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29.08.2011

09:58 Uhr

Aktienfonds

Die behäbigen Riesen

VonAnnika Williamson

Anleger bezahlen Gebühren und Aufschläge, damit ein Fondsmanager ihr Geld sicher durch heiße Marktphasen bringt – und das nicht zu knapp. Doch gerade die größten Aktienfonds können dieses Versprechen oft nicht einlösen.

Dick und behäbig: So präsentieren sich auch viele prominente Aktienfonds. dpa

Dick und behäbig: So präsentieren sich auch viele prominente Aktienfonds.

DüsseldorfDie Kursausschläge an den Aktienmärkten werden nach oben wie unten immer stärker. Wenn bei den Anlegern die Nerven blank liegen, ist der Aktienfonds eine beliebte Abhilfe. Doch der August war auch für diese eine Bewährungsprobe. Ihrem Konzept nach sollten sie solche Marktturbulenzen mildern. Doch die extreme Talfahrt der vergangenen Wochen hat gezeigt: Bei einem Börsencrash sind sie keine verlässliche Absicherung gegen zu große Verluste.

Von den zehn größten in Deutschland zugelassenen Aktienfonds hat die Hälfte im Monat August sogar schlechter abgeschnitten als ihr Vergleichsindex. Damit haben die Fondsmanager ihren Auftrag verfehlt. Denn gerade um besser abzuschneiden zahlen Anleger Verwaltungs- und Managementgebühren, Ausgabeaufschläge und Depotgebühren – alles Ausgaben, die nicht anfallen, wenn ein Anleger selbst mit Aktien handelt.

Obwohl sie in der Bilanz nur mäßig abschneiden, sind es gerade diese größten Fonds, die nach langer Anlagetradition eine Aura des Erfolgs und der Sicherheit umgibt. Tatsächlich ist dieser Ruf in manchen Fällen schon mehrere Jahre veraltet: „Die größten Fonds sind bei Anlegern beliebt, weil sie in der Vergangenheit besondere Erfolge vorzuweisen hatten, und weil der Name einer bekannten Fondsgesellschaft dahinter steht“, sagt Dachfonds-Manager Eckhard Sauren. „Meistens waren diese Fonds aber am erfolgreichsten, als das Volumen deutlich geringer war, vielleicht sogar unter einem anderen Fondsmanager.“

Aktienfonds: Die Krisenbilanz der Fonds-Dickschiffe

Aktienfonds

Die Krisenbilanz der Fonds-Dickschiffe

Prominente Fonds ziehen Anleger in Scharen an. Doch im Crash enttäuschen sie meist.

Die zehn Fonds-Giganten verwalten jeweils ein Vermögen von sechs Milliarden Euro und mehr. Der derzeit größte unter ihnen, der Templeton Asian Growth, hatte zum 31. Juli ein Volumen von fast 13 Milliarden Euro. Genau diese Größe macht ihnen Probleme, wenn die Märkte auf Talfahrt gehen – denn viel Masse macht behäbig.

Für große Aktienfonds dauert es auch in normalen Zeiten mehrere Wochen, eine große Position abzubauen, denn für die Masse an Anteilen finden sich auf die Schnelle keine Käufer. Wenn an der Börse Panik ausbricht, kann es noch länger dauern. Wirft ein Fondsmanager gleich einen hohen Millionenbetrag einer Aktie auf den Markt, nagt das außerdem am Preis.

Fondskauf

Hausbank

Die Mehrheit der deutschen Anleger handeln ihre Wertpapiere über ihre Hausbank. Doch gerade bei Aktienfonds, die rasch an Wert gewinnen oder verlieren können, ist der Gang zum Bankberater nicht immer optimal. Denn einerseits gilt die Alternative zu Recht als teuer. Zahlen Anleger hier beim Kauf doch meist den vollen Ausgabeaufschlag. Dafür bleibt jedoch die Rückgabe der Anteile spesenfrei. Das Problem: Die Abwicklung kann hier deutlich länger dauern als einen Handelstag. Das kann zwar gute Gründe haben. Vorsichtige bevorzugen dennoch die Abwicklung über die Börse.

Börse

Der sicherste Variante für zeitbewusste Anleger ist der Handel über die Börse. Dabei geben Anleger wie gewohnt ihre Order beim Bankberater ab, tragen aber als Handelsplatz die Börse Hamburg an. Dadurch fallen zwar Kosten an, die je nach Fonds etwas variieren können (www.fondsboerse.de). Dafür erfolgt die Abwicklung zeitnah. Beim Kauf von Papieren ist es ohnehin meist billiger, Fonds über die Börse zu kaufen. „Wenn Sie die Bank auf diese Option nicht hinweist, macht sie sich unter Umständen eines Beratungsfehlers schuldig“, sagt Johannes Fiala, Anwalt mit dem Schwerpunkt Kapitalmarktrecht aus München.

Onlinebroker

Fondskäufer, die wissen, was sie wollen, sollten Onlinebroker oder Fonds-Supermärkte ins Kalkül ziehen. Sie bieten meist nicht nur eine Auswahl unter tausenden Fonds, die in Deutschland zum Vertrieb zugelassen sind. Oft können sie hier auch problemlos auf Sparpläne auf Wunschfonds abschließen, die sie via Hausbank nicht bekommen. Die Anbieter handeln die Fondsanteile dabei über dieselben Plattformen wie die Profis. Manche der Anbieter garantieren zudem eine taggleiche Abwicklung der Aufträge, sofern die Order vor zwölf Uhr eintrifft.

Absichern

Wie bei Aktien können Fondsanleger bei manchen Anbietern zudem Limits setzen. Das bedeutet, sie beauftragen den Händler etwa mit einem Stopp-Loss den Fondsanteil zu verkaufen, sobald der Fondspreis unter eine gewisse Grenze fällt. Diese Order kostet wird dann bei steigenden Kursen nicht ausgeführt. Einige Online-Broker ziehen diese Grenze auf Wunsch bei steigenden Kursen kostenlos nach.

Kommentare (2)

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Mathias

29.08.2011, 10:51 Uhr

Bitte schreiben Sie im Artikel hin, dass der Index günstig über ETFs gehandelt werden kann, damit auch der nicht versierte Leser das dann auch weiß. ETFs Grundlagen kann man unter http://www.1x1-boerse.de/etfs.html nachlesen.

insider

29.08.2011, 10:59 Uhr

hahahaha,wer weiss das nicht.Einen letzten Fonds habe ich noch,CS "GROWTH", mit 2,5% Bundesanleihen drin,super.Aktien wie Total,Telefonica die ich nicht schon selber besitze.
6-7 Kostenpositionen im HJ Bericht,für was?selbst "Druckkosten",wie lächerlich.irgendwann bezahle ich noch den Strom für den Aufzug mit,mache ich sowieso,aber es wird dann wohl gesondert ausgewiesen.Die Profis des "Fondak","Top Dividende" etc.haben alle diesen Knick(oder habe ich den in der Optik?) im August,trotz zahlreicher analysten etc.

Fondsmanager können und machen gar nichts.Unternehmen begutachten,herumreisen um makroökonomische zusammenhänge vor ort "kennenzulernen",lächerlich.Das einzige was kennengelernt wird sind "andere Länder,andere Txxxx".Stichwort:Carmignac.dessen Fonds steigt im August

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