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05.04.2006

14:24 Uhr

Aktienfonds

Lateinamerika liegt auf Wachstumskurs

VonDaniela Hoepfner (Der Fonds)

Als sich 2002 in Brasilien ein Wahlsieg des Arbeiterführers Lula da Silva abzeichnete, geriet die Börse in Sao Paulo massiv unter Druck. In den Abwärtssog geriet auch der WestAM Compass Latin America von WestLB Asset Management, der zwischenzeitlich 24 Prozent an Wert verlor - das größte Minus seit der Auflage im Dezember 1998. Aktuell steht der Fonds mit einem Zuwachs von 89,47 Prozent in den vergangenen zwölf Monaten auf Rang eins in seiner Vergleichsgruppe (siehe Tabelle am Ende des Artikels).

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HAMBURG. Dieses Jahr wird im fünftgrößten Land der Erde wieder gewählt, doch WestAM-Manager Bill Rudman hat diesmal keine Angst vor roten Zahlen: "Brasiliens Wirtschaftsdaten stimmen, das Land ist auf Wachstumskurs. Und Lula da Silva will wie jeder seiner Herausforderer, dass es so bleibt." Das südamerikanische Land stellt mit 57,8 Prozent den Löwenanteil des West-AM-Fonds. Das ist eine Übergewichtung gegenüber dem Index von 2,2 Prozentpunkten. "Die Bewertungen sind gut, dazu kommen fallende Zinsen und jede Menge interessanter Unternehmen. Auch 2006 gehört Brasilien daher zu unseren Favoriten", so Rudman.

Etwas verhaltener blickt er auf Mexiko, mit 27,2 Prozent die zweitgrößte Position im Portfolio. "Mexiko wählt im Juli, und wir erwarten auch hier keine dramatischen Reaktionen an der Börse. Doch ein leichter Linksruck könnte die Kapitalkosten erhöhen", sagt Rudman. Er setzt daher auf defensive Titel wie Wohnungsbau und Bier.

Chris Palmer, Manager des Gartmore Latin America, gewinnt den Wahlen in Südamerika sogar etwas Gutes ab. Für ihn sind es Meilensteine auf dem Weg zur Demokratie. "Kreditaufnahmen, Eröffnungen von Bankkonten und Zugang zu Kapital kurbeln die Wirtschaft an und sind nur in einer Demokratie möglich", sagt Palmer. Angst vor negativen Reaktionen auf die Wahlen hat auch er nicht. Denn in beiden Ländern seien die Börsen bereits 2005 durch politische Krisen getestet worden und hätten sich unbeeindruckt gezeigt.

Auch bei Gartmore stecken rund 85 Prozent des Portfolios in den beiden Ländern, wobei ebenso Brasilien über- und Mexiko untergewichtet ist. Der auf Rang drei liegende Fonds gehört auch auf Sicht von drei Jahren zu den Spitzenreitern - obwohl er offiziell erst im Oktober 2004 aufgelegt wurde. Hintergrund: Der in Luxemburg beheimatete Gartmore Latin American ist der Klon eines älteren, ursprünglich in Jersey aufgelegten Fonds.

Völlig losgelöst von den Wahlen müssen sich Anleger in Lateinamerika nach drei Super-Jahren künftig wohl mit etwas niedrigeren Renditen zufrieden geben, lautet übereinstimmend die Meinung von Rudman und Palmer. Der Gartmore-Manager: "Ein Plus von 15 bis 20 Prozent ist aber auch in den kommenden zwölf Monaten drin."

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