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30.09.2013

13:25 Uhr

Absolute Return Fonds

Solide Renditen, wenig Risiko

VonDörte Jochims

Milliarden fließen in Mischfonds. Doch, wenn die Zinsen steigen, geraten viele unter Druck. Absolute-Return-Fonds bieten mehr Sicherheit und konstante Renditen. Aber Privatanleger lassen die besten Produkte links liegen.

Auf Nummer sicher: Garantiefonds verbinden Absicherung gegen Kursverluste und Rendite. Getty Images

Auf Nummer sicher: Garantiefonds verbinden Absicherung gegen Kursverluste und Rendite.

Er heißt Ben Bernanke und er verschaffte den Märkten 2013 einen Probelauf: So gab der amerikanische Notenbankchef Anfang Mai den Startschuss, als er dem US-Kongress seinen Halbjahresbericht vorlegte. Darin stand die Aussage, die Fed werde ihr Konjunkturprogramm reduzieren, sobald der US-Arbeitsmarkt eine „nachhaltige Besserung“ zeige.

Als er diese Nachricht Mitte Juni wiederholte, brachen nochmals die Kurse ein. Doch dann kam Mitte September überraschend der Schlusspfiff. Der Notenbankchef machte einen Rückzieher. Jetzt wird das Ende der lockeren Geldpolitik in den USA frühestens 2014 erwartet - und die Märkte steigen wieder.

Absolute Return-Fonds: Die Auslese der interessantesten Fonds

Absolute Return-Fonds

Die Auslese der interessantesten Fonds

Der Dachfondsmanager Eckhard Sauren hat mit einer aufwendigen Analyse spannende Absolute-Return-Fonds ermittelt. Die besten Produkte bieten trotz der Absicherung von Risiken erstaunlich hohe Renditen.

„Einen Testlauf für den Crash gibt es an den Märkten normalerweise nicht“, sagt der Kölner Vermögensverwalter und Dachfondsmanager Eckhard Sauren. Anleger sollten diese Chance nutzen und in Ruhe analysieren, was passiert, wenn eines Tages die Zinsen tatsächlich steigen werden und die lockere Geldpolitik ihr Ende findet. Welches Investment bietet dann noch Sicherheit? Und mit welchem Investment lässt sich bis dahin trotz des Zinstiefs genügend Performance erzielen, um den Anstieg der Inflationsrate auszugleichen?

Wenn eine Zinserhöhung droht, verlieren alle Anlageklassen

Die Analyse zeigt: Nach dieser Ankündigung brachen zwischen Anfang Mai und Ende Juni die Kurse ein. Anleger konnten sich nirgendwo verstecken. Nicht nur die Rendite amerikanischer Bonds gab um 3,8 Prozent nach. Auch der Index für deutsche Staatsanleihen Rex fiel in dieser Zeit um 2,1 Prozent. Schwellenländeranleihen büßten auf Euro-Basis sogar 10,9 Prozent ein. „Bond-Anleger werden derzeit gekreuzigt“, kommentierte Vincent Strauss, Fondsmanager bei der Vermögensverwaltung Comgest in einem Interview mit der Fondsratingagentur Morningstar. Aber auch die Aktienkurse drehten weltweit ins Minus und selbst der Goldpreis fiel.

Die grössten Fehler der Anleger

Risikotoleranz

Die Neigung, Risiken einzugehen, ist mit zwei demografischen Faktoren verbunden: Geschlecht und Alter. Frauen sind normalerweise vorsichtiger als Männer und ältere Menschen sind weniger bereit, Risiken einzugehen, als jüngere Leute. Die Konsequenzen der Verhaltensökonomik für Anleger sind klar: Wie wir uns bei der Geldanlage entscheiden und wie wir uns bei der Verwaltung unserer Anlage entscheiden, hängt sehr davon ab, wie wir über Geld denken. [...] Sie demonstriert, dass Marktwerte nicht ausschließlich von den gesammelten Informationen bestimmt werden, sondern auch davon, wie menschliche Wesen diese Informationen verarbeiten.

Übertriebene Zuversicht

An sich ist Zuversicht ja keine schlechte Sache. Aber übertriebene Zuversicht ist etwas ganz anderes, und sie kann besonders im Umgang mit unseren Finanzangelegenheiten Schaden anrichten. Übertrieben zuversichtliche Anleger treffen nicht nur für sich selbst dumme Entscheidungen, sondern diese wirken sich auch sehr stark auf den Mark als Ganzes aus.

Kurzfristiges Denken

Menschen [legen] zu viel Wert auf wenige mehr oder wenige zufällige Ereignisse [...] und meinen, sie würden darin einen Trend erkennen. Insbesondere sind Anleger tendenziell auf die neuesten Informationen fixiert, die sie bekommen haben, und ziehen daraus Schlüsse. So wird der letzte Ergebnisbericht in ihrem Denken zum Signal für künftige Gewinne. Und da sie meinen, sie würden etwas sehen, das andere nicht sehen, treffen sie dann aufgrund oberflächlicher Überlegungen schnelle Entscheidungen.

Verlustaversion

Der Schmerz durch einen Verlust [ist] viel größer als die Freude über einen Gewinn. Bei einer 50:50-Wette, bei der die Chancen exakt gleich sind, riskieren die meisten Menschen nur dann etwas, wenn der potenzielle Gewinn doppelt so groß ist wie der potenzielle Verlust. Das nennt man asymmetrische Verlustaversion. [...] Auf den Aktienmarkt bezogen bedeutet dies, dass sich die Menschen beim Verlust von Geld doppelt so schlecht fühlen, wie sie sich gut fühlen, wenn sie einen Gewinn erzielen. Diese Abneigung gegen Verluste macht Anleger übertrieben vorsichtig, und das hat einen hohen Preis. [...] Wir wollen alle glauben, wir hätten gute Entscheidungen getroffen, und deshalb hängen wir zu lange an schlechten Entscheidungen, in der vagen Hoffnung, die Dinge werden sich noch wenden.

Verdrängen

Wir neigen dazu, das Geld geistig auf verschiedene Konten zu buchen, und dies bestimmt, wie wir es verwenden. [...] Zudem wurde die geistige Buchhaltung als Grund angeführt, weshalb Menschen schlecht laufende Aktien nicht verkaufen: In ihren Augen wird der Verlust erst real, wenn sie ihn realisieren.

Quelle: Robert G. Hagstrom, Warren Buffett. Sein Weg. Seine Methode. Seine Strategie., Börsenbuchverlag 2011.

„Das war bei früheren Krisen ganz anders“, erläutert Sauren. So seien etwa in den kritischen Börsenphasen anno 2008 und 2011 die Aktienkurse stark gefallen. Doch die Preise für Anleihen und Gold blieben stabil und stiegen phasenweise sogar an. „Von Mai bis Juni 2013 hat diese klassische Korrelation nicht funktioniert. Denn Anleger schichteten nicht in Bonds um, deren Kurse in Erwartung höherer Kupons für neu aufgelegte Bonds fielen. „Künftig kann das Risiko nicht allein durch die richtige Mischung des Vermögens auf verschiedene Anlageklassen verteilt werden,“ folgert Sauren. Denn Aktien und Anleihen verlieren gleichzeitig an Wert.

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