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29.07.2015

20:46 Uhr

Fed lässt Leitzins unverändert

Das Zauberwort heißt „solide“

VonFrank Wiebe

Die US-Notenbank Fed hat den Leitzins am Mittwoch auf seinem Niedrigstand verharren lassen. Doch Yellens Wortwahl interpretierten einige Experten als Hinweis auf eine baldige Zinserhöhung.

Die Fed-Chefin sieht „solide“ Fortschritte am Arbeitsmarkt und befeuert damit Spekulationen um eine Zinserhöhung. AFP

Janet Yellen

Die Fed-Chefin sieht „solide“ Fortschritte am Arbeitsmarkt und befeuert damit Spekulationen um eine Zinserhöhung.

WashingtonIn den ersten Sekunden sprangen die Aktienkurse höher, als die US-Notenbank (Fed) ihr Statement nach der Sitzung des geldpolitischen Ausschusses bekannt gab. Doch sehr schnell wurde diese Reaktion wieder neutralisiert.

Auf den ersten Blick gab es keinerlei Hinweis auf eine Zinserhöhung schon bei der nächsten Fed-Sitzung im September. Doch dann entdeckten die Experten ein neues Wort: „solide“. Nach Meinung der Fed gibt es „solide“ Fortschritte am Arbeitsmarkt. Das hat sie so deutlich bisher nicht gesagt, deswegen kann es als ganz zarter Hinweis dienen, dass im September doch schon die erste Zinserhöhung seit neun Jahren angesagt ist.

David Kelly von JP Morgan machte darauf aufmerksam, dass in den folgenden Tagen neue wirtschaftliche Daten veröffentlicht werden, am Donnerstag zum Beispiel zum Wachstum im zweiten Quartal. Seiner Meinung nach hat sich die Notenbank auch deswegen mit deutlicheren Hinweisen zurückgehalten, weil sie diese Daten noch abwarten will.

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Die US-Wirtschaft läuft wieder: Nach den schwachen ersten Quartal ist sie zuletzt vor allem dank des steigenden Konsums um 2,3 Prozent gewachsen. Die Zeichen für eine baldige Zinswende der US-Notenbank stehen somit gut.

Die Fed achtet bei ihrer Zinsentscheidung vor allem auf die Konjunktur, die Arbeitslosigkeit, das Anziehen der Löhne und die Inflation. Dabei ist die Konjunktur halbwegs robust, die Arbeitslosigkeit ist bereits niedrig, die Löhne ziehen endlich ein bisschen an, und die Inflation liegt immer noch weit unter den gewünschten zwei Prozent. Kelly macht auf einen weiteren Grund aufmerksam, der für eine baldige Zinserhöhung spricht: Die Fed will manövrierfähig werden. Zurzeit könnte sie auf einen wirtschaftlichen Einbruch nicht mit Zinssenkungen reagieren, weil die Zinsen bei Null liegen.

Die Investoren an den Kapitalmärkten sehen dem ersten Schritt mit gemischten Gefühlen entgegen. Viele sehnen sich nach einer Normalisierung der bisher extrem lockeren Geldpolitik. Bill Gross twitterte am Mittwoch: „Wo liegen die richtigen Preise?“ Er bezeichnete die Märkte als „Hütchenspiel“. Erst nach einer Normalisierung wird wieder deutlich, mit welchem Zinsniveau und welchen Kursen man auf Dauer zu rechnen hat. Zugleich fürchten andere Investoren immer noch eine heftige Kursreaktion nach der ersten Zinserhöhung.

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