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05.10.2016

21:56 Uhr

Finanzstabilitätsbericht

IWF kritisiert Geschäftsmodell der Deutschen Bank

VonMichael Maisch

Der Internationale Währungsfonds (IWF) warnt vor neuen Risiken für das globale Finanzsystem. Vor allem Europas Banken machen den Experten Sorgen: Die Geschäftsmodelle seien überholt, die Schuldenlast erdrückend.

Vom 7. bis 9. Oktober treffen sich die Mitgliedsländer des Internationalen Währungsfonds zu ihrer Jahrestagung in Washington. AFP; Files; Francois Guillot

Wächter über das globale Finanzsystem

Vom 7. bis 9. Oktober treffen sich die Mitgliedsländer des Internationalen Währungsfonds zu ihrer Jahrestagung in Washington.

FrankfurtDie guten Nachrichten sind schnell abgehandelt im neuen Bericht des Internationalen Währungsfonds (IWF) über den Zustand des Weltfinanzsystems. Zumindest kurzfristig seien keine akuten Schocks zu erwarten, argumentieren die Experten in ihrem stets beachteten Financial Stability Report. Angesichts der Angst um die italienischen Banken im Sommer und die Turbulenzen rund um die Deutsche Bank derzeit, ist das tatsächlich eine kleine Beruhigung. Aber eben nur eine kleine, denn tatsächlich sind es auch und vor allem Europas Banken, die dem IWF mittelfristig erhebliche Sorgen bereiten.

Im Prinzip sieht der Fonds die Finanzinstitute von allen Seiten in Bedrängnis: Schwaches Wachstum, chronisch niedrige Zinsen plus die immer strengeren Vorgaben der Regulierer stellten nicht nur Banken, sondern auch Versicherer und Pensionsfonds vor massive Herausforderungen, die mittelfristig die Finanzstabilität untergraben könnten, falls nicht schnell tiefgreifende Reformen eingeleitet werden.

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In der Eurozone müssten die Banken dringend und gründlich ihre Geschäftsmodelle überholen, ihre Bilanzen entrümpeln, die Erblast der faulen Kredite tilgen und Kapitalschwächen angehen, fordert der IWF. Eine schnellere und effizientere Abarbeitung der notleidenden Darlehen könnte nach Schätzungen des Fonds 80 Milliarden Dollar an Kapital freisetzen. Sparprogramme, schlankere Filialnetze und ein optimierter Finanzierungsmix würden helfen, die Kosten der Geldhäuser um 40 Milliarden Dollar zu drücken, haben die Experten ausgerechnet. In einigen Fällen müssten schwächere Spieler allerdings aus dem Markt ausscheiden, denn die Banksysteme seien insgesamt überdimensioniert.

In diesem Sommer hatten die Probleme der italienischen Geldhäuser die Angst vor einer neuen Bankenkrise in Europa geschürt. Die Institute schieben einen Berg von faulen Krediten von insgesamt 200 Milliarden Euro vor sich her. Zuletzt war es aber vor allem die Deutsche Bank, die den Investoren die Sorgenfalten auf die Stirn getrieben hat. An den Märkten geht die Angst um, dass eine drohende Milliardenstrafe aus den USA die vergleichsweise dünne Kapitaldecke des Instituts bedrohlich angreifen könnte. Zuletzt musste das Bundesfinanzministerium Spekulationen über eine staatliche Rettung dementieren. Die größte heimische Bank verlor in diesem Jahr rund die Hälfte ihres Börsenwerts. In der vergangenen Woche war der Kurs auf ein neues Allzeittief von 9,90 Euro gesackt, hat sich seither aber wieder deutlich erholt.

Der IWF hat die Deutsche Bank eindringlich zu weiteren Reformen ihres Geschäftsmodells aufgefordert. Die Bank müsse ihre Investoren davon überzeugen, „dass ihr Geschäftsmodell zukunftstauglich ist“, sagte der IWF-Finanzmarktexperte Peter Dattels am Mittwoch in Washington. Auch müsse sie überzeugend darlegen, dass sie für die aus Rechtsstreitigkeiten resultierenden Risiken ausreichend gewappnet sei.

Der IWF trug seine in dieser Form ungewöhnlich harte Kritik vor dem Hintergrund der anstehenden Sanktionen gegen die Deutsche Bank in den USA vor.

Kommentare (5)

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Frau Annette Bollmohr

05.10.2016, 16:53 Uhr

"Der Internationale Währungsfonds (IWF) warnt vor neuen Risiken für das globale Finanzsystem.Vor allem Europas Banken machen den Experten Sorgen"

Und ich mach mir Sorgen vor den Risiken für das globale Ökosystem und um das zukünftige Wohlergehen der Weltbevölkerung darin.

Account gelöscht!

05.10.2016, 17:00 Uhr

Bin nur 2x im Jahr in der Domstadt. Im Frühjahr zur FIBO, da der Kolibri als Sportwissenschaftlerin nach dem Uniabschluss als meine persönliche Fitnesstrainerin und Ernährungscoach arbeiten wird, und wir uns dort weitergehende Expertise holen. Und im Sommer zu den Kölner Lichter wegen des geilen Feuerwerks am Rhein. Außerdem hatte ich mal dort eine City-Immobilie im Townhaus-Stil, die ich aber dieses Jahr verkauft habe.

Account gelöscht!

05.10.2016, 17:04 Uhr

Stimmt nicht. Die einzige Spielregel die es gibt, sind keine Kinder. Ansonsten ist meine Herzdame (inzw. sogar Verlobte) absolut gleichberechtigt. Und wird nach der Uni als meine persönliche Fitnesstrainerin und Ernährungscoach arbeiten. Wenn ich mit spätestens Mitte 40 mit dem Börsenzeugs aufhöre, und als GT3 -Fahrer im selbst finanzierten Team in der VLN mit einem R8 LMSultra teilnehme.

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