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28.05.2014

15:04 Uhr

Finanzstabilitätsbericht

EZB warnt vor scharfer Korrektur an den Finanzmärkten

Zwar sieht die EZB das Finanzsystem in der Euro-Zone in einer guten Verfassung. Doch die Zentralbank warnt v or einem „scharfen und ungeordneten Abbau des Kapitalflusses an den Finanzmärkten warnt die EZB.

Die EZB sieht immer noch große Gefahren an den Finanzmärkten. dpa

Die EZB sieht immer noch große Gefahren an den Finanzmärkten.

FrankfurtDie Europäischen Zentralbank (EZB) warnt angesichts der Rekordjagd an den Börsen vor steigenden Risiken für die Finanzstabilität. Die Suche der Investoren nach Rendite könnte die „Möglichkeit eines scharfen und ungeordneten Abbaus der jüngsten Kapitalflüsse“ auslösen, hieß es in dem am Mittwoch veröffentlichten Finanzstabilitätsbericht der Notenbank.

Die zuletzt in vielen Ländern erreichten Höchststände der Börsenindizes alarmierten die Währungshüter. So steht beispielsweise am deutschen Aktienmarkt der Dax nur noch knapp unter der 10.000er-Marke. Experten sprachen zudem von größeren Spekulationsblasen an den Anleihemärkten. Dass die Investoren auf der Jagd nach Gewinnen Geld in eher spekulative Märkte pumpen, geht aber auch auf die niedrigen Zinsen der Notenbanken zurück. Die EZB selbst steht kurz vor einer weiteren Zinssenkung Anfang Juni, eventuell gekoppelt mit einer zusätzlichen Geldspritze. Nach Ansicht von Fachleuten besteht deshalb die Gefahr, dass die Finanzmärkte überhitzen.

Abgesehen von den davon ausgehenden Risiken sieht die EZB das Finanzsystem in der Euro-Zone in einer guten Verfassung – zumindest im Vergleich mit den Krisenjahren. Zu dieser Einschätzung kamen die Notenbanker bereits in ihrem letzten Finanzstabilitätsbericht. Vor allem die großen Banken seien dabei ihre Bilanzen zu stärken – nicht zuletzt wegen der laufenden umfangreichen Überprüfung des Sektors durch die EZB, die ab November die Bankenaufsicht in den 18 Euro-Ländern übernimmt.

Niedrige Inflation: Wie reagiert die EZB?

Was spricht für ein Eingreifen der EZB?

Die Inflation im Euro-Raum lag im Mai bei 0,5 Prozent – und damit weit entfernt von der Zielmarke der EZB von nahe zwei Prozent. Die Entwicklung erhöht den Druck auf die EZB, die Zinsen niedrig zu halten oder noch unter das Rekordtief von 0,25 Prozent zu senken. EZB-Präsident Mario Draghi hatte betont, die Notenbank werde sich notfalls entschieden gegen einen Preisverfall stemmen.

Warum sind sinkende Preise schlecht?

Für Verbraucher sind sinkende Preise zunächst erfreulich, schließlich bekommt man mehr für sein Geld. Die Gefahr ist, dass eine Abwärtsspirale in Gang kommt, wenn die Preise auf breiter Front fallen. Ökonomen nennen das Deflation. Unternehmen und Verbraucher könnten dann Investitionen hinauszögern - in der Erwartung, dass es in den nächsten Monaten noch günstiger für sie wird. Das könnte die ohnehin noch fragile Erholung der Konjunktur in Europa abwürgen.

Wie real ist die Deflations-Gefahr?

„Eine handfeste Deflation ist in der Eurozone eine sehr weit entfernte Gefahr“, meint Berenberg-Volkswirt Christian Schulz. Das betont auch regelmäßig das EZB-Spitzenpersonal. Bundesbankpräsident Jens Weidmann hatte Mitte März erklärt, er halte die Risiken von Preis- und Lohnrückgängen auf breiter Front im Euroraum für sehr begrenzt.

