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24.08.2014

11:41 Uhr

Fed-Vertreter Lockhart

US-Notenbanker ringen noch um Zinswende-Zeitpunkt

Die US-Notenbank (Fed) hat sich nach den Worten eines führenden Vertreters noch nicht auf einen konkreten Zeitpunkt für eine Erhöhung der Zinsen festgelegt. Derzeit werde noch diskutiert, ob der Schritt eher Anfang oder eher Mitte kommenden Jahres oder sogar später kommen soll, sagte der Chef der Fed von Atlanta, Dennis Lockhart, in einem Reuters-Interview.

Dennis Lockhart, Präsident der Fed von Atlanta, bei der Notenbanker-Tagung in Jackson Hole. Reuters

Dennis Lockhart, Präsident der Fed von Atlanta, bei der Notenbanker-Tagung in Jackson Hole.

Jackson HoleDer fortschreitende Konjunkturaufschwung in der weltgrößten Volkswirtschaft macht es seiner Ansicht nach allerdings erforderlich, dass der für die Geldpolitik zuständige Offenmarktausschuss (FOMC) auf einem seiner nächsten Treffen mehr Klarheit schafft. „Es ist vernünftig, angesichts der besser werdenden Daten die Zinswende allmählich in Aussicht zu stellen“, sagte Lockhart am Rande des jährlich von der Fed ausgerichteten internationalen Zentralbankertreffen in Jackson Hole in den Rocky Mountains.

Das Ende der Eurokrise?

Was bedeutet der Schritt Lissabons für die Eurozone?

Es ist ein Indiz, dass sich die Finanzlage im gemeinsamen Währungsgebiet erheblich beruhigt hat. Länder im Süden des Kontinents können sich zur Zeit zu sehr günstigen Konditionen an den Finanzmärkten Geld leihen.

Lissabon will keine Übergangshilfen mehr. Ist das realistisch?

Ja. Die EU-Kommission, die in der Troika vertreten ist, unterstützt den Beschluss für einen „sauberen Ausstieg“ ausdrücklich. „Das sorgt für eine bessere Stimmung und Vertrauen von (Finanz-)Investoren“, lautet die Devise des verantwortlichen EU-Vize-Kommissionspräsidenten Siim Kallas.

Das Vertrauen kehrt also in die Eurozone zurück?

Ja. Aber dies hat vor allem zwei Gründe. Da ist zunächst die Europäische Zentralbank (EZB). Die Notenbank versprach, den Euro um jeden Preis zu retten. EZB-Patron Mario Draghi ist auch bereit, gegen die niedrige Inflation sowie gegen die Deflation zu kämpfen. Deflation ist ein umfassender Preisverfall, der die Konjunktur ausbremsen kann.

Was ist der andere Grund?

Angesichts von Turbulenzen bei aufstrebenden Wirtschaftsriesen in Asien oder Südamerika gilt Europa wieder als ein „sicherer Hafen“ für Anleger. Aus Russland gibt es wegen der Annexion der Krim einen bedeutenden Kapitalabfluss. Nach Moskauer Schätzungen waren es allein im ersten Vierteljahr rund 50 Milliarden Euro. Von internationalen Kapitalströmen profitiert auch der krisengeschüttelte europäische Süden.

Wie ist die Lage in Griechenland?

Griechenland hat die schwere Rezession überwunden und wird wieder wachsen. Das soll auch dem angespannten Arbeitsmarkt zugutekommen. Jeder Vierte ist dort ohne Job. Athen erzielte 2013 erstmals seit langem einen Haushaltsüberschuss - ausgeblendet sind dabei jedoch der Schuldendienst und Kapitalspritzen an Banken.

Braucht Athen ein neues Rettungspaket?

Die griechische Koalitionsregierung ist dagegen. Finanzminister Ioannis Stournaras strebt aber an, Zahlungsfristen für die Hilfskredite weiter zu strecken, um dem Land Luft zu verschaffen. Entscheidungen der Eurogruppe wird es voraussichtlich erst im Herbst geben. Ende des Jahres läuft das Griechenland-Programm von europäischer Seite aus.

Wie sieht es in Zypern aus?
Viele wollen das Kapitel „Eurokrise“ abschließen. Ist das gerechtfertigt?

Nein. Es sind nach dem Willen der Brüsseler Währungshüter weitere Reformen in vielen Ländern der Eurozone nötig, um die Erholung dauerhaft abzusichern. Nach der Krise steigen die Schuldenberge der 18 Euro-Mitgliedstaaten im laufenden Jahr sogar weiter an - um einem Punkt auf 96 Prozent der Wirtschaftsleistung. In Griechenland wächst beispielsweise der staatliche Schuldenberg um zwei Punkte auf 177 Prozent. Erlaubt sind höchstens 60 Prozent. Für Entwarnung ist es also viel zu früh, sagen die Experten.

Die Fed hält den Schlüsselzins bereits seit Ende 2008 - dem Höhepunkt der globalen Finanzkrise - auf dem historisch niedrigen Niveau von null bis 0,25 Prozent. Bislang vertritt sie die Auffassung, dass eine Anhebung erst eine „beträchtliche Zeit“ nach dem Auslaufen ihres viele Milliarden Dollar schweren Wertpapierkaufprogramms im Herbst kommen soll. Im Blick hat die Notenbank insbesondere den Arbeitsmarkt, der sich ihrer Einschätzung zufolge noch nicht so stark erholt hat wie gewünscht.

Lockhart hat derzeit keine Stimme im FOMC. Er gilt als Vertreter einer gemäßigten Geldpolitik.

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