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18.11.2015

14:54 Uhr

Aktien und Fonds

Das denken die Verwalter von Milliardenvermögen

VonAnke Rezmer

Großinvestoren setzen deutlich stärker auf Aktien – denn sie glauben wieder an eine Erholung der Weltwirtschaft. Ihre größten Favoriten sind Papiere aus der Euro-Zone und Japan. Wie die Profis anlegen.

Die Hausse der vergangenen Wochen macht Fondsmanager optimistisch: Sie kaufen weiter Aktien. dpa

Bulle an der Frankfurter Börse

Die Hausse der vergangenen Wochen macht Fondsmanager optimistisch: Sie kaufen weiter Aktien.

FrankfurtAktien, Aktien, Aktien - internationale Großanleger kaufen wieder! Der Grund: China bereitet Fondsmanagern weltweit nicht mehr so starke Kopfschmerzen wie noch im Frühherbst. Und daher trauen sie der Weltwirtschaft zu, dass der Wachstumsmotor in den nächsten zwölf Monaten doch noch anspringt. Das stellte die US-Investmentbank Bank of America Merrill Lynch (Bofa) in der bedeutendsten monatlichen Umfrage unter internationalen Fondsmanagern fest.

Die Geldprofis haben ihre Aktienanteile massiv hochgefahren: Inzwischen gewichten nach den Umfrageergebnissen netto 43 Prozent der Fondsmanager Aktien stärker als Börsenindizes, die ihnen als Messlatte dienen. Netto bedeutet hier, dass 43 Prozent mehr Fondsmanager Aktien höher gewichten im Vergleich zu Fondsmanagern, die dies nicht machen. Damit gewichten sie Aktien so stark, wie seit sechs Monaten nicht. Abgebaut haben die Geldprofis dafür Liquidität. Ihre Cash-Quote sank damit auf ein Zehn-Monats-Tief. Im Durchschnitt halten sie 4,9 Prozent ihres Vermögens „flüssig“.

Dividenden - Fragen und Antworten

Was ist eine Dividende?

Die Dividende ist der Anteil am Gewinn einer Aktiengesellschaft, den ein Konzern direkt an die Anleger ausschüttet. Einen Anspruch auf Dividende haben Aktionäre nicht. Unternehmen können das Geld auch nutzen, um Schulden zurückzuzahlen, Investitionen zu tätigen oder Übernahmen zu finanzieren. Manche Unternehmen wie die Deutsche Telekom zahlen Aktionären auch eine Mindest-Dividende.

Was ist die Dividendenrendite?

Die Dividendenrendite gibt den prozentualen Anteil der Dividende am Aktienkurs an.

Wer bekommt eine Dividende und wann?

Dividendenberechtigt ist jeder, der am Tag der Hauptversammlung mindestens eine Aktie des Unternehmens im Depot hat – egal, ob er sie bereits vor Jahren oder erst am Tag zuvor gekauft hat. Der vom Management vorgeschlagene Bonus wird mit den Stimmen der Aktionäre bei der Hauptversammlung beschlossen. Schon direkt am Folgetag oder kurz darauf landet die Dividende auf dem Konto des Anlegers. In Deutschland ist eine jährliche Dividendenzahlung üblich.

Lohnt es sich, eine Aktie nur zur Ausschüttung zu kaufen?

Von der verlockenden Strategie, kurz vor dem Stichtag zu kaufen, um einen Tag danach wieder zu verkaufen, raten Experten Normalanlegern ab. Denn schon vorher ist üblicherweise die vom Unternehmen angekündigte Dividende im Aktienwert „eingepreist“. Das heißt, der Kurs ist in den Wochen vor der Hauptversammlung um diesen Betrag gestiegen – und fällt danach meist wieder.

Was bekommt das Finanzamt?

Seit 2009 gilt die Abgeltungsteuer für Kapitaleinkünfte, die eine pauschale Besteuerung von 25 Prozent vorsieht. Für Aktionäre bedeutet dies, dass ein Viertel ihrer Dividenden an den Fiskus wandert. Die Banken, bei denen Aktionäre ihre Depots verwalten, führen die Steuer automatisch ab. Bei Wertpapierbeständen im Ausland müssen Anleger selbst aktiv werden und die Dividenden in der Steuererklärung angeben.

Mehr Vertrauen in die Weltwirtschaft


Der Hauptgrund für den wieder aufkeimenden Optimismus liegt im Fernen Osten: Die Fondsmanager sind so zuversichtlich mit Blick auf Chinas Wirtschaft wie zuletzt vor 15 Monaten, wie die Bofa-Banker feststellen. So rechnet in inzwischen eine Mehrheit von 52 Prozent damit, dass das Wachstum im bevölkerungsreichsten Land der Erde in drei Jahren 6,1 bis sieben Prozent erreicht. Noch im Oktober waren sie hier deutlich pessimistischer: Gerade mal ein Viertel traute den Chinesen dieses Wachstum zu, die meisten gut fünf Prozent. Und das beflügelt denn auch ihre Hoffnung auf eine wieder stärker wachsende Weltwirtschaft.

Interessant: Trotz aller Zuversicht bleiben für sie die größten Gefahren für das Weltwachstum eine Rezession in China und eine Krise der Schwellenländer, deren Wohl und Wehe als große Rohstoffexporteure direkt von China abhängt. Erst auf Platz drei nennen die Fondsmanager übrigens geopolitische Risiken, also Gefahren durch politische und militärische Konflikte. Die Umfrage endete allerdings einen Tag vor den Terroranschlägen in Paris.

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Nicht beeinflussen lassen sich die Fondsmanager zudem von der Fed. Eine starke Mehrheit von 81 Prozent der befragten Geldprofis erwartet nun die erste Leitzinserhöhung in den USA seit der Finanzkrise 2008 im Dezember. Im Oktober traute der US-Notenbank den Schritt nur eine Minderheit von gut 40 Prozent zu. Typischerweise sind steigende Zinsen Gift für Aktien, weil dann die Finanzierung für Firmen teurer wird. Denn Banken orientieren sich bei ihren Kreditzinsen an den Leitzinsen.

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