Was kann die EZB tun?

Bei den Zinsen hat die EZB den Boden fast erreicht. Mit einem Leitzins von 0,25 Prozent ist Zentralbankgeld für die Banken im Euroraum bereits extrem günstig. Ob eine weitere Zinssenkung die Geldinstitute dazu bewegen würde, mehr Kredite zu vergeben und so die Wirtschaft anzukurbeln, ist umstritten. Denkbar wäre, dass die EZB den Zins für Geld, das Geschäftsbanken bei der Notenbank parken, unter Null senkt. Theoretisch möglich wäre auch, dass die EZB in großem Stil Staatsanleihen aufkauft.

Bringen noch niedrigere Zinsen überhaupt etwas?

Theoretisch animiert das billige Geld Unternehmen zum Investieren und Verbraucher zum Konsumieren - beides kurbelt die Konjunktur an und erhöht so den Preisauftrieb. Doch gerade in den kriselnden Eurostaaten in Südeuropa blieb die Kreditvergabe zuletzt schwach. Nach Einschätzung des Bundesverbandes Deutscher Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) kann die EZB mit noch billigerem Geld dagegen so gut wie nichts ausrichten.

Besorgnis äußerten die Währungshüter jedoch über die nach wie vor geringe Profitabilität vieler Banken. Auch fänden sich in den Bilanzen der Geldhäuser immer noch zu viele faule Kredite. „Bislang scheint hier der Wendepunkt noch nicht erreicht“, hieß es. Zudem hätten mehr als die Hälfte aller Großbanken in der Euro-Zone im zweiten Halbjahr 2013 Verluste geschrieben. Wegen der unsicheren konjunkturellen Perspektiven bestehe darüber hinaus ein "signifikantes Risiko, dass sich die Kreditqualität weiter verschlechtert".

Gefahren für den Bankensektor gingen außerdem von der nach wie vor engen Verflechtung der Institute mit den Staaten aus. Sollte es zu dem befürchteten Crash an den Märkten und im Zuge dessen zu einem kräftigeren Anstieg der Renditen für Staatsanleihen kommen, bedeute dies nicht nur Belastungen für die Regierungen, sondern auch Verluste für die Institute, hieß es in dem Bericht. Deshalb sei es wichtig, die Aufsicht über die Banken zu stärken. Dies gelte auch für den wachsenden Schattenbankensektor und die Derivatemärkte.

Was darf die EZB und was nicht?

Preisstabilität

„Vorrangiges Ziel“ der Europäischen Zentralbank ist gemäß der Satzung des Europäischen Systems der Zentralbanken und der Europäischen Zentralbank, „die Preisstabilität zu gewährleisten“. Zudem soll sie „die allgemeine Wirtschaftspolitik in der Union“ unterstützen, „soweit dies ohne Beeinträchtigung des Zieles der Preisstabilität möglich ist“.

Staatsfinanzierung

Staatsfinanzierung mit Hilfe der Notenpresse erlauben die EU-Verträge nicht. Ausdrücklich verboten wird unter anderem „der unmittelbare Erwerb von Schuldtiteln“ – also Anleihen etwa von Staaten – durch die EZB oder die nationalen Zentralbanken.

Unabhängigkeit

Betont wird überdies die Unabhängigkeit der Zentralbank. Die Politik wird verpflichtet, „diesen Grundsatz zu beachten und nicht zu versuchen, die Mitglieder der Beschlussorgane der Europäischen Zentralbank oder der nationalen Zentralbanken bei der Wahrnehmung ihrer Aufgaben zu beeinflussen“.

Von

rtr

Kommentare (18)

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Account gelöscht!

28.05.2014, 15:29 Uhr

Die Menschen müssen sich von den Finanzmärkten befreien - abschneiden das Ganze zusammen mit den daran hängenden Politikern und System-Presse -> alles gleich die Klo-Spülung herunter.

Merkel ist auch nur deren Sklave.

Account gelöscht!

