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18.12.2013

21:13 Uhr

Fed reduziert Anleihekäufe

Bernanke lässt das „Tapering“ beginnen

Zehn Milliarden Dollar weniger: Fed-Chef Ben Bernanke reduziert das Konjunkturprogramm der US-Notenbank. Den Leitzins lässt Bernanke bei seinem letzten großen Auftritt im Keller. Die Börse jubelt.

Ben Bernankes letzter Zinsentscheid: Der Fed-Chef reduziert die Anleihekäufe um zehn Milliarden Dollar. AFP

Ben Bernankes letzter Zinsentscheid: Der Fed-Chef reduziert die Anleihekäufe um zehn Milliarden Dollar.

WashingtonKurz vor der Jahreswende drosselt die US-Notenbank überraschend ihre milliardenschweren Konjunkturspritzen. Die Federal Reserve (Fed) stutzt ihr Ankaufprogramm für Staatsanleihen und Immobilienpapiere ab Jahresende um zehn Milliarden auf 75 Milliarden Dollar zusammen, wie sie am Mittwoch in Washington mitteilte.

Zugleich signalisierten die Notenbanker um den scheidenden Fed-Chef Ben Bernanke den Finanzmärkten, dass sie den Leitzins von derzeit nahe null bis 0,25 Prozent mindestens so lange beibehalten wollen, bis die Arbeitslosenquote auf 6,5 Prozent gesunken ist. Die Quote war zuletzt auf 7,0 Prozent gefallen, so dass die Zielmarke bereits in greifbare Nähe gerückt war. Eine Zinswende in der weltgrößten Volkswirtschaft ist damit aber weiterhin nicht in Sicht.

Bernanke wird nur noch bis Ende Januar die Fed leiten, danach übernimmt seine designierte Nachfolgerin Janet Yellen.

Die US-Börsen reagierten zunächst mit deutlichen Kursgewinnen auf die Entscheidung der Fed. Der Dow Jones mit den 30 Standardwerten drehte am Mittwoch ins Plus und notierte ein Prozent höher mit 16.033 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 stieg 0,7 Prozent auf 1793 Stellen. Der technologielastige Nasdaq-Index gewann 0,2 Prozent auf 4031 Zähler.

Quantitative Lockerung in den USA

Konzept

In der Finanzkrise hat die Fed die Zinsen auf 0 bis 0,25 Prozent gesenkt. Da sie damit an ihre Grenze stößt, ist sie dazu übergegangen Anleihen und Vermögenswerte zu kaufen.

Ziel

Mit dem Leitzins kann die Fed vor allem die kurzfristigen Zinsen beeinflussen. Wichtiger für Investitionen sind jedoch die langfristigen Zinsen. Durch Anleihekäufe will die Fed diese drücken.

QE I

Der damalige Fed-Chef Bernanke kündigt im März 2009 an, dass die US-Notenbank Anleihen und Wertpapiere im Volumen von einer Billion US-Dollar kauft.

QE II

Im November 2010 legt die Fed ein zweites Programm auf. Bis zum zweiten Quartal 2011 will sie für weitere 600 Milliarden US-Dollar US-Staatsanleihen kaufen.

Operation Twist

Im September 2011 entschließt sich die Fed, kurzläufige Staatsanleihen (bis drei Jahre Laufzeit) im Volumen von 400 Milliarden US-Dollar zu verkaufen. Im Gegenzug will sie das Geld in langläufige Staatsanleihen investieren.

QE III

Im September 2012 beschließt die Fed ein drittes Anleihekaufprogramm. Pro Monat will sie für 40 Milliarden US-Dollar Staatsanleihen kaufen. Im Dezember 2012 erhöht sie den Wert auf 85 Milliarden US-Dollar.

Tapering

Inzwischen hat die neue Fed-Chefin Janet Yellen damit begonnen, das monatliche Volumen der Anleihekäufe herunterzufahren. Am 29. Oktober hat sie beschlossen, die Anleihekäufe auf Null zu senken..

Börsianer werteten die Entscheidung als positives Signal für die Konjunkturentwicklung, sprachen aber von einem eher symbolischen Schritt. Es sei aber noch immer unklar, bis wann die Notenbank am Markt Wertpapiere aufkaufen wolle.

Die Anleihekäufe könnten künftig mit angemessener Geschwindigkeit weiter reduziert werden, dafür gebe es aber keinen verbindlichen Zeitplan, teilte die Fed weiter mit. Bernanke sagte bei der Pressekonferenz, er erwarte dabei „die gleichen moderaten Schritte“. Ihren Ausblick für den Jobmarkt verbesserte die Fed leicht. So erwartet sie für Ende 2014 eine Arbeitslosenquote zwischen 6,6 und 6,3 Prozent. Die Als eine Gefahr für die Wirtschaft werde allerdings die niedrige Inflation betrachtet.

Kommentare (5)

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Kapturak

18.12.2013, 20:28 Uhr

Bin mal gespannt, ob die Märkte mit tapern.

Account gelöscht!

18.12.2013, 20:49 Uhr

Sehr schlechte Entscheidung. Märkte runter. Um status quo zu behalten, muss man immer mehr Geld einpritzen. Und Geldhahn zu bedeutet Crash. Also man will eine große Krise künstlich hervorrufen, um dann Bargeld abschaffen und gebliebene Freihaeiten zu Ende drosseln. Willkommen eine neue wunderbare Welt!

Account gelöscht!

18.12.2013, 20:50 Uhr

Mein Gott, ich bin schockiert. 10 Mrd. pro Monat weniger drucken. Also nur noch 75 Mrd. USD pro Monat. Das sind ja nur 0,9 Billion USD neu kreiertes Geld für das Jahr 2014. Ob das reicht um die Rechnungen von Obama zu bezahlen?

http://hiddensecretsofmoney.com/videos/episode-4

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