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02.10.2012

11:20 Uhr

Finanzmarktforum

Das sind die wichtigsten Fragen der Anleger

Viele Fragen zu Märkten und Chancen der kommenden Monate hatten die Besucher des Handelsblatt-Finanzmarktforums in Hürth. Aber es ging nicht nur um Tipps für Spekulanten; auch Konservative kamen auf ihre Kosten.

Wer heute sein Portfolio rentabel halten will, muss mehr dafür tun als vor der Euro-Krise. dpa

Wer heute sein Portfolio rentabel halten will, muss mehr dafür tun als vor der Euro-Krise.

Wie groß ist der politische Wille in Europa, Reformen durchzusetzen?
Ulrich Stephan: Der Druck zu Reformen muss schon sehr groß sein. Am Beispiel Italiens sieht man: Das Drohpotenzial von Regierungschef Mario Monti reicht nicht. Italien macht zu wenig, um verkrustete Strukturen aufzubrechen und etwa wettbewerbsfähigere Unternehmen zu schaffen.

Gabor Steingart: Es muss ein Wachstumsprogramm dazukommen: Wir brauchen einen Marshall-Plan für Europa - Anreizstrukturen für starke Firmen, Joint Ventures zu bilden, so dass Wachstum entstehen kann. In Deutschland hat das relativ gut geklappt nach der Wiedervereinigung - wenngleich wir es noch nicht vollendet haben. Daran erkennt man, dass wir über ein Vorhaben für Jahrzehnte sprechen.

Wer gewinnt die US-Präsidentschaftswahl?

Ulrich Stephan: Die Umfragen sprechen derzeit für Barack Obama. Sein Wahlsieg ist in den Aktienkursen auch bereits eingepreist und dürfte die Märkte nicht mehr gravierend bewegen. Ein Sieg Mitt Romneys sollte die Aktienkurse dagegen beflügeln, zumal der Konservative das wirtschaftsfreundlichere Programm vorgestellt hat. Von ihm erwartet man im Vergleich zu Obama beispielsweise eine unternehmensfreundlichere Steuerpolitik und keine schärfere Besteuerung von Kapitalgewinnen für Investoren.

Morgan Stanley Empfehlungen - Konsumaktien

Flop 1

Unilever

Unilever ist einer der weltweit größten Anbieter von Markenartikeln im Bereich Kosmetik und Körperpflege. Der wesentliche Teil des Unilever-Geschäftes besteht aus der Herstellung und dem Vertrieb von täglich gebrauchten Markenartikeln.

Flop 2

Beiersdorf AG

Die Beiersdorf AG ist ein international führendes Markenartikel-Unternehmen. Zu den Schwerpunkten zählen der Vertrieb von Kosmetikartikeln, sowie die Herstellung von Klebebändern.

Flop 3

L'Oreal SA

L'Oreal S.A ist eines der weltweit führenden Kosmetikunternehmen. Zu dem französischen Konzern gehören insgesamt 27 internationale Marken.

Flop 4

DE Master Blenders 1753

De Master Blenders 1753 ist ein international tätiges Kaffee- und Teeunternehmen. Die Produktpalette beinhaltet mehr als 30 Marken.

Top 1

Oriflame Cosmetics SA

Der schwedische Großkonzern Oriflame ist ein Anbieter von hochwertigen Hautpflege- und Kosmetikprodukten. Die Gesellschaft zählt mit einer Palette von über 1000 Schönheitsprodukten zu den weltweit größten Kosmetikunternehmen.

Top 2

Imperial Tobacco Group Plc

Die Imperial Tobacco Group ist ein international agierendes Tabakunternehmen. Die Gruppe ist weltweit in über 160 Länder mit Marken wie Davidoff, Gauloises Blondes und West vertreten.

Top 3

Pernod Ricard SA

Die Unternehmensgruppe Pernod Ricard ist ein internationaler Spirituosen- und Weinanbieter. Mit Produktionsstätten und Niederlassungen in über 70 Ländern ist der Konzern international präsent.

Top 4

Diageo Plc

Das Großunternehmen Diageo ist einer der weltweit führenden Getränkeanbieter. Zu seinen bekanntesten Marken zählen Spirituosen wie Johnnie Walker und Guinness.

Was erwarten Sie generell von den US- Aktienmärkten?

Ulrich Stephan: Im globalen Vergleich sind US-Unternehmen hervorragend aufgestellt. Zudem generieren die Unternehmen aus dem S&P 500 einen Großteil ihrer Umsätze aus der wieder relativ starken US-Wirtschaft.

