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27.09.2016

12:31 Uhr

Finanzmarktforum „Investment Live“

Zeit für neue Anlagestrategien

Politische und wirtschaftliche Risiken dürften in den kommenden Monaten zunehmen. Experten erwarten eine Phase der Ungewissheit – und erhöhter Kursschwankungen. Wie Privatanleger jetzt trotzdem Rendite erzielen können.

Deutsche-Bank-Chef-Stratege Ulrich Stephan, Handelsblatt-Herausgeber Gabor Steingart und Deutsche-Bank-Produktexperte Oliver Plein mit Moderator Markus Koch (von links). Bert Bostelmann für Handelsblatt

Expertenrunde auf der Bühne

Deutsche-Bank-Chef-Stratege Ulrich Stephan, Handelsblatt-Herausgeber Gabor Steingart und Deutsche-Bank-Produktexperte Oliver Plein mit Moderator Markus Koch (von links).

MainzDie Unsicherheit bei Privatanlegern ist groß. Krisen und Konflikte sind allgegenwärtig. In diesem Jahr konnte noch keine Anlageklasse vollständig überzeugen. Wer zu Jahresbeginn in den deutschen Leitindex Dax investierte, steht nach einigen heftigen Kurseinbrüchen heute gerade wieder bei plus/minus null. Wer Staatsanleihen kauft, zahlt sogar drauf, denn die deutschen Bundesanleihen notieren rund 0,1 Prozent im Minus. Selbst bei Bankeinlagen werden teils schon Strafzinsen fällig. Kommen bald wieder bessere Zeiten? Marktexperten erwarten das Gegenteil, denn die Risiken werden weiter zunehmen.

Insbesondere das politische Geschehen könnte in den kommenden Monaten für Verwerfungen an den Kapitalmärkten sorgen. „Ich will Sie einstimmen auf eine schwierige Schlussphase in diesem Jahr“, sagte Handelsblatt-Herausgeber Gabor Steingart vor rund 450 Anlegern, die zum Finanzmarktforum „Investment Live“, der Anlegerinitiative der Deutschen Bank und des Handelsblatts, nach Mainz gekommen waren. Topthema im Kurfürstlichen Schloss: die US-Präsidentschaftswahl.

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Finanzmarktforum: Wird 2016 ein gutes Börsenjahr?

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In kaum mehr als 40 Tagen wird in den USA gewählt. Aktuell liegt Hillary Clinton, Kandidatin der Demokratischen Partei, im Durchschnitt der Umfragen nur minimal vor Republikaner Donald Trump. Der mögliche Wahlsieg des Immobilien-Tycoons sei zu einem Thema geworden, mit dem sich Anleger ernsthaft auseinandersetzen müssen, so Steingart. „Wie seine Amtszeit aussehen könnte, ist angesichts schwankender Positionen und erkennbarer Schwächen im Detail nicht abzusehen. Die Besonderheit einer Trump-Präsidentschaft läge darin, dass alles denkbar ist und von allem auch das Gegenteil.“

Auch Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege für Privat- und Firmenkunden der Deutschen Bank, fand überwiegend warnende Worte. „Ich bin Rheinländer und von Natur aus optimistisch, aber momentan muss selbst ich ein etwas düsteres Bild zeichnen“, sagte er. Die US-Wahl sei längst nicht das einzige Risiko, auch der Austritt Großbritanniens aus der EU dürfe nicht vergessen werden. „An den Märkten wird das momentan verdrängt, aber der Brexit hat noch gar nicht begonnen, die konkreten wirtschaftlichen Folgen sind noch völlig unklar.“

Die grössten Fehler der Anleger

Risikotoleranz

Die Neigung, Risiken einzugehen, ist mit zwei demografischen Faktoren verbunden: Geschlecht und Alter. Frauen sind normalerweise vorsichtiger als Männer und ältere Menschen sind weniger bereit, Risiken einzugehen, als jüngere Leute. Die Konsequenzen der Verhaltensökonomik für Anleger sind klar: Wie wir uns bei der Geldanlage entscheiden und wie wir uns bei der Verwaltung unserer Anlage entscheiden, hängt sehr davon ab, wie wir über Geld denken. [...] Sie demonstriert, dass Marktwerte nicht ausschließlich von den gesammelten Informationen bestimmt werden, sondern auch davon, wie menschliche Wesen diese Informationen verarbeiten.

Übertriebene Zuversicht

An sich ist Zuversicht ja keine schlechte Sache. Aber übertriebene Zuversicht ist etwas ganz anderes, und sie kann besonders im Umgang mit unseren Finanzangelegenheiten Schaden anrichten. Übertrieben zuversichtliche Anleger treffen nicht nur für sich selbst dumme Entscheidungen, sondern diese wirken sich auch sehr stark auf den Mark als Ganzes aus.

Kurzfristiges Denken

Menschen [legen] zu viel Wert auf wenige mehr oder wenige zufällige Ereignisse [...] und meinen, sie würden darin einen Trend erkennen. Insbesondere sind Anleger tendenziell auf die neuesten Informationen fixiert, die sie bekommen haben, und ziehen daraus Schlüsse. So wird der letzte Ergebnisbericht in ihrem Denken zum Signal für künftige Gewinne. Und da sie meinen, sie würden etwas sehen, das andere nicht sehen, treffen sie dann aufgrund oberflächlicher Überlegungen schnelle Entscheidungen.

