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30.05.2013

22:46 Uhr

Aktien und Anleihen

Anleger pumpen Milliarden in Mischfonds

Anleger haben in den vergangenen Monaten eine Rekordsumme in US-Mischfonds investiert, die inzwischen mehr als eine Billion Dollar halten. Dies zeigt vor allem eins: Der Heilungsprozess an den Märkten dauert an.

Geld Marsch: Anleger investieren vermehrt in amerikanische Mischfonds. dpa

Geld Marsch: Anleger investieren vermehrt in amerikanische Mischfonds.

New YorkInvestoren pumpen derzeit Rekordsummen in amerikanische Mischfonds. Diese können sowohl in Aktien als auch in Anleihen investieren, was sie während der Bullenmärkte der letzten 50 Jahre zu Barometern für Gewinne machte.

Den Managern, vor allem Capital Research & Management und Invesco, flossen zwischen Januar und April 35,2 Milliarden Dollar (27,2 Milliarden Euro) zu, die höchste Summe die je in einem Vier-Monats-Zeitraum verzeichnet wurde. Das zeigen Daten von Bloomberg und dem Investment Company Institute in Washington. Das Vermögen der Fonds stieg um 3,6 Prozent – Fonds, die nur in Aktien investieren, legten dagegen nur um 1,2 Prozent zu.

Bewertungen und Handelsvolumina zeigen, dass Privatanleger nur langsam in die Rekordrally des S&P 500 eingestiegen sind, nachdem sie sich in der Finanzkrise die Finger verbrannt hatten. Aber das Wachstum der Fonds, die nun für mehr als eine Billion Dollar Aktien und Anleihen halten, zeigt, dass die Zurückhaltung nachlässt. Die Einlagen in Hybridfonds hatten im Februar 1994, als der S&P 500 sich mitten in einem 417-Prozent-Anstieg befand, und während der 101-Prozent-Rally im April 2004 Rekordstände erreicht.

Die wichtigsten Fondstypen im Überblick

Aktienfonds

Wie der Name schon sagt, legen diese Investmentfonds in Aktien an. Aufgrund der breiten Anlagestreuung ist ein Investment in Aktienfonds weniger risikoreich als eine Direktanlage in Einzeltitel. Aktienfonds haben spezielle Anlageschwerpunkte – etwa bestimmte Branchen, Länder, Regionen oder Anlagestile.

Börsengehandelter Indexfonds (ETF)

Dieser Investmentfonds – auch Exchange Traded Funds (kurz ETF) genannt – bildet einen Index wie beispielsweise den Dax eins zu eins nach. Die Zusammensetzung dieses Fonds verändert sich nur, wenn sich die Zusammensetzung des zugrunde liegenden Index verändert. Deshalb spricht man von einem passiven Investment. ETFs können fortlaufend über die Börse gehandelt werden. Ihre Verwaltungsgebühren sind sehr gering, Ausgabeaufschläge wie bei „aktiv“ gemanagten Fonds entfallen.

Geldmarktfonds

Für die kurzfristige Anlage eignen sich vor allem Geldmarktfonds. Sie investieren in Geldmarktinstrumente wie beispielsweise Festgeld und kurz laufende, festverzinsliche Wertpapiere. Die Kursschwankungen dieser Fonds sind gering, die Renditeaussichten allerdings auch.

Immobilienfonds

Offene Immobilienfonds legen das Geld der Anleger in Grundstücken, Erbbaurechten und Beteiligungen an Büro- und Geschäftsimmobilien an. Anleger profitieren von den Miet- und Zinseinnahmen sowie den Wertsteigerungen der Immobilien. Die Anzahl der ausgegebenen Anteile ist anders als bei geschlossenen Immobilienfonds nicht begrenzt.

Lebenszyklusfonds (Zielfonds)

Sogenannte Lebenszyklusfonds sind im Grunde Mischfonds mit einem bestimmten Anlageziel beziehungsweise -horizont. Die Lebenszyklusfonds haben eine feste Laufzeit, gegen Ende dieses Zeitraums – das können 20, 25 oder 30 Jahre sein – schichtet das Fondsmanagement schrittweise von Aktien in Anleihen um, um das Kapital und die angefallenen Kursgewinne zu sichern.

Mischfonds

Diese Fonds legen in Aktien und Anleihen an. Der Fondsmanager kann so in stagnierenden oder fallenden Märkten verzinsliche Wertpapiere übergewichten, bei steigenden Akteinkursen den Anlageschwerpunkt aber wieder verlagern. Das Ziel: einen höheren Ertrag als reine Rentenfonds zu erzielen und beim Risiko niedriger als bei einem Aktienfonds zu liegen. Der typische Aktienanteil liegt zwischen 30 und 70 Prozent – je nach Geschmack der Anleger.

Rentenfonds

Rentenfonds investieren ausschließlich oder überwiegend in festverzinsliche Wertpapiere wie Pfandbriefe, Kommunalobligationen oder Länder- beziehungsweise Unternehmensanleihen. Da regelmäßig Erträge in Form von Zinszahlungen anfallen, bieten Rentenfonds in der Regel stetige Erträge.

„Das zeigt, dass sich der Heilungsprozess noch in einem frühen Stadium befindet, sowie eine Verringerung der noch immer vorherrschenden negativen Einstellung zum Aktienmarkt“, sagt Michael Holland von Holland & Co. in New York. „Der Bullenmarkt läuft seit vier Jahren, und der Aktienbesitz ist immer noch sehr, sehr gering.“

Der Holland Balanced Fund hat 2013 96 Prozent und in den letzten fünf Jahren 70 Prozent seiner Konkurrenten geschlagen, zeigen Bloomberg-Daten. Rund 30 Prozent seines Vermögens hat er in Anlageklassen außer Aktien angelegt, hauptsächlich kurzlaufende US-Bonds. Am Aktienmarkt bevorzugt der Fonds große Werte. Zu den größten Beteiligungen gehören Home Depot, Berkshire Hathaway und 3M, die sich dieses Jahr mindestens 3,1 Prozentpunkte besser entwickelt haben als der S&P 500.

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