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08.01.2012

19:44 Uhr

Aktienfonds

Der Bankenkritiker aus der Londoner City

VonMichael Maisch

Andrew Parry betreut die europäischen Aktienfonds des einflussreichen Londoner Vermögensverwalters Hermes. Er ist zwar Teil des „Systems“, aber trotzdem ein Kritiker des „angelsächsischen Finanzkapitalismus“.

Blick auf den „Financial District“ in London. dpa

Blick auf den „Financial District“ in London.

LondonMenschen wie Andrew Parry begegnet man in der Londoner City nicht allzu häufig. Als Manager der europäischen Sourcecap Fonds des prominenten Vermögensverwalters Hermes ist Parry ohne jeden Zweifel selbst Teil jenes Systems, dem Kritiker den Stempel „angelsächsischer Finanzkapitalismus“ aufgedrückt haben. Trotzdem steht Parry diesem System ziemlich kritisch gegenüber, und das liegt nicht nur daran, dass der Waliser von Banken als Investment im Moment nur wenig hält.

„Die Volkswirtschaft sollte nicht zum Nutzen von Bankvorständen funktionieren“, meint Parry. Ginge es nach dem Fondsmanager, dann müssten die großen Geldhäuser ihre Aufgabe eigentlich so unauffällig erfüllen, dass die breite Öffentlichkeit noch nicht einmal Namen wie Josef Ackermann oder Jamie Dimon kennen sollte. Parry ist überzeugt davon, dass sich der Finanzsektor im Boom vor der Finanzkrise auf eine ungesunde Größe aufgebläht hat und jetzt dringend gesundgeschrumpft werden muss.

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Der Mann, der diese zumindest für einen Finanzmanager unkonventionellen Ansichten vertritt, betreut ein Vermögen von rund 850 Millionen Pfund. Sein Arbeitgeber Hermes zählt zu den einflussreichsten Vermögensverwaltern am Finanzplatz London. Die Fondsgesellschaft gehört dem mächtigen Pensionsfonds des britischen Telekomriesen BT, seit 1997 verwaltet Hermes aber auch Geld für andere Großinvestoren, inzwischen summiert sich das betreute Vermögen auf 21 Milliarden Pfund.

In der deutschen Öffentlichkeit ist Hermes vor allem für seinen Ableger Equity Ownership Services (Eos) bekannt, der versucht die Regeln guter und verantwortungsvoller Unternehmensführung (Corporate Governance) weltweit durchzusetzen. Eos berät mittlerweile Großinvestoren mit einem Vermögen von etwa 90 Milliarden Euro.

In Deutschland mischte sich EOS-Manager Hans-Christoph Hirt zuletzt in den Führungskampf bei der Deutschen Bank ein. Die Suche nach einem Nachfolger für Josef Ackermann ging den Corporate-Governance-Wächtern von Hermes nicht schnell genug voran. Hirt befürchtete, dass eine Fortsetzung der Hängepartie dem Unternehmen und damit den Aktionären Schaden zufügen würde, deshalb drängte Eos auf eine schnelle Lösung.

Davor hatte Hirt bereits mit massiver Kritik an der Arbeit der Aufsichtsräte von Infineon, RWE und Tui für Schlagzeilen gesorgt. Aber solche spektakulären Auftritte sind eher die Ausnahme. Normalerweise versuchen die Eos-Berater im Hintergrund zu agieren. Erst wenn der diskrete Dialog mit dem Management nicht den gewünschten Erfolg bringt, gehen die Corporate-Governance-Experten an die Öffentlichkeit.

Kommentare (2)

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Bruder-Helmut

08.01.2012, 20:15 Uhr

Die beiden Säulen der Angelsachsen in NYC wurden gesprengt am 9/11, auf den Tag 10 Jahre nachdem der Hochgrad Freimaurer und Skull & Bones Mitglied, Herrn Bush seine bewegende Rede gehalten hat.

Und damit wird auch für die Profanen klar, dass die angelsachsen das Zepter der Finanzmetrolole weiter gegeben haben.

Die Achse D--RUS--CN nimmt damit immer mehr Gestalt an

Piepmatz

08.01.2012, 22:17 Uhr

Neiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiin! Wir brauchen geile Stars und keine Banker!

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