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08.07.2012

16:00 Uhr

Aktienfonds

Groß, begehrt, erfolglos

VonAnke Rezmer

Die Bilanz vieler bekannter Fondsflaggschiffe ist verheerend. Anleger müssen für Fehler des Managments bezahlen. Welche ehemaligen Anlagegurus Federn lassen müssen - und welche Fonds kein guter Kauf waren.

Das Gebäude der Deka-Bank in Frankfurt. Schon lange zeigt sich auch der Sparplan-Fonds „Ari Deka“ schwach. dpa

Das Gebäude der Deka-Bank in Frankfurt. Schon lange zeigt sich auch der Sparplan-Fonds „Ari Deka“ schwach.

FrankfurtNun soll es Matthew Siddle richten. Der Brite hat Anfang der Woche den schwächelnden Vorzeigefonds des US-Fondsanbieters Fidelity, den „European Growth Fund", übernommen. Der einst knapp 25 Milliarden Euro schwere Aktienfonds, den der renommierte Fidelity-Manager Anthony Bolton in den 90er-Jahren bekanntgemacht hatte, überzeugt seit Jahren nicht mehr mit seiner Rendite. Dem Fonds sind noch 6,5 Milliarden Euro geblieben - mit Siddle steht jetzt der vierte Fondsmanager in zehn Jahren am Ruder.

Für den Ruf des Hauses in Deutschland ist der Erfolg des Fonds extrem wichtig: Zu einem Großteil stammt das Kapital von hiesigen Privatanlegern, die Fidelity auch über Sparpläne und fondsgebundene Versicherungen stetig Geld anvertrauen. Wie Fidelity mit seinem Zugpferd geht es auch namhaften Konkurrenten. Bei der Nummer zwei für Publikumsfonds, der DWS, läuft es ebenfalls nicht rund bei einem ihrer Kernprodukte, dem weltweit anlegenden Aktienfonds „DWS Vermögensbildung I“.

Größe allein reicht nicht: Diese Star-Fondsmanager stehen in der Kritik

Größe allein reicht nicht

Diese Star-Fondsmanager stehen in der Kritik

Fidelity bringt innerhalb von zehn Jahren schon den vierten Fondsmanager. Klaus Kaldemorgen von der DWS fällt weit hinter die Benchmark zurück. Welche Fonds-Flagschiffe und Star-Verwalter Anleger Rendite kosteten.

Gemanagt wird der Fonds vom bekanntesten Gesicht des Hauses, Klaus Kaldemorgen. Bei einem weiteren etablierten ausländischen Fondshaus, Franklin Templeton, schwächelt dessen wichtigstes Produkt, der weltweit anlegende Aktienfonds „Templeton Growth“. Seit gut einem Jahr managt der Kanadier Norman Boersma den Fonds. Schon lange schwach zeigt sich auch ein bekannter Sparplan-Fonds der Sparkassenfondsgesellschaft Deka, der „Ari Deka“. Seit gut einem Jahr bemüht sich Arvid Rickmers um den europäischen Aktienfonds.

Größe und Namen allein garantieren also nicht den Erfolg, lautet die Lehre für Anleger. Gründe für die mauen Erträge dieser großen, bekannten Fonds erkennen Experten mehrere: „Es gibt Fonds mit strukturellen Problemen“, sagt Natalia Wolfstetter, Leiterin Fondsresearch bei Morningstar.

Fondsbilanz: Leere Versprechen, hohe Verluste

Fondsbilanz

Leere Versprechen, hohe Verluste

Die Anleger können es kaum glauben: Fonds, die als konservativ und sicher beworben wurden, sind völlig abgeschmiert. Manche Produkte haben fast 70 Prozent verloren. Eine desaströse Bilanz.