Gabor Steingart: Man muss auch bei den US-Werten ganz genau hinsehen. Ich denke da nur an Schaumschläger wie Facebook. Außerdem ist der Dollar dabei, eine Inflationswährung zu werden. Ich glaube eher an China. Man kann Aktien auch danach sortieren, wer in China investiert.

Was bedeutet es für deutsche Anleger, wenn in China wie zuletzt die Wirtschaft weniger wächst?

Ulrich Stephan: Anleger sollten sich in Asien breit aufstellen, da Chinas Wirtschaft abkühlt und die politische Lage schwer einzuschätzen ist. Das gilt erst recht, da die neue Regierung erst im Frühjahr antritt. Dennoch gilt, dass Anleger auch in Zukunft große Werte aus dem Exportbereich wählen sollten.

Aktien für Langfrist-Anleger

AmBev

Guter Schutz gegen die Euro-Krise bietet die Brauerei aus Brasilien. Sie wächst vor allem in den Schwellenländern, ist aber weltweit präsent und nahezu schuldenfrei.
Börsenwert in Millionen Euro: 81674
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 20,7
Dividendenrendite: 0,9 Prozent.

Apple

Trotz der imposanten Rally ist die Aktie nicht teuer. Gewinn und Umsatz wachsen gar schneller als der Börsenwert.
Börsenwert in Millionen Euro: 428190
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 12,5

Dividendenrendite: 1,6 Prozent.

Baidu

Der Konzern verliert zwar Marktanteile, wächst aber insgesamt nach wie vor rasant im chinesischen Internet-Markt. Die Aktien sind günstig.
Börsenwert in Millionen Euro: 29197
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 16,8
Dividendenrendite: keine

British American Tobacco

Der Tabakkonzern aus Großbritannien kann trotz der immer strenger werdenden Gesetze jedes Jahr Umsatz, Gewinn und Dividende steigern. Besonders stark ist das Unternehmen in den asiatischen Schwellenländern.
Börsenwert in Millionen Euro: 75886
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 13,8
Dividendenrendite: 4,6 Prozent

CF Industries

Der hochprofitable und dividendenstarke US-Düngemittelkonzern profitiert vom steigenden Bedarf an Nahrungsmitteln weltweit.
Börsenwert in Millionen Euro: 11021
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 8,8
Dividendenrendite: 0,8 Prozent

Deckers Outdoor

Ein Ende der jahrelangen Wachstumsstory ist noch immer nicht absehbar. Die Aktie ist günstig.
Börsenwert in Millionen Euro: 1300
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 8,5
Dividendenrendite: keine

Elekta

Der Medizintechniker ist besonders stark in der Krebs-Medizin, einem wachsenden Zweig.
Börsenwert in Millionen Euro: 3671
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 18,4

Dividendenrendite: 1,5 Prozent

Kia Motors

Die neuen Modelle des schnell wachsenden Automobilherstellers gewinnen derzeit alle Qualitätstests.
Börsenwert in Millionen Euro: 202557
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 5,9
Dividendenrendite: 0,8 Prozent

Novo Nordisk

Der dänische Pharma-Konzern ist bei Diabetes-Medikamenten mit einem Anteil von über 51 Prozent weltweit Marktführer.
Börsenwert in Millionen Euro: 67311
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 20,4
Dividendenrendite: 1,6 Prozent

Millicom Cellular

Das Mobilfunkunternehmen aus Luxemburg hat ein lukratives Geschäftsmodell entwickelt, indem es preisgünstige Handy-Einsteiger-Tarife in Schwellenländern verkauft.
Börsenwert in Millionen Euro: 7195
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 12,6

Dividendenrendite: 2,9 Prozent

Salesforce.com

Das Software-Unternehmen profitiert mit seiner Miet-Software vom weltweiten Trend zum Cloud Computing. Das Geschäft gilt als krisensicher.
Börsenwert in Millionen Euro: 16508
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 76,4
Dividendenrendite: keine

Shire

Der britische Pharma-Konzern hat zahlreiche neue Medikamente auf den Markt gebracht. Seine Aktien sind nicht hoch bewertet.
Börsenwert in Millionen Euro: 13305
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 14
Dividendenrendite: 0,5 Prozent

Vodafone

Das Unternehmen ist besonders stark in Afrika. Sein Umsatz nimmt leicht zu.
Börsenwert in Millionen Euro: 106910
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 10,5
Dividendenrendite: 6,1 Prozent

Williams Partners LP

Der Öl-Konzern profitiert von der Steuergesetzgebung in den USA und kann ein sehr hohes Umsatzwachstum vorweisen.
Börsenwert in Millionen Euro: 14171
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 19,5
Dividendenrendite: 6,1 Prozent

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