Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.01.2010

10:19 Uhr

Aktienfonds

Das große Comeback der Verlierer

VonIngo Narat

Anleger haben im vergangenen Jahr hohe Gewinne mit vergleichsweise riskanten Fonds erzielt - genau die Produkte, die im Krisenjahr zuvor starke Verluste erlitten hatten. Auch für das laufende Jahr rechnen die meisten Experten mit Zuwächsen.

Anzeigetafel mit Kursen der Börse Schanghai: Aktienfonds mit dem Anlageschwerpunkt China haben im vergangenen Jahr im Schnitt rund 60 Prozent zugelegt. dpa

Anzeigetafel mit Kursen der Börse Schanghai: Aktienfonds mit dem Anlageschwerpunkt China haben im vergangenen Jahr im Schnitt rund 60 Prozent zugelegt.

FRANKFURT. Fondsanleger fahren reiche Ernte ein: Auf den Depotauszügen für das abgelaufene Jahr stehen hohe Wertzuwächse für risikoreiche Investments wie etwa Schwellenländerfonds. "Im Krisenjahr davor waren es die Verlierer, deshalb ist das eine Art Comeback-Story", sagt Christopher Wolter, Analyst bei Feri Eurorating. Engagements in Aktien aus Emerging Markets wie China, in Rohstofftitel und Anleihen mit Kreditrisiken führen die Hitliste mit Gewinnen zwischen 50 bis 100 Prozent an.

Die Anleger vertrauen darauf, dass die Stimulierungsprogamme der Notenbanken und Regierungen das Finanzsystem weiter stabilisieren. Das Geld der Marktteilnehmer fließt bereits seit vergangenem Frühjahr in Aktien, vor allem in Schwellenländer, in Anleihen aus Emerging Markets und Firmenemissionen sowie in Rohstoffe.

In die Feri-Auswertung gehen rund 4 300 in Deutschland angebotene Fonds in- und ausländischer Anbieter ein, die 36 wichtigen Anlageschwerpunkten zugeordnet werden können. Die Rangfolge richtet sich nach der durchschnittlichen Wertveränderung aller Fonds für den jeweiligen Schwerpunkt. Zusätzlich weist die Tabelle die Veränderungen über einen Fünfjahreszeitraum sowie den ertragreichsten Fonds für das Kalenderjahr aus.

Für das laufende Jahr kristalliert sich nach Gesprächen des Handelsblatts mit Fondsverwaltern folgende Mehrheitsmeinung heraus: Die Weltwirtschaft wird sich erholen, einige Notenbanken werden ihre Leitzinsen erhöhen. Aus Kapitalmarktsicht werden Aktien Anleihen schlagen, wobei Unternehmenstitel besser abschneiden als Staatstitel. Die Fondsbilanz 2010 dürfte nach dem Ausnahmejahr 2009 geringere Zuwächse aufweisen. Nur eine Minderheit sieht aktuelle Marktrisiken, etwa durch akute Inflationsgefahren, ein Scheitern der internationalen Stimulierungsprogramme oder eine Eskalation von Kreditproblemen wie jetzt im Fall Griechenland.

In seinem Positivszenario prognostiziert Bill O'Neill, Portfoliostratege bei Merrill Lynch Wealth Management für Europa, "Aktienerträge für Euro-Anleger von bis zu 25 Prozent". Seiner Meinung nach werden die Aktien insbesondere von der höheren Wachstumsdynamik in den asiatischen Märkten profitieren. In den Emerging Markets seien "bis zu zehn Prozent mehr Ertrag gegenüber den Börsen der Industrieländer drin", sagt er.

Optimist ist auch Will Landers, der den ertragreichsten Fonds in der Jahresauswertung verwaltet. Der Blackrock-Manager hat den Wert seines Lateinamerika-Depots verdreifacht und setzt vor allem auf Brasilien. Blackrock-Anlagechef Bob Doll erwartet das stärkste Wachstum in Asien, "wieder einmal angeführt von China und Indien". Die Bewertungen seien noch relativ niedrig.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×