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05.09.2016

13:47 Uhr

Finanzen persönlich – Gertrud Höhler

„Wo Geld ist, da ist der Teufel“

VonJessica Schwarzer

Ihr erstes Geld hat Gertrud Höhler mit Orgelspiel verdient. Bei der Geldanlage setzt die Literaturexpertin und Beraterin auf einen breiten Mix. Zum Börsenerfolg führt aus ihrer Sicht die gezügelte Gier.

Die Publizistin investiert in Gold und Aktien. picture alliance / ZB

Gertrud Höhler

Die Publizistin investiert in Gold und Aktien.

DüsseldorfSie hat den Altkanzler Helmut Kohl beraten, den ehemaligen Chef der Deutschen Bank, Alfred Herrhausen, und viele andere Politiker und Vorstände. Wenn es um Geld geht, dann setzt die bekannte Unternehmensberaterin Gertrud Höhler aber auch gern auf den Rat anderer. Wichtig ist der Publizistin aber, dass diese Berater ihre eigenen Schwächen kennen. Gier gehört für Höhler zum Börsengeschehen dazu. Das ist auch gar nicht schlimm, solange diese „gezügelt“ sei.

Name: Gertrud Höhler

Geburtstag: 10. Januar jedes Jahr

Beruf: Professorin für Allgemeine Literaturwissenschaft, seit den 1980er-Jahren Beraterin von Wirtschaft und Politik, Publizistin, Autorin

Was bedeutet Ihnen Geld?
Geld ist ein Segel in der Tasche.

Wann ist ein Mensch reich?
Die beste Variante: wenn er die anderen Reichen nicht mehr beneidet. Wenn er verstanden hat: Wo Geld ist, da ist der Teufel. Aber wo keins ist, da ist er zweimal.

Was ist Ihr wertvollster Besitz (auch immateriell)?
Die Denkfabrik in meinem Kopf. Das Joint Venture; ein Beistandspakt von IQ und EQ, das strategische Bündnis von Ratio und Emotion.

Was war die teuerste Anschaffung in Ihrem Leben, abgesehen von Immobilien?
Als ich die Taube auf dem Dach durch den Alligator in meinem Garten ablöste.

Womit haben Sie Ihr erstes eigenes Geld verdient?
Mit Orgelspielen bei Taufen und Hochzeiten.

So verteilt sich das Vermögen auf deutsche Haushalte

5. Perzentil – ärmste fünf Prozent

Bruttovermögen: 100 €
Nettovermögen: minus 3.000 €
Jährliches Nettoeinkommen (Selbsteinschätzung): 7.500 €

Das 5. Perzentil bedeutet: Haushalte unter dieser Schwelle, gehören zu den ärmsten fünf Prozent in Deutschland. Quelle: Bundesbank, Daten beziehen sich auf das Jahr 2014.

10. Perzentil

Bruttovermögen: 700 €
Nettovermögen: 0 €
Jährliches Nettoeinkommen (Selbsteinschätzung): 9.600 €

Das 10. Perzentil bedeutet: Haushalte unter dieser Schwelle, gehören zu den ärmsten zehn Prozent in Deutschland. Quelle: Bundesbank, Daten beziehen sich auf das Jahr 2014.

20. Perzentil

Bruttovermögen: 5.200 €
Nettovermögen: 2.400 €
Jährliches Nettoeinkommen (Selbsteinschätzung): 14.300 €

Das 20. Perzentil bedeutet: Haushalte unter dieser Schwelle, gehören zu den ärmsten 20 Prozent in Deutschland. Quelle: Bundesbank, Daten beziehen sich auf das Jahr 2014.

30. Perzentil

Bruttovermögen: 14.200 €
Nettovermögen: 10.700 €
Jährliches Nettoeinkommen (Selbsteinschätzung): 17.800 €

Das 30. Perzentil bedeutet: Haushalte unter dieser Schwelle, gehören zu den ärmsten 30 Prozent in Deutschland. Quelle: Bundesbank, Daten beziehen sich auf das Jahr 2014.

40. Perzentil

Bruttovermögen: 33.200 €
Nettovermögen: 27.100 €
Jährliches Nettoeinkommen (Selbsteinschätzung): 21.100 €

Das 40. Perzentil bedeutet: Haushalte unter dieser Schwelle, gehören zu den ärmsten 40 Prozent in Deutschland. Quelle: Bundesbank, Daten beziehen sich auf das Jahr 2014.

50. Perzentil (Median)

Bruttovermögen: 77.200 €
Nettovermögen: 60.400 €
Jährliches Nettoeinkommen (Selbsteinschätzung): 23.900 €

Der Median teilt Deutschland in zwei Hälften: Wer mehr hat, gehört zu reicheren Hälfte. Wer weniger hat, gehört zur ärmeren Hälfte. Quelle: Bundesbank, Daten beziehen sich auf das Jahr 2014.

