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21.03.2012

09:03 Uhr

Finanzkrise

Bernanke und Geithner loben Europas Krisen-Politik

VonNils Rüdel

Lange warfen die Amerikaner Europas Politikern Zögerlichkeit in der Eurokrise vor. Inzwischen sei die Lage deutlich besser, loben nun Notenbankchef Bernanke und Finanzminister Geithner. Doch es gebe noch viel zu tun.

In Richtung Europa kann US-Notenbankchef Ben Bernanke nicht nur motzen, sondern auch loben. dpa

In Richtung Europa kann US-Notenbankchef Ben Bernanke nicht nur motzen, sondern auch loben.

WashingtonDie Gefahren aus der europäischen Schuldenkrise haben sich nach Ansicht von Amerikas obersten Krisenbekämpfern verringert. „In den vergangenen Monaten hat der Druck nachgelassen“, sagte US-Notenbankchef Ben Bernanke laut einem vorab veröffentlichten Redetext. Dies habe zu einer verbesserten Stimmung auf den weltweiten Finanzmärkten geführt und sei eine „erfreuliche Entwicklung für die Vereinigten Staaten“.

Bernanke und US-Finanzminister Timothy Geithner sollen am heutigen Mittwoch vor einem Kongressausschuss über die Krise in Europa Auskunft geben. Geithner hatte bereits am Dienstag vor dem Finanzausschuss betont, dass zumindest die Gefahr eines akuten Zusammenbruchs der Eurozone vorerst abgewendet sei. Allerdings sei es noch ein langer Weg, bis die Krise ausgestanden sei (Geithners Redetext online).

Als Gründe für die Besserung der Lage nennt Fed-Chef Bernanke vor allem die jüngsten Schritte der Europäischen Zentralbank (EZB), darunter die Bereitstellung von Milliardenkrediten an Geldinstitute  und gelockerte Anforderungen für Sicherheiten. Dank dieser Hilfe könnten europäische Banken den Euroländern verstärkt Kredite zu erschwinglichen Zinsen zur Verfügung stellen.

Lob fand Bernanke darüber hinaus für die Euro-Politiker und die griechische Regierung. Das jüngste Rettungspaket und die Sparanstrengungen Athens brächten das Land auf einen „nachhaltigeren Weg“, sagte der Notenbanker. Dazu trügen auch die privaten Gläubiger bei, die auf große Teile ihrer Forderungen verzichten. Positiv erwähnte Bernanke auch den Fiskalpakt, der die Euroländer zu mehr Haushaltsdisziplin verpflichten soll. Dieser helfe „die Spannungen zu lösen, die sich daraus ergeben, dass es eine Währungsunion ohne eine Fiskalunion gibt“.

Seit Ausbruch der Krise vor rund zwei Jahren hatten die USA von Europa wiederholt mehr Engagement in der Bekämpfung der Krise gefordert. Finanzminister Geithner war mehrfach in europäische Hauptstädte gereist, um den Druck zu erhöhen. Bei vielen in der Eurozone war er damit angesichts der Billionenschulden der USA auf Unverständnis gestoßen. 

Kommentare (18)

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Account gelöscht!

21.03.2012, 09:25 Uhr

wenn diese beiden herren die krisenpolitik loben ist das der endgültige beweis, dass etwas sehr schlimmes getan wurde... (zumindest für den steuerzahler)

Wie_isses

21.03.2012, 09:29 Uhr

WOLLEN WIR IHNEN MAL GLAUBEN, UND NICHT DASS ES NUR RHETORIK IST.

gdopamin

21.03.2012, 09:32 Uhr

Also wenn mich meine unmittelbaren Konkurrenten um Ressourcen, Märkte und Geld, also
Machtmenschen, die die Vormachtstellung des Dollars um nichts in der Welt aufgeben würden, also wenn mich diese Leute loben, würden bei mir sämtliche Alarmglocken angehen.

Aber das sind ja alles unsere Freunde. Und die Erde ist ne Scheibe.....

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