„Andererseits liegen Fondsmanager falsch mit ihrer Auswahl.“ Beim Ex-Fondsmanager des „European Growth“ Alexander Scurlock etwa sieht sie einen zu einseitigen Fokus auf die Einzeltitelauswahl. Dass aber Makrotrends und die Politik die Märkte seit Ausbruch der Krise bestimmten, hätte ihn mitunter kalt erwischt.

Kommentare (10)

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bjarki

08.07.2012, 16:28 Uhr

Danke für diesen Artikel, der die Herren Manager ins rechte Licht rückt. Es ist unglaublich, welch hohe Verlust eingefahren wurden und werden. Was Carmignac betrifft: Der steht dann eben nächstes Jahr am Pranger mit seinen Entscheidungen. Die Börse ist das Roulette der Juppis. Es werden Einschätzungen von Leuten abgedruckt, die schlicht keine Ahnung haben. Von der Uni an die Börse, Daytrader sein, nichts arbeiten, " Fundamentaldaten" ver!kennen und so ein allgemeines Spielcasino zu betreiben. Die Juppis könnten genausogut mit Laptop und Nadelstreifenanzug im geleasten Porsche in Monte Carlo vorfahren. Doch dann wären sie verpönte Spieler und keine " Aktionäre, Daytrader, und Analysten" vom Parkett. Die Angaben in den Hochglanzprospekten der Fonds --- sie bewegen sich sehr häufig Rande des Betrugs.
eine Frage der Zeit, bis Gerichte die gängige Werbepraxis eindämmen.

fondsberater

08.07.2012, 17:13 Uhr

Manchem Fondsmanagement/Fonds würde es gut tun einen begnadeten day trader an Bord zu haben. Aktienfonds jeglicher Ausrichtung sind eh von vorgestern.

Insider

08.07.2012, 17:34 Uhr

Nieten in Nadelstreifen! Es ist wie bei den Versicherungen: die meiste Werbung machen die schlechten Gesellschaften(Markführer Allianz mal außen vorgelassen). Gerade die Deka mit ihren zumeist schwachen bis sehr schwachen Fonds taucht permanent im Fernsehen, Internet, Presse auf. Mit einer Werbung, deren Dümmlichkeit allenfalls noch von der Unfähigkeit der Deka-Fondsmanager übertroffen wird. Bei Deka ist es die Vertriebspower, sonst wären die längst am Ende. Aber der normale "Spasskassenkunde" hat es auch nicht besser verdient, denn der hat i. d. R. noch weniger Ahnung von Kapitalmärkten als sein Spasskassenverkäufer, weil er sich nicht informiert oder sich einen unabhängigen Berater mit Investmentexpertise sucht. Bei DWS und Fidelity kommt zur Unfähigkeit auch noch eine maßlose Arroganz hinzu, was die desaströsen Ergebnisse noch schlimmer macht. Aber auch beim Carmignac Investissement ist nicht alles sauber: seit dem ich diesen Fonds verfolge, habe ich dort noch keine deutsche Aktie im Europaportfolio entdeckt. Mit professionellem Fondsmangement hat das nun wirklich nichts mehr zu tun. Der DAX hat sich in den letzten gut 3 Jahren klar besser entwickelt als alle anderen größeren Börsen in Europa. Der alte Herr scheint ein Problem mit Deutschland zu haben. Auf Nachfrage reagiert man verschnupft und verweigert jede Aussage dazu. Die sitzen auf einem ganz hohen Ross! Beim Flagschiff Carm. Patrimoine gibt es in den letzten 2 Jahren auch Licht und Schatten, nur die Langfristperformance ist hier ohne Tadel. Lagen die Fondsmanger gerade in Abschwungphasen (vgl. August 2011)geradezu hellseherisch richtig, verpennen sie regelmäßig die später einsetzenden Erhohlungsphasen und bleiben viel zulange abgesichert. Und Schwupps ist der Performancevorsprung wieder weg. Wie es besser geht, zeigt der Fonds mit der WKN A0M430, den die meisten Bankkunden natürlich nicht angeboten bekommen.

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