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31.08.2016

12:15 Uhr

Finanzen persönlich – Dirk Nowitzki

„Geld war nie die Motivation“

VonMichael Maisch

Sein erstes Geld hat er als Maleraushilfe verdient – heute kassiert der Basketballstar Millionen in den USA. Was für ihn Reichtum bedeutet? Sein wertvollster Besitz? Die teuerste Anschaffung? Dirk Nowitzki im Finanz-Check.

Der 38-Jährige spielt weiter für Dallas Mavericks. dpa

Dirk Nowitzki

Der 38-Jährige spielt weiter für Dallas Mavericks.

FrankfurtEr ist zweifellos einer der bekanntesten deutschen Sportler und er ist ein Mann der Rekorde. Seit 1998 spielt Dirk Nowitzki in der nordamerikanischen Profiliga (NBA) Basketball für die Dallas Mavericks. In der NBA-Saison 2006 07 wurde Nowitzki als erster Europäer zum wertvollsten Spieler der Liga gewählt und in den NBA Finals gewann er 2011 als erster Deutscher die Meisterschaft. Nowitzkis Verbindung zum Geld wird auch den meisten Deutschen bekannt sein. Immerhin wirbt er seit mehr als einem Jahrzehnt für die Direktbank ING-Diba. "Banken haben ja oft nicht unbedingt das beste Image. Aber mittlerweile machen wir nicht nur Werbung, sondern stellen gemeinsam gute Projekte auf die Beine", sagt Nowitzki dazu. So wie beim Benefiz-Fußballspiel zu Ehren von Michael Schumacher Ende Juli, bei dem die "Dirk Nowitzki All Stars" im Stadion des Bundesligaklubs Mainz 05 auf die "Nazionale Piloti" trafen, quasi die Fußball-Nationalmannschaft der Rennfahrer.

Name: Dirk Nowitzki

Geburtstag: 19. Juni 1978

Beruf: Basketballprofi

Was bedeutet Ihnen Geld?
Als Junge habe ich nicht mit Basketball angefangen, um Geld zu verdienen. Mein Ziel ist es immer gewesen, der beste Basketballspieler zu werden, der ich sein kann. Das gilt noch heute. Geld war nie die Hauptmotivation, aber es ist natürlich nicht bedeutungslos. Ich habe das große Glück, dass ich mein Hobby zum Beruf machen konnte. Und dass ich vermutlich nie mehr einen Job annehmen muss, den ich nicht machen möchte.

Wann ist ein Mensch reich?
Reichtum ist für mich nicht ausschließlich eine Frage des Geldes. Viel Zeit mit meiner Familie verbringen zu können ist mir wichtiger. Mit ihr interessante Orte und Menschen kennen zu lernen. Reichtum kann auch heißen, sich nicht viele Gedanken um Geld machen zu müssen. Das ist für mich sehr wertvoll.

Was ist Ihr wertvollster Besitz (auch immateriell)?
Wichtig sind für mich vor allem Dinge, die man mit Geld nicht kaufen kann: meine Familie und meine Freunde. Sich Zeit dafür nehmen zu können ist auch ein Privileg. „Besitz“ ist da wohl nicht das richtige Wort, aber ich weiß, dass diese Dinge natürlich nicht unabhängig von den Finanzen sind.

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Was war die teuerste Anschaffung in Ihrem Leben, abgesehen von Immobilien?
Materielle Dinge spielen für mich keine allzu große Rolle. So richtig teure Sachen schaffe ich mir eigentlich nicht an. Keinen großen Fuhrpark, keine Schiffe, keine Flugzeuge. Ich kaufe auch nicht ständig den neuesten Kram. Es gibt unser Haus in Dallas und mein Auto in der Garage. Aber auch das ist schon ein paar Jahre alt.

Womit haben Sie Ihr erstes eigenes Geld verdient?
Mein Vater hatte ein Malergeschäft, und ich habe mich dort als Aushilfe versucht.

Wie haben Sie gelernt, mit Geld umzugehen?
Wie wahrscheinlich die meisten Kinder: Taschengeld von meinen Eltern. Das war der erste Schritt. Es gibt ja diese Geschichte, dass meine Mutter auch später immer noch zur Bank gerannt ist, um mir Bargeld abzuheben. Heute ist das natürlich anders: Nahezu alles kann man ohne Filiale erledigen, ohne Bargeld und per Smartphone. Das macht den alltäglichen Umgang mit Geld für mich schon sehr viel einfacher.

