Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.06.2011

10:56 Uhr

Finanzmarktforum

Starke Dividenden sind gefragt

Was mit den Dividenden und dem Euro passiert, haben Experten beim Finanzmarktforum von Handelsblatt und Deutscher Bank diskutiert. Starke Dividenden - das war das Stichwort des Abends.

700 Teilnehmer kamen zum Finanzmarktforum "Kapitalmärkte 2011 - wie geht es weiter?" im Internationalen Congress Center Dresden. Quelle: Dirk Michael Deckbar/ Presse

700 Teilnehmer kamen zum Finanzmarktforum "Kapitalmärkte 2011 - wie geht es weiter?" im Internationalen Congress Center Dresden.

DresdenDie Kursanstiege der vergangenen beiden Jahre sind womöglich fürs Erste vorbei. Für Investoren wird es damit schwieriger, die richtige Anlageentscheidung zu treffen. Die Schuldenkrise im Euro-Raum, der relative Abstieg der USA und steigende Inflationsraten weltweit verunsichern die Anleger. „Europa geht zurzeit nicht die eigentlichen Probleme an, sondern behandelt nur ihre Symptome“, warnte Global Chief Investment Officer der Deutschen Bank, Ulrich Stephan, die rund 700 Teilnehmer des Finanzmarktforums von Deutscher Bank und Handelsblatt, das in Dresden stattfand. Er erwarte für die Sommermonate deshalb, dass sich die Kurse an den Aktienmärkten seitwärts bewegten und empfiehlt, für diese Zeit einen größeren Teil des Anlagegeldes liquide zu halten.

Ist die Unsicherheit durch die langwierigen Diskussionen über eine Rettung Griechenlands erst einmal aus dem Markt, sieht Stephan den Deutschen Aktienindex dagegen bis zum Jahresende auf rund 8000 Punkte steigen – gut 13 Prozent über dem jetzigen Stand.

Anleger sollten sich weltweit auf niedrigere Renditen durch Kurssteigerungen einstellen, meinte auch Oliver Plein, Leiter Produktspezialisten Aktien der Fondsgesellschaft DWS. Er sprach von einer „neuen Normalität“, in der es angesichts geringerer Kurssteigerungen für Investoren zunehmend wichtiger werden dürfte, wie hoch die Dividendenrendite eines Unternehmens ist. „Für ein langfristiges Wachstum sind Dividenden entscheidender als das Timing von Kauf und Verkauf.“

Angesichts der Schuldenprobleme in Europa aber auch in den USA dürften in diesem Jahr und darüber hinaus die asiatischen Schwellenländer der weltweite Wachstumstreiber bleiben, prognostizieren Stephan und Plein. Sie empfehlen deshalb, einen Teil des Vermögens in diese Märkte zu investieren – entweder in Anleihen oder in Unternehmen aus diesen Ländern – oder in deutsche Unternehmen, die vom Wachstum in den asiatischen Schwellenländern profitieren. Ein weiterer anhaltender Trend sind nach Ansicht Pleins die hohen Preise für Agrarrohstoffe.

Auch wenn die Auswahl der richtigen Investition schwieriger geworden ist, waren sich die beiden Aktienexperten des Finanzmarktforums einig: Einfach nichts zu tun mit seinem Geld, ist angesichts der Inflation, die den realen Wert senkt, die gefährlichste Strategie.

Obwohl die deutschen Unternehmen äußerst profitabel seien, ihre Produkte weltweit gefragt und die Arbeitsmoral gut, belaste die Schuldenkrise Europas auch die Aussichten für Deutschland, konstatierte der Chefredakteur des Handelsblatts, Gabor Steingart: „Europa kauft im Moment nur Zeit. Die milliardenschwere Hilfe für Griechenland löst nicht die wirklichen Probleme des griechischen Haushalts und der griechischen Leistungsbilanz.“ Das südliche Land brauche ein Aufbauprogramm ähnlich der damaligen DDR. Aus den Erfahrungen des Aufbaus Ost müsse ein Aufbau Süd entwickelt werden.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×