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20.01.2011

10:22 Uhr

Feine Liaison

Der Dax und die Weltwirtschaft

VonUlf Sommer

Der deutsche Aktienindex stellte sich in den vergangenen Jahren als einer der stärksten Indizes heraus. Sollte die Weltwirtschaft nicht abkühlen, setzt man mit deutschen Aktien auf das richtige Pferd. Einen Wermutstropfen gibt es allerdings doch.

Mit dem Dax von der Weltwirtschaft profitieren. Quelle: dpa

Mit dem Dax von der Weltwirtschaft profitieren.

HB. Der deutsche Aktienindex Dax hob sich in den Jahren 2009 und 2010 von fast allen anderen Börsenindizes in der Welt ab. Nur die Aktienmärkte in einigen Schwellenländern, in Skandinavien und exotischen Börsen wie Sri Lanka und der Mongolei entwickelten sich noch besser. Doch liegen Investoren auch in Zukunft mit deutschen Aktien richtig?

Der Dax boomt, weil Deutschlands Firmen überdurchschnittlich vom Weltwirtschaftsboom profitieren. Erst haben sie ihre Strukturen verschlankt, die Kosten gesenkt und das Eigenkapital gestärkt. Dann folgten sie den boomenden Märkten: Die deutschen Konzerne erwirtschaften heute zwei Drittel ihrer Umsätze im Ausland - mehr als die großen Unternehmen in allen anderen großen Industrienationen.

Ein kleiner Wermutstropfen

All das ließ die Erträge und Margen im jüngsten Aufschwung rasant ansteigen. Während die Nettogewinne der Dax-Unternehmen 2010 um 70 Prozent gegenüber 2009 zulegten, stiegen sie bei den großen Unternehmen in den meisten Ländern der Euro-Zone nur schwach (Frankreich) oder stagnierten gar (Spanien). Auch im Jahr 2011 setzen die Analysten mit Vorliebe auf deutsche Unternehmen, weil sie überdurchschnittlich vom Aufschwung profitieren werden. Dafür sorgen die Wachstumsmärkte in Asien, Osteuropa und Südamerika.

Einziger Wermutstropfen: Deutsche Aktien haben davon bereits stark profitiert. Gemessen an den üppigen Firmengewinnen, bezahlen Anleger für die Dax-Konzerne mehr als für die großen Unternehmen der Euro-Zone. Deutsche Unternehmen sind also höher bewertet als die Firmen in Rest-Europa. In diesem Aufschlag spiegelt sich die berechtigte Skepsis gegenüber der Konjunktur in weiten Teilen Euro-Lands wider.

Das heißt aber im Umkehrschluss: Sollte Europa die Krise überwinden, hätten deutsche Aktien noch großes Potenzial. Sollte sie allerdings noch auf Deutschland überschwappen, sollte sich zudem die Wirtschaft in China abkühlen und sollten die bisherigen Boomländer weniger deutsche Produkte nachfragen, dann fallen die Kurse konjunkturempfindlicher Unternehmen wie Daimler und Siemens besonders stark. Also die Aktien all jener Unternehmen, an denen Ausländer in den vergangenen Jahren ihre Anteile besonders stark erhöht haben.

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