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25.06.2012

15:10 Uhr

Änderung bei Blackrock

ETF-Manager sollen weniger Wertpapiere verleihen

Blackrock schränkt bei seinen ETF-Produkten die Wertpapierleihe ein. Der Vermögensverwalter begründete das mit dem Wunsch vieler Investoren. Auch die jüngste Kritik der Finanzaufseher dürfte aber dazu beigetragen haben.

Blackrock betreibt bei einem Teil seiner ETFs Wertpapierleihegeschäfte. ap

Blackrock betreibt bei einem Teil seiner ETFs Wertpapierleihegeschäfte.

FrankfurtNach Kritik an börsennotierten Indexfonds hat Blackrock den Spielraum seiner ETF-Portfoliomanager eingeschränkt. Ab sofort dürfen diese bei ETFs, die in Europa aufgelegt sind, nur noch höchstens 50 Prozent der Wertpapiere aus den Portfolios an andere Marktteilnehmer verleihen, sagte eine Blackrock-Sprecherin am Montag zu Reuters. In der Vergangenheit hatte die Leihequote bei einigen Fonds, die Blackrock unter der Marke iShares anbietet, darüber gelegen.

Blackrock begründete die Änderung mit dem Wunsch vieler Investoren. Diese fühlten sich wohler, wenn nicht mehr als die Hälfte der Wertpapiere verliehen würden - wenngleich sie die Zusatzerträge schätzten.

Bei Wertpapierleihegeschäften leihen Fonds Aktien, Anleihen oder sonstige Vermögenswerte gegen Gebühr an andere Investoren aus. Dadurch erzielen sie Zusatzerträge, mit denen sie Transaktionskosten im Portfolio ausgleichen können. Blackrock betreibt nur bei einem Teil seiner ETFs Wertpapierleihegeschäfte. Die Erträge daraus fließen zu 60 Prozent direkt in die Fonds und kommen damit letztlich den Investoren zugute.

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Wertpapierleihegeschäfte sind sowohl bei ETFs als auch bei klassischen, aktiv gemanagten Fonds seit Jahren verbreitet. Speziell in Bezug auf ETFs sind sie in den vergangenen Monaten jedoch in die Kritik geraten. Unter anderem haben die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), der Internationale Währungsfonds (IWF) und der Finanzstabilitätsrat auf die Risiken für das weltweite Finanzsystem hingewiesen, die von ETFs ausgingen. Dabei kritisierten sie vor allem Swap-Derivate- und Wertpapierleihegeschäfte innerhalb der Portfolios. Denn dadurch sei für viele Investoren kaum nachvollziehbar, welche Investitionsrisiken wo lägen.

Hat ein Fonds Wertpapiere an einen anderen Marktteilnehmer verliehen und dieser wird zahlungsunfähig, kommt der Fonds möglicherweise nicht mehr an seine Papiere heran. Zwar sind die Geschäfte mit Sicherheiten hinterlegt. Doch deren Wertentwicklung entspricht nicht zwangsläufig derjenigen der verliehenen Papiere aus den ETF-Portfolios. Daher kann die ETF-Performance deutlich von der des zugrundeliegenden Index abweichen, wenn ein Leihepartner ausfällt.

Infolge der jüngsten Kritik haben Finanzaufseher weltweit strengere Regeln für ETFs angekündigt. Die EU-Behörde ESMA will ihre Richtlinien in den kommenden Wochen vorstellen. ETF-Anbieter wie Blackrock versuchen, verschärften Regeln durch eigene Initiativen zuvorzukommen.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Otternase

25.06.2012, 16:18 Uhr

Die spannende Frage ist doch dabei, wozu die geliehenen europäischen Aktien genutzt werden

Petra

25.06.2012, 16:56 Uhr

Wird auch endlich Zeit!
Im schlimmsten Fall sind die verliehenen Wertpapiere weg!!!

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