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13.10.2016

09:38 Uhr

Finanzen persönlich - Sandra Navidi

„Ich investiere in Ausbildung“

VonJessica Schwarzer

Teuer, aber erfolgreich: So beschreibt Sandra Navidi ihre Zeit in New York. Als Ex-Investmentbankerin weiß die Finanzexpertin aber auch, wie es sich anfühlt danebenzuliegen.

Die ehemalige Investmentbankerin liegt heute lieber vorsichtig an.

Sandra Navidi

Die ehemalige Investmentbankerin liegt heute lieber vorsichtig an.

DüsseldorfSie gehört zu den wenigen Frauen an der Wall Street. Seit 16 Jahren lebt Sandra Navidi in New York, arbeitet an der Wall Street und kennt die Großen und Mächtigen der Finanzwelt. Mit ihrem Buch "Super-hubs" gewährt sie tiefe Einblicke in diese Welt. Doch die waghalsigen Wetten, die die Superstars der Branche mitunter eingehen, färben auf die Finanzexpertin und Buchautorin nicht ab. Sie investiert eher konservativ. Vermögenserhalt sei ihr wichtiger als eine hohe Rendite.

Name: Sandra Navidi

Beruf: Finanzexpertin, Gründerin der Beratung BeyondGlobal, Autorin

Was bedeutet Ihnen Geld?
Für mich ist Geld kein Selbstzweck, sondern Mittel zum Zweck. Im Gegenteil, ich finde, Materialismus erstickt und Reduktion befreit. Für mich ist der größte Luxus, den Geld ermöglicht, der "Kauf von Zeit", denn: "You can always make more money, but you can never make more time!" Also zum Beispiel, dass man sich von zeitaufwendigen Tätigkeiten durch den Kauf von Serviceleistungen "freikaufen" kann oder sich eine selbstbestimmte Zeiteinteilung leisten kann. Die Befreiung von existenziellen Alltagszwängen eröffnet auch die Möglichkeit, seine Komfortzone zu verlassen, neue Wege zu beschreiten und auf Entdeckungsreise zu bleiben. Das ist eine Bereicherung.

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Wann ist ein Mensch reich?
Wenn er sein Potenzial ausschöpfen und seinen Lebensunterhalt bestreiten kann.

Was ist Ihr wertvollster Besitz (auch immateriell)?
Meine Ausbildung, in die ich auch bis zu meinem Lebensende weiterhin investieren werde.

Was war die teuerste Anschaffung in Ihrem Leben, abgesehen von Immobilien?
Meine Ausbildung, vor allem mein Master of Law in den USA. Zum einen wegen der Kosten der Ausbildung und zum anderen wegen der Opportunitätskosten. Als Volljurist kommt man ja erst relativ spät auf den Arbeitsmarkt.

Womit haben Sie Ihr erstes eigenes Geld verdient?
Als Kind habe ich in der Firma meines Großvaters mit großem Eifer Telefonapparate zusammengebaut.

Wie haben Sie gelernt, mit Geld umzugehen?
Meine Eltern haben mich recht knapp gehalten und früh darauf bestanden, dass ich arbeite. Während meine Mitschüler nach dem Abi erst einmal in Urlaub gefahren sind, habe ich direkt im Anschluss bis zum Studienbeginn bei C & A gearbeitet. Da wusste ich noch nicht, dass ich viele Jahre später mit der Eignerfamilie Brenninkmeijer beziehungsweise ihrem Family-Office zusammenarbeiten würde.

Was war Ihre erste Geldanlage (nach dem Sparbuch)?
US-Investmentfonds.

Wie legen Sie Ihr Geld heute an?
Cash und Indexfonds.

Verfolgen Sie eine klar definierte Strategie?
In erster Linie Vermögenserhalt. Ansonsten langfristig, diversifiziert und möglichst risikoarm.

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Wem vertrauen Sie in der Geldanlage und warum?
Es gibt schon Banker, die ich für kompetent und integer halte. Aber niemand kann einem die Arbeit und vor allem das Risiko abnehmen.

Wäre eine Anlage über einen automatisierten "Robo-Advisor" für Sie denkbar?
Hmm, müsste ich mal ausprobieren. Vielleicht als Gedankenanstoß. Verlassen würde ich mich auf eine Robo-Beratung aber auch nicht.

Was war Ihre erfolgreichste Investition?
Meine Ausbildung.

Welche "Wette" ging nicht auf und warum?
Als ich im Investmentbanking gearbeitet habe, war das hauptsächlich auf dem Gebiet der Rohstoffe, wie Energie und Edelmetalle. Wir haben zusammen mit Sachverständigen global Firmen besucht, das Management interviewt, Expertenstudien ausgewertet und uns mit auf diese Branchen spezialisierten Investoren ausgetauscht. Es waren tolle Storys, die ausgesprochen schlüssig klangen und als praktisch risikolose Top-Investments galten. Meine Investitionen in diese Branchen haben sich dann mit der Finanzkrise in Luft aufgelöst. Mehr als über den Verlust des Geldes habe ich mich darüber geärgert, dass ich nicht skeptischer war. Jetzt glaube ich erst mal gar nichts.

Ihre liebste Börsenweisheit / Ihr liebstes Börsenzitat?
Anleger sollten nur in das investieren, was sie einigermaßen nachvollziehen können. Auch wenn da nicht so wahnsinnig viel übrig bleibt ...

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