Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

27.02.2014

14:58 Uhr

Allianz-Chef

Pimco soll keine „One-Man-Show“ mehr sein

Pimco hat für seinen Gründer Bill Gross ganze sechs Stellvertreter ernennt. Allianz-Chef Diekmann will diese „One-Man-Show“ nun zurechtstutzen. Der Abgang von Vorstandschef El-Erian soll der erste Schritt sein.

Pimco-Zentrale in Newport Beach: US-Kleinanleger zogen 2013 viel Kapital ab. Reuters

Pimco-Zentrale in Newport Beach: US-Kleinanleger zogen 2013 viel Kapital ab.

MünchenDie Allianz will die Abhängigkeit ihres US-Vermögensverwalters Pimco von dessen Gründer Bill Gross und seinem riesigen Anleihefonds reduzieren. Man müsse sich fragen: „Ist es eine One-Man-Show Bill Gross oder mehr?“, sagte Allianz-Chef Michael Diekmann am Donnerstag in München. Pimco habe mit der Ernennung von sechs Stellvertretern für den 69 Jahre alten Chief Investment Officer eine Antwort darauf gegeben. Die Umstrukturierung in der Führung nach dem abrupten Abschied von Pimco-Vorstandschef Mohamed El-Erian im Januar sei als Schritt zur Verbreiterung der Entscheidungs-Basis für Pimco zu sehen.

Diekmann hatte moniert, dass der Ausbau des Geschäfts mit Aktienfonds zu langsam gehe. Pimco ist traditionell vor allem für seine Anleihefonds bekannt, Gross managt mit dem lange erfolgsverwöhnten Total Return Fund den weltweit größten Fixed-Income-Fonds überhaupt. Dieser leidet aber unter massiven Mittelabflüssen.

So legen die Deutschen ihr Geld an

Top 7

Sicherheitsdenken dominiert sehr stark auch die Anlagestrategien männlicher Finanzanleger. 86 Prozent der befragten Männer können sich nicht vorstellen, bei Anlagen für eine höhere Rendite ein höheres Risiko in Kauf zu nehmen. Frauen sind aber offenbar noch sicherheitsorientierter: 96 Prozent von ihnen wollen bei der Geldanlage möglichst kein Risiko eingehen.

Top 6

Trotz des derzeit allgemein niedrigen Zinsniveaus können sich nur neun Prozent der Anleger vorstellen, bei künftigen Finanzanlagen mit einer höheren Risikobereitschaft gegebenenfalls eine höhere Rendite zu erzielen. Mit 91 Prozent legt die Mehrheit der deutschen Sparer einen großen Wert auf Sicherheit.

Top 5

Neben Festgeld und Tagesgeld würden die Verbraucher 2013 auch stärker in Immobilien, Gold und andere Edelmetalle investieren, wenn sie einen größeren Geldbetrag dafür zur Verfügung hätten. Den größten Zuwachs im Vergleich zu 2012 erleben Immobilien. 46 Prozent aller deutschen Anleger würden sich ein Haus oder eine Wohnung anschaffen. Auch die Krisenwährung Gold ist 2013 deutlich beliebter. Knapp 30 Prozent der deutschen Anleger würden sich größere Goldbestände zulegen.

Top 4

Während Frauen tendenziell stärker in Festgeld sowie Tagesgeld investiert sind, meiden sie Aktienanlagen noch in stärkerem Maße als Männer. Bei Fonds sind hingegen nur geringfügige, bei Immobilien, Gold und anderen Edelmetallen sogar überhaupt keine Unterschiede im Anlageverhalten von Männern und Frauen feststellbar.

Top 3

Im Jahr 2012 waren bei den deutschen Anlegern Festgeld und Tagesgeld die beliebtesten Anlageprodukte. Obwohl der Dax in diesem Jahr um rund 30 Prozent zulegte, rangieren börsennotierte Finanzprodukte erst deutlich danach. Gerade einmal jeder fünfte Deutsche investierte sein Geld in Aktien. Darauf folgten Immobilien mit knapp 17 Prozent. Das in der Krise besonders beliebte Anlageobjekt Gold lag mit gerade einmal neun Prozent ebenfalls auf den hinteren Plätzen.

Top 2

Trotz eines weiteren Euro-Krisenjahrs stieg der Dax 2012 auf ein neues Allzeithoch. Knapp die Hälfte (48 Prozent) der deutschen Anleger zeigte sich trotz der guten Kursentwicklung mit der Werteentwicklung ihrer Finanzanlage unzufrieden.

Top 1

Der Anteil der Deutschen, die 2012 einen nennenswerten Geldbetrag angelegt haben, steigt mit zunehmenden Alter erkennbar an. Mit knapp 65 Prozent stellen Deutsche ab 60 Jahren die größte Gruppe der Privatanleger.

Vor allem US-Kleinanleger zogen im vergangenen Jahr 61 Milliarden Euro aus den traditionellen Pimco-Fonds ab. 41 Milliarden Euro Zuflüsse in "nicht-traditionelle" Produkte konnten das nicht wettmachen. Allein im vierten Quartal verlor Pimco fast 36 Milliarden Euro. "Man darf sich nicht zu oft leisten, dass man da in der Performance nicht mithalten kann", sagte Diekmann. Gross hatte vor allem auf US-Staatsanleihen gesetzt und sich damit verspekuliert. Denn die Papiere gaben nach, weil Investoren auf eine Verringerung der milliardenschweren Anleihe-Käufe durch die US-Notenbank Fed setzten.

"Die Tapering-Diskussion und das tatsächliche Handeln der Fed werden es im ersten Halbjahr nicht einfach machen für den Total Return Fund", sagte der Allianz-Chef. Für 2014 hat der Münchener Versicherer nur noch einen operativen Gewinn von 2,5 bis 2,9 Milliarden Euro aus der Vermögensverwaltung eingeplant, zu dem neben Pimco auch die deutlich kleinere deutsche Allianz Global Investors gehört. 2013 waren es noch 3,2 Milliarden Euro.

Diekmann wies den Vorwurf zurück, der Münchener habe Pimco zu sehr an der langen Leine geführt. Der Konzern rede den Fonds-Managern nicht in ihre Anlagepolitik hinein. "Aber wir sind sehr aktiv in Fragen der Corporate Governance im Asset Management", betonte er. El-Erian fungiert künftig als "Chief Economic Advisor" für die Allianz. Dafür werde er etwa die Hälfte seiner Zeit aufwenden, sagte Diekmann.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×