60. Perzentil

Bruttovermögen: 142.700 €
Nettovermögen: 111.900 €
Jährliches Nettoeinkommen (Selbsteinschätzung): 27.800 €

Das 60. Perzentil bedeutet: Haushalte über dieser Schwelle, gehören zu den reichsten 40 Prozent in Deutschland. Quelle: Bundesbank, Daten beziehen sich auf das Jahr 2014.

70. Perzentil

Bruttovermögen: 216.100 €
Nettovermögen: 174.900 €
Jährliches Nettoeinkommen (Selbsteinschätzung): 33.100 €

Das 70. Perzentil bedeutet: Haushalte über dieser Schwelle, gehören zu den reichsten 30 Prozent in Deutschland. Quelle: Bundesbank, Daten beziehen sich auf das Jahr 2014.

80. Perzentil

Bruttovermögen: 315.600 €
Nettovermögen: 274.700 €
Jährliches Nettoeinkommen (Selbsteinschätzung): 39.600 €

Das 80. Perzentil bedeutet: Haushalte über dieser Schwelle, gehören zu den reichsten 20 Prozent in Deutschland. Quelle: Bundesbank, Daten beziehen sich auf das Jahr 2014.

90. Perzentil

Bruttovermögen: 522.000 €
Nettovermögen: 468.000 €
Jährliches Nettoeinkommen (Selbsteinschätzung): 50.300 €

Das 90. Perzentil bedeutet: Haushalte über dieser Schwelle, gehören zu den reichsten zehn Prozent in Deutschland. Quelle: Bundesbank, Daten beziehen sich auf das Jahr 2014.

95. Perzentil - reichste fünf Prozent

Bruttovermögen: 816.500 €

Nettovermögen: 722.000 €
Jährliches Nettoeinkommen (Selbsteinschätzung): 60.000 €

Das 95. Perzentil bedeutet: Haushalte über dieser Schwelle, gehören zu den reichsten fünf Prozent in Deutschland. Quelle: Bundesbank, Daten beziehen sich auf das Jahr 2014.

Wie haben Sie gelernt, mit Geld umzugehen?
Indem mir früh klar wurde, dass Preis und Wert eines käuflichen Produkts sich zueinander verhalten wie die Schlange zum Adler: Wenn der Wert im Auge des Kunden den Preis überflügelt, stimmt der Handel.

Was war Ihre erste Geldanlage (nach dem Sparbuch)?
Ein kleiner Goldbarren.

Wann haben Sie Ihre erste Aktie gekauft und welche?
Es war die Aktie eines jungen Biotech-Unternehmens, das „artificial tissue“, also Hautgewebe für großflächige Verletzungen, entwickelte.

Welche Erfahrungen haben Sie mit Aktien gemacht?
Die Erfahrungen mit Aktien sind so gut wie das Zusammenspiel von Berater und Investor: Vor allem der Risikoappetit muss passen. Zum Börsenerfolg führt nicht die unbändige, sondern die gezügelte Gier.

Wie legen Sie Ihr Geld heute an?
Im klassischen Mix: marktnahe Industrien, immer Pharma, immer Nahrungsriesen, immer gute Mittelständler, immer Innovationsverdächtige im Biotech-Bereich, immer vielversprechende Newcomer. Goldminen-Aktien plus ein wenig Gold, unterbewertete Aktien mit Potenzial, risikoimmune Branchen mit belastbarem realwirtschaftlichem Kontext. Und nicht zuletzt: ein guter Währungsmix!

Verfolgen Sie eine klar definierte Strategie?
Ein paar Weltklasse-Analysten sollte man regelmäßig lesen, um deren Fehlerquote mit den eigenen Vorlieben und Versuchungen zu vergleichen: Lernpartnerschaften!

Wem vertrauen Sie in der Geldanlage und warum?
Ich vertraue Beratern, die ihre eigenen Schwächen kennen. Ich frage den Berater regelmäßig, was die Branchenexperten unter den Analysten über Investments wissen, die ich erwäge.

Was war Ihre erfolgreichste Investition?
Ein zyklisch reagierender Mischkonzern. Steile Aufstiege, denen jähe Abstürze folgen, erfordern viel Aufmerksamkeit und, was noch schwieriger ist, die Entschlusskraft, die absehbaren letzten Meter vor dem Abgrund nicht mehr dabei zu sein – eben: die gezügelte Gier.

Welche „Wette“ (Geldanlage) ging nicht auf und warum?
Ich wette nie!

Ihre liebste Börsenweisheit?
Geldgeschäfte, wenn sie gut sind, haben Ziele, die mit Geld nicht zu bezahlen sind.

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