Verlustaversion

Der Schmerz durch einen Verlust [ist] viel größer als die Freude über einen Gewinn. Bei einer 50:50-Wette, bei der die Chancen exakt gleich sind, riskieren die meisten Menschen nur dann etwas, wenn der potenzielle Gewinn doppelt so groß ist wie der potenzielle Verlust. Das nennt man asymmetrische Verlustaversion. [...] Auf den Aktienmarkt bezogen bedeutet dies, dass sich die Menschen beim Verlust von Geld doppelt so schlecht fühlen, wie sie sich gut fühlen, wenn sie einen Gewinn erzielen. Diese Abneigung gegen Verluste macht Anleger übertrieben vorsichtig, und das hat einen hohen Preis. [...] Wir wollen alle glauben, wir hätten gute Entscheidungen getroffen, und deshalb hängen wir zu lange an schlechten Entscheidungen, in der vagen Hoffnung, die Dinge werden sich noch wenden.

Verdrängen

Wir neigen dazu, das Geld geistig auf verschiedene Konten zu buchen, und dies bestimmt, wie wir es verwenden. [...] Zudem wurde die geistige Buchhaltung als Grund angeführt, weshalb Menschen schlecht laufende Aktien nicht verkaufen: In ihren Augen wird der Verlust erst real, wenn sie ihn realisieren.

Quelle: Robert G. Hagstrom, Warren Buffett. Sein Weg. Seine Methode. Seine Strategie., Börsenbuchverlag 2011.

Doch nicht nur die Politik, auch die Entwicklung der Wirtschaft macht dem Experten Sorgen: „Das Wachstum verlangsamt sich, und die geld- und fiskalpolitischen Maßnahmen der Notenbanken fruchten nicht“, sagt Stephan. Was Anleger in dieser Situation tun können? „Sie dürfen nicht allein auf hohe Renditen zielen, sondern müssen mehr auf die Risiken schauen. Sie brauchen ein diversifiziertes Portfolio: verschiedene Anlageklassen, verschiedene Regionen und verschiedene Laufzeiten.“ Auch an Aktien führe dabei kein Weg vorbei, wenngleich die Gewinnerwartungen reduziert werden müssten.

Kommentare (10)

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Herr carlos santos

27.09.2016, 13:34 Uhr

Auch seine Frau dürfte bei der jagt nach BIN LADEN eine große Rolle gespielt haben...während Herr Barack Obama in dieser zeit " KARTENSPIELE IN SEINEM PC " gespielt haben soll. ( so die medien ).

Und wer glaubt dass Hillary Clinton etwas gutes für die USA wäre...vergißt dass diese Dame nur am Knopf drücken wäre für Atombomben wenn es in der Welt zu größere Konflikte kommen sollte.

Also da ist mir Herr Trump absolut sicherer obwohl er sich nicht berechnen läßt...was für einem USA aber auch interessant und sogar mehr Sicherheit bei allem bieten kann.

Unberechenbarkeit ist teilweise sehr gesund....bei allem !

Und mir geht es auch langsam sehr SCHLECHT

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Während andere Karten spielen dürfen wiederum ANDERE den roten Knopg drücken

das ist schlecht, denn dann bekommen die Inder keine Sonderangebote mehr

und Murksel kocht dabei ihr breiiges SÜPPCHEN

ALTES DDR REZEPT

WO IST DER RACH ???????????????????????????????

Herr carlos santos

27.09.2016, 13:40 Uhr

So wenig war Deutschlands größtes Geldhaus noch nie wert.

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davon abgesehen dass ich ...wenn ich das geld dazu selbst hätte...in Europa keinerlei aktien kaufen würde...

MUSS MAN FRAGEN :

WER AKTIEN KAUFEN WILL IN EUROPA UND IN DEUTSCHLAND...

UND IMMER GEWINNE MACHEN WILL...

UND EWIG JAMMERT WEIL ANGEBLICH ALLE AKTIEN SO TEUER SIND...

WARUM KAUFT MAN JETZT NICHT DEUTSCHE BANK AKTIEN ???

" EINE BESSERE BANK GIBT ES IN GANZ EUROPA NICHT !!! "

Und wenn man Verstand für den Aktienhandel hat...dann ist es einem bekannt...dass man Aktien kauft...und diese mindestens für 5 Jahren schlafen legt.






Herr carlos santos

27.09.2016, 13:44 Uhr

Als einst die Spanier für ganze 60 Jahre untergeordnet haben...da haben die Edele herren auch nicht kämpfen wollen...doch nach 50 Jahre besatzung da war es irgendwann der Topf leer...und plötzlich waren es selbst die edlere Herren die jennigen die für die revolution aufgerufen haben.

...

Spnien hatte für 60 Jahren PORTUGAL untergeordnet !

Dann wurden diese aus dem lande verwiesen...und heute in der EU ...da wird es mit dieser EU genauso enden !

:-)))





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