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16.12.2015

14:14 Uhr

Fed, Janet Yellen und die Zinsen

Wappnen für die Zinsentscheidung

VonAnke Rezmer

Großanleger bereiten sich auf höhere US-Leitzinsen vor: Sie haben ihre Liquiditätsquoten erhöht und setzen stärker auf relativ robuste Aktien. Anleihen haben sie hingegen weiter abgebaut.

Anleger bereiten sich auf die Zinswende in den USA vor – und rechnen mit einem teureren Dollar. Reuters

Schon bald wieder teurer?

Anleger bereiten sich auf die Zinswende in den USA vor – und rechnen mit einem teureren Dollar.

FrankfurtKurz vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed trimmen internationale Großanleger ihre Portfolios auf die Zinswende in Übersee: Ihre Liquiditätsquote haben die Fondsmanager hochgefahren auf überdurchschnittliche 5,2 Prozent nach 4,9 Prozent im November. Anleihen, deren Kurse typischerweise bei steigenden Zinsen leiden, haben sie weiter zurückgefahren. Die Aktienquote der Geldmanager bleibt dagegen hoch.

Ein erster Zinsschritt von 0,25 Prozent der Fed heute Abend gilt an den Finanzmärkten als ausgemacht. In den kommenden zwölf Monaten rechnen die meisten Fondsprofis mit mindestens drei Leitzinserhöhungen durch Fed-Chefin Janet Yellen und ihre Kollegen. Das ergibt die wichtigste monatliche Umfrage unter internationalen Fondsmanagern der US-Investmentbank Bank of America Merrill Lynch. Teilgenommen haben 215 Fondsmanager mit einem gemanagten Vermögen von insgesamt 620 Milliarden Dollar.

„Die Erwartung eines starken Dollars zieht sich durch alle Anlagen“, meint Michael Hartnett, Chef-Stratege bei Bank of America Merrill Lynch zum Ergebnis der Umfrage. Höhere Zinsen in den USA dürften wieder mehr Anlegergeld in das Land ziehen, was die Nachfrage nach US-Dollar erhöhen sollte. US-Aktien halten die Investoren daher für immer weniger attraktiv. Mit netto 19 Prozent gewichten so viele Fondsmanager US-Dividendentitel niedriger als ihre Vergleichsindizes wie zuletzt vor acht Jahren. Netto bedeutet hier, dass 19 Prozent mehr Profis US-Aktien niedriger gewichten als solche, die stärker auf diese Aktien setzen.

Dahinter steht der Gedanke, dass ein teurerer Dollar etwa im Vergleich zum Euro Exporte aus den USA verteuert, was eher schlecht für Umsatz und Gewinn von US-Firmen ist. Dagegen gehören Aktien aus Europa und Japan, in denen die Währungen angesichts der anhaltend lockeren Geldpolitik schwach bleiben oder noch schwächer werden dürften, zu den Favoriten der Großanleger.

Insgesamt setzen Investoren weiterhin stark auf Aktien. Netto gewichten aktuell 42 Prozent der befragten Fondsmanager Dividendentitel höher als ihre Vergleichsindizes. Anleihen haben sie dagegen weiter reduziert.

Auch angesichts gedämpfter Aussichten für steigende Firmengewinne und weniger Zuversicht für eine wachsende Weltwirtschaft setzen die Großinvestoren bei Aktien stärker auf eher weniger konjunkturabhängige Sektoren. Dazu zählen etwa Versorger und Versicherungen. Abgebaut haben sie dagegen Wertpapiere aus Technologie, Pharma und Rohstoffen.

Die größten Verwalter privater Vermögen

Der Markt für Vermögensverwalter

Der Markt für Verwalter privater Vermögen hat ein Volumen von 20,6 Billionen Dollar.
Die zehn größten Vermögensverwalter beherrschen davon 47 Prozent. Allein die UBS kommt auf einen Marktanteil von 9,9 Prozent.

In diesem Ranking nicht berücksichtigt: Vermögensverwalter, die sich nicht auf vermögende Privatkunden fokussieren, wie Blackrock.

Quelle: Scorpio Partnership

Die dynamischsten Vermögensverwalter

Das schnellste Wachstum unter den Vermögensverwaltern legte die BMO Financial Group aus Kanada hin. Durch Übernahmen wuchs das verwaltete Vermögen um 80 Prozent auf 326,4 Milliarden Dollar.

Unter den Top 10 Vermögensverwaltern wuchs JPMorgan Chase & Co. am schnellsten. Die Amerikanier steigerten das verwaltete Vermögen um 19 Prozent auf 428 Milliarden Euro.

Platz 10

Goldman Sachs, USA
Verwaltetes Vermögen: 363 Milliarden Dollar
Veränderung zum Vorjahr (in US-Dollar): + 10 Prozent

Platz 9

HSBC, Großbritannien
Verwaltetes Vermögen: 365 Milliarden Dollar
Veränderung zum Vorjahr (in US-Dollar): - 4,5 Prozent

Platz 8

BNP Paribas, Frankreich
Verwaltetes Vermögen: 371 Milliarden Dollar
Veränderung zum Vorjahr (in US-Dollar): - 6,2 Prozent
Veränderung zum Vorjahr (in lokaler Währung): + 6,3 Prozent

Platz 7

J.P.Morgan Chase & Co., USA
Verwaltetes Vermögen: 428 Milliarden Dollar
Veränderung zum Vorjahr (in US-Dollar): + 18,6 Prozent

Platz 6

Citi Bank, USA
Verwaltetes Vermögen: 551 Milliarden Dollar
Veränderung zum Vorjahr: Keine Angaben, da die Bank ihre Berechnungsgrundlagen geändert hat.

Platz 5

Royal Bank of Canada, Kanada
Verwaltetes Vermögen: 704 Milliarden Dollar
Veränderung zum Vorjahr (in US-Dollar): + 4,6 Prozent
Veränderung zum Vorjahr (in lokaler Währung): + 13,8 Prozent

Platz 4

Credit Suisse, Schweiz
Verwaltetes Vermögen: 884 Milliarden Dollar
Veränderung zum Vorjahr (in US-Dollar): - 0,5 Prozent
Veränderung zum Vorjahr (in lokaler Währung): + 10,6 Prozent

Platz 3

Bank of America Merill Lynch
Verwaltetes Vermögen: 1,98 Billionen Dollar
Veränderung zum Vorjahr (in US-Dollar): + 6,3 Prozent

Platz 2

Morgan Stanley, USA
Verwaltetes Vermögen: 2,03 Billionen Dollar
Veränderung zum Vorjahr (in US-Dollar): + 6,1 Prozent

Platz 1

UBS, Schweiz
Verwaltetes Vermögen: 2,04 Billionen Dollar
Veränderung zum Vorjahr (in US-Dollar): + 3,5 Prozent
Veränderung zum Vorjahr (in lokaler Währung): + 15 Prozent

Quelle: Scorpio Partnership

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