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29.08.2016

12:11 Uhr

Fed-Zinsspekulationen

Was Pimco und Goldman Sachs über die US-Zinsen denken

Das Notenbank-Symposium in Jackson Hole bewegt die Märkte – und heizt die Gerüchteküche an. Goldman Sachs hält eine Zinserhöhung im September für wahrscheinlich. Pimco hingegen widerspricht. Was denken Sie?

Was ist eigentlich „Jackson Hole“

Die Entstehung

Im Jahr 1982 nahm der damalige Fed-Vorsitzende Paul Volcker an der Notenbanker-Konferenz in Jackson Hole teil. Es war das einzige Mal, dass er zu diesem jährlich stattfindenden Ereignis in die Berge von Wyoming flog. Dabei hatte die Fed Kansas City, die die Konferenz seit 1978 ausrichtet, angeblich seinetwegen den Konferenzort in den Rocky Mountains ausgewählt. Denn Volcker liebt das Fliegenfischen, und das soll dort oben besonders ertragreich sein. Wie die Fed Kansas in einem eigenen Buch („Late in August“) beschreibt, entwickelte sich die Konferenz, die sich ursprünglich mit Agrarfragen beschäftigte, zum wichtigsten Notenbanker-Treffen weltweit.

Die Bedeutung

Die wirkliche Bedeutung des Treffens war immer wieder umstritten und hat auch geschwankt. Offiziell ist es nur eine Konferenz einer regionalen Niederlassung der US-Notenbank (Fed). Aber die Prominenz der Teilnehmer hat Jackson Hole eine gewisse Aura verschafft. Die Frage, ob einzelne Teilnehmer anreisen oder nicht, wurde immer wieder Anlass für weitreichende Spekulationen. Als 2013 der damalige Fed-Chef in seinem letzten Amtsjahr das Treffen ausließ, führte das sofort zu Betrachtungen über den angeblichen Niedergang von Jackson Hole. Fed-Chefin Janet Yellen hat 2015 bei dem Treffen gefehlt und ihren Vertreter, Stanley Fischer, geschickt. Sie ist aber 2016 wieder dabei und eröffnet die Konferenz am Freitag.

New York Für Goldman Sachs war die Rede der Federal-Reserve-Vorsitzenden Janet Yellen am Freitag auf dem Symposium in Jackson Hole „hawkish“ genug, um die Wetten auf eine Zinserhöhung im September zu erhöhen. Hingegen war für Pacific Investment Management Co. (Pimco) darin nichts wirklich Neues zu finden.

Bondhändler stimmen Goldman Sachs zu: Die marktimplizite Wahrscheinlichkeit für ein Handeln im kommenden Monat stieg, nachdem Yellen sagte, die Gründe für eine straffere Geldpolitik hätten zugenommen. Die Ökonomen von Goldman um Jan Hatzius in New York erhöhten ihre „subjektiven Wetten“ auf eine Zinserhöhung im September von 30 Prozent auf 40 Prozent, wie aus einer Mitteilung nach der Rede hervorging.

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Der Terminmarkt signalisiert aktuell eine Chance von 42 Prozent, dass die Fed im September die Zinsen erhöhen wird. Am 19. August lag dieser Wert bei 22 Prozent und im späten Juni nach der Brexit-Entscheidung der Briten tatsächlich bei null Prozent. Die Wetten auf eine Erhöhung bis Dezember sind Bloomberg-Daten zufolge von einem Tief bei acht Prozent am 27. Juni auf 65 Prozent geklettert. Beobachter der US-Wirtschaft werden in dieser Woche ihre Aufmerksamkeit auf den US-Arbeitsmarktbericht richten, um zu sehen, ob die Stärke hält.

Wann wird die Federal Reserve den Leitzins erhöhen?

Die Vorsitzende „wollte keine wirklichen Neuigkeiten sagen, und sie war erfolgreich“, schrieb Richard Clarida, globaler Stratege beim Vermögensverwalter Pimco in Newport Beach, Kalifornien, in einer Mitteilung für Kunden. Yellens Äußerungen hätten kein Licht auf den kurzfristigen Pfad der Normalisierung der Zinsen und das längerfristige Programm zur Erreichung des Inflationsziels geworfen.

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