Wann haben Sie Ihre erste Aktie gekauft und welche?
Um die finanziellen Angelegenheiten, die über ganz normale Rechnungen hinausgehen, kümmern sich Leute, die wirklich etwas davon verstehen. Ich habe noch nie Aktien selbst gekauft.

Verfolgen Sie eine klar definierte Strategie?
Ja. Ich habe seit Jahren sehr verlässliche Partner, die sich verantwortungsvoll um mein Geld kümmern und mich auf dem Laufenden halten. Wir haben ganz klare Grundsätze und Regeln festgelegt, an die wir uns halten.

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Wie legen Sie Ihr Geld heute an? Wem vertrauen Sie in der Geldanlage und warum?
Ich arbeite seit sehr langer Zeit mit derselben Mannschaft zusammen. Es ist ja auch bekannt, dass ich gute Verbindungen zu einer Bank habe. Es ist nicht so, dass mich diese Themen nicht interessieren. Primär muss ich mich allerdings um das Sportliche kümmern: die Spiele, das aufwendige Drumherum, die Reisen, die Vorbereitung und das Training. Der Sport ist die Basis.

Was war Ihre erfolgreichste Investition?
Ich habe in den letzten 25 Jahren sehr viel Zeit in meine Basketballkarriere investiert. Und diese Mühen haben sich ausgezahlt. Und damit meine ich tatsächlich nicht nur den finanziellen Aspekt. Ich treffe viele tolle Menschen, es gibt so viele großartige Momente und Möglichkeiten, die daraus entstanden sind. Im Ganzen ein lohnendes Investment, würde ich sagen.

Kommentare (4)

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Frau Annette Bollmohr

31.08.2016, 13:44 Uhr

"Geld war nie die Motivation"

Meine auch nicht.

Geldverdienen muss eben sein, meistens jedenfalls, damit man sich all das, was man zum Leben so braucht besorgen kann (und das ist bekanntlich bei jedem etwas anderes, von der Befriedigung einiger Grundbedürfnisse, ohne deren Deckung kein Mensch auf Dauer überleben kann jetzt mal abgesehen).

Ansonsten gibt nachfolgendes Gedicht von Erich Kästner („Bürger, schont eure Anlagen“) ziemlich genau meine Einstellung zu dem Zeug wieder:

„Arbeit läßt sich schlecht vermeiden,
und sie ist der Mühe Preis.
Jeder muß sich mal entscheiden.
Arbeit zeugt noch nicht von Fleiß.

Arbeit muß es quasi geben.
Denn der Mensch besteht aus Bauch.
Arbeit ist das halbe Leben,
und die andre Hälfte auch.

Seht euch vor, bevor ihr schuftet!
Zieht euch keinen Splitter ein.
Wer behauptet, daß Schweiß duftet,
ist (ganz objektiv) ein Schwein.

Zählt die Arbeit zu den Strafen!
Wer nichts braucht, braucht nichts zu tun.
Legt euch mit den Hühnern schlafen.
Wenn es geht: pro Mann ein Huhn.

Manche geben keine Ruhe,
und sie schuften voller Wut.
Doch ihr Tun ist nur Getue,
und es kleidet sie nicht gut.

Laßt euch auf den Sofas treiben!
Gut geträumt ist halb gelacht.
Hände sind zum Händereiben.
Sprecht schon morgens: »Gute Nacht.«

Laßt die Wecker ruhig rasseln!
Zeigt dem Krach das Hinterteil.
Laßt die Moralisten quasseln.
Bietet euch nicht täglich feil.

Wozu macht ihr Karriere?
Ist die Erde denn kein Stern?
Tut, als ob stets Sonntag wäre,
denn er ist der Tag des Herrn.

Vieles tun heißt vieles leiden.
Lebt, so gut es geht, von Luft.
Arbeit läßt sich schlecht vermeiden, -
doch wer schuftet, ist ein Schuft!“

Frau Annette Bollmohr

31.08.2016, 13:57 Uhr

Nachtrag:

Ich habe den Eindruck, das Geldverdienen (in diesem Falle besser ausgedrückt: Geld zu "machen") ist heute für einige zum Selbstzweck geworden.

Und das ausgerechnet unter denjenigen, die eigentlich mehr als genug davon haben.

Warum?

Weil sie Existenzängste haben, die darauf beruhen, dass sie niemandem mehr wirklich vertrauen können?

Traurig.

Herr Ulrich Lehmenkmühler

31.08.2016, 15:45 Uhr

wenn das Geldverdienen bzw. das Geld als Motivation nie eine so große Rolle für ihn gespielt hat, bräuchte er nicht zusätzlich für eine große Bank Werbung zu veranstalten um zusätzliche Einkünfte für ihn zu generieren.

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