28.05.2014, 15:32 Uhr

Es ist schon "schizophren" wenn nationale Interessen als "faschistoid" oder als Nazi-Politik abgetan wird.

Da wird ein Reflex für die Bürger von den Medien "eingeübt", dass eine normale Ausrichtung nationaler Interessen in der Politik "von gestern" sei.

Ja, aber wir sind doch Staaten mit Steuern die wir an die Staaten zu zahlen haben und nationale Parlamente haben wir auch.

Warum dann der Vergleich, ein Nationalist sei abzulehnen ?? Ja, nur damit "EU in Brüssel" als alleinige Übermacht in die Köpfe der Menschen eingebrannt werden soll. Souveränität und Identität wollen sie vernichten.

Weg mit der EU-Propaganda. Man darf "Staat", "Volk", "Nation" nicht mehr sagen ohne ein Faschist zu sein in deren Meinung. Beknackt, die werden immer bekloppter in Politik und Medien !!

Unser Geld nehmen sie mit 9000 EUR monatlich als Diäten und 3500 EUR Pension nach 4 Jahren Handhochheben. Aber tun wollen sie nichts für uns. Ein Verhältnis wie "Wirt und Parasit", würde man im Biologie-Unterricht der 6. Klasse sagen. Und dann beschimpfen Sie uns als Nazi's wo sie nur können mit Roth-Schaum vorm Mund. Ekelhaft.

Account gelöscht!

28.05.2014, 15:34 Uhr

Wir haben stagnierende Preise, das ist Gift für die Aktienmärkte. Die brauchen ein wachsendes Krebsgeschwür, wo hinten immer mehr Geld zum Aktien kaufen "rauskommt".

Gehen Sie mal in den Supermarkt ! Dort gibt es "immer mehr minderwertige Lebensmittel natürlich zu Dumping-Preisen". Mit Hilfe dieser Artikel wird der sogenannte "HARTZ4-Einkaufswagen" berechnet, aus dem die Inflation abgeleitet wird.

Heisst also, höherwertige teurere Artikel kommen in der Inflations-Statistik garnicht vor. ECHTE Inflation ist bei 4 % !!

Ausserdem eine Inflation NULL Prozent oder gar Deflation stört niemanden, ausser die Aktienmärkte. Denn es MÜSSEN immer höhere Gewinne her - damit niemand verkaufen will und die Blase immer weiter wachsen kann.

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DRAGHI als Goldesel von Goldman Sachs hat die EINZIGE AUFGABE, jegliches Geld aufzuwirbeln (kontinuierlicher Zufluss) mit Angst und Straf-Zinsen, dass es in Dollar gewandelt an NASDAQ und DOW JONES angelegt wird und die BLASE weiter füttert.

Der ESM ist einsatzbereit (950 Milliarden EUR) und Draghi will ihn sofort PLÜNDERN damit der ganze Staats-Anleihe-Schrott aufgekauft werden kann. Der Mann gehört in einem Veruntreuungs-Prozess verklagt !!! Dow Jones und Nasdaq sind seine "heiligen Kühe". Um nichts anderes dreht sich sein tägliches Denken und Handeln.

Dreckspack, das Europa ausplündert !!!

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Der erste Verrat der Regierungen an den Deutschen war, dass man zugelassen hatte, dass deutsche Firmen immer mehr Arbeit ins Ausland verlegen im Zuge der "Globalisierung". Dafür haben die Politiker auch noch massiv Geld als Lobbyisten-Lohn erhalten. Deshalb der wirtschaftliche Niedergang Deutschlands und auch Europas. Einen "Dritte-Welt-Kontinent Europa" haben sie geschaffen.

Der zweite Verrat der Regierungen ist, dass sie sich von der deutschen Bevölkerung verabschiedet haben und Deutschland als "anonyme offene Bahnhofshalle" betreiben. Die Deutschen sind ihnen vollkommen egal, die Deutschen sollen ja weg - "Schleusen auf" die Devise.

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