Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.02.2014

21:20 Uhr

Fed-Protokolle

US-Notenbank will Geldflut eindämmen

Die US-Notenbank zieht die Geldpolitik an. Die monatlichen Anleihenkäufe sollen kontinuierlich reduziert werden. Ob sich die schwächelnde US-Wirtschaft erholt, bleibt weiterhin fraglich.

Der Dollar bleibt weiterhin instabil. Trotzdem will die US-Notenbank dem Ankauf von Hypothekenpapieren und Staatsanleihen reduzieren. dpa

Der Dollar bleibt weiterhin instabil. Trotzdem will die US-Notenbank dem Ankauf von Hypothekenpapieren und Staatsanleihen reduzieren.

WashingtonTrotz des schwachen Starts der US-Konjunktur in das Jahr 2014 will die US-Notenbank die Geldflut konsequent weiter eindämmen. Einige Notenbanker dringen bereits auf einen Automatismus beim Abbau der Konjunkturspritzen, wie aus den am Mittwoch veröffentlichten Protokollen der Zinssitzung von Ende Januar hervorgeht.

Sie schlugen vor, die Anleihenkäufe pro Zinssitzung jeweils um zehn Milliarden Dollar zu reduzieren, falls die Wirtschaft weiter auf Erholungskurs bleibe. Die USA hat zur Jahreswende eine ungewöhnlich heftige Kältewelle erfasst, was insbesondere der Einzelhandel und die Industrie zu spüren bekamen. Auch die Erholung am Arbeitsmarkt wurde merklich gedämpft.

Die Notenbank hatte auf der letzten Sitzung unter Vorsitz von Ben Bernanke dennoch entschieden, die monatlichen Anleihenkäufe weiter herunterzufahren. Sie erwirbt nun unter Bernankes Nachfolgerin Janet Yellen seit Februar monatlich nur noch Staatsanleihen und Hypothekenpapiere im Volumen von 65 Milliarden Dollar, um den Aufschwung in den USA zu stützen.

Quantitative Lockerung in den USA

Konzept

In der Finanzkrise hat die Fed die Zinsen auf 0 bis 0,25 Prozent gesenkt. Da sie damit an ihre Grenze stößt, ist sie dazu übergegangen Anleihen und Vermögenswerte zu kaufen.

Ziel

Mit dem Leitzins kann die Fed vor allem die kurzfristigen Zinsen beeinflussen. Wichtiger für Investitionen sind jedoch die langfristigen Zinsen. Durch Anleihekäufe will die Fed diese drücken.

QE I

Der damalige Fed-Chef Bernanke kündigt im März 2009 an, dass die US-Notenbank Anleihen und Wertpapiere im Volumen von einer Billion US-Dollar kauft.

QE II

Im November 2010 legt die Fed ein zweites Programm auf. Bis zum zweiten Quartal 2011 will sie für weitere 600 Milliarden US-Dollar US-Staatsanleihen kaufen.

Operation Twist

Im September 2011 entschließt sich die Fed, kurzläufige Staatsanleihen (bis drei Jahre Laufzeit) im Volumen von 400 Milliarden US-Dollar zu verkaufen. Im Gegenzug will sie das Geld in langläufige Staatsanleihen investieren.

QE III

Im September 2012 beschließt die Fed ein drittes Anleihekaufprogramm. Pro Monat will sie für 40 Milliarden US-Dollar Staatsanleihen kaufen. Im Dezember 2012 erhöht sie den Wert auf 85 Milliarden US-Dollar.

Tapering

Inzwischen hat die neue Fed-Chefin Janet Yellen damit begonnen, das monatliche Volumen der Anleihekäufe herunterzufahren. Am 29. Oktober hat sie beschlossen, die Anleihekäufe auf Null zu senken..

Das Programm soll Ende des Jahres auslaufen, doch hat sich die Fed nicht auf einen festen Fahrplan verständigt. Daher hatte es an den Märkten auch zu Jahresbeginn Zweifel gegeben, ob die Notenbank ihren Kurs konsequent fortsetzt.

Nach Ansicht des US-Notenbankers John Williams hat die Wirtschaft bereits wieder festen Boden unter den Füßen. Die Fed könnten „einige schwache Arbeitsmarktberichte“ daher nicht vom Kurs der geldpolitischen Normalisierung abbringen, betonte der Chef der San Francisco Fed im Sender CNBC TV.

Sein Kollege Dennis Lockhart rechnet fest mit dem Auslaufen des Programms bis Ende des Jahres, falls sich die Wirtschaft „nicht drastisch“ eintrübe. Und der Chef der Fed von St. Louis, James Bullard, wertet die im Januar auf 6,6 Prozent gefallene Arbeitslosenquote als gutes Zeichen, dass der Jobmarkt auf dem Weg der Besserung ist.

Kommentare (10)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

petervonbremen

20.02.2014, 08:08 Uhr

Wer meint die Wirtschaft einer Industrienation hätte festen Boden unter den Füßen, wenn in erster Linie das Geschäft von Suppenküchen blüht und, in Extremfällen, Löhne von 2 (zwei!) Dollar pro Stunde gezahlt werden, viele Menschen zwei oder drei Jobs haben, um irgendwie über die Runden zu kommen, der muss reichlich verwirrt sein. -

Account gelöscht!

20.02.2014, 08:17 Uhr


Entscheidend für wirtschaftliches Handeln ist nur die Quartalszahl.
Geht zu Kosten der Lohnempfänger. So kann halt kein Auschwung entstehen. QE griff nicht, nun fällt den FED Zampanos nichts mehr ein. Die "doktoren" mit ihren weisen Theorien rum.

Dauer-Konsum auf Dauer-Kredit ist und bleibt eine ungesunde Wirtschaft, zum Niedergang verdammt.
Das ist USA Tpday.

Justizius

20.02.2014, 08:23 Uhr

Wie Vieles in den USA sind auch das "QE" (Quantitative Easing) sowie das Milliarden-schwere Aufkaufprogramm von Schrottanleihen nur eine Luftnummer. Die Vereinigten Staaten haben nur noch wenige Optionen sich in der Welt zu behaupten: Globale Finanzrepressionen sowie ihre Militärmacht. Beides schwindet von Jahr zu Jahr trotz großer Investoren wie Blackrock & Co., die maßgeblichen Einfluss auf viele Unternehmen durch Beteiligung haben.

Letztendlich haben die USA aber keine große wirtschaftliche Kraft mehr. Es ist so wie im römischen Reich; zurück bleibt ein durch Resourcenverbrauch erschöpftes Land, das keinerlei Vitalität zum erneuten Anlauf mehr aufweist.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×