die Geldpolitiker noch kein klares Bild der neuen Situation haben.

Kommentare (11)

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Account gelöscht!

14.12.2016, 13:37 Uhr

Die Zinserhöhung wird ein Vertrauensvorschuss auf die Präsidentschaft Trump sein.
Trump will sich von der wirtschaftslähmenden und marktfeindlichen CO2-Klimapolitik lösen und die Industrie und Wirtschaft der USA damit wieder zur wirtschaftlicher MEHRWERT Schöpfung verhelfen.
Diese MEHRWERT Schaffung auf Basis des CO2 = bezahlbare und zuverlässige Energie- und Stromversorgung für die US Volkswirtschaft wird dann weiter und weiter auch die Währung des Dollar wieder zu einer MEHRWERT Währung verhelfen und somit können auch die Zinsen immer weiter angehoben werden.

Tschortscho Eibl

14.12.2016, 14:24 Uhr

@Herr Mark Hoffmann

WAS wollen SIE uns eigentlich mitteilen ?
Von welchem VEREIN sind sie der PRESSESPRECHER oder wollen SIE es werden ?

Irgendwie kontraproduktiv jeden TAG den gleichen Käse zu rezitieren !!
Andere Leute an zu bluffen, die tatsächlich eine Ahnung von Argumentation und Dialektik haben !

Damit stellt man sich auf die gleiche Stufe mit denen, die uns täglich den neuen Messias verkünden !

Manchmal hilft frische Luft schnappen oder paar Yoga Übungen

Account gelöscht!

14.12.2016, 14:34 Uhr

@Tschortscho Eibl
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