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26.06.2012

15:21 Uhr

Allianz-Vermögensverwalter

AGI dampft das Fonds-Angebot ein

Der Vermögensverwalter der Allianz will seine verschiedenen Firmen zu einer Gesellschaft verschmelzen. Im selben Zuge soll auch die Produktpalette der Fonds deutlich schrumpfen. So sollen Kosten reduziert werden.

Der Sitz von AGI (Allianz Global Investors). Pressebild

Der Sitz von AGI (Allianz Global Investors).

FrankfurtDie Allianz -Vermögensverwaltungssparte AGI tritt im Kampf um Anleger auf die Kostenbremse und will ihr Angebot an Fonds weiter reduzieren. Die verschiedenen AGI-Firmen in Europa sollten bis Ende 2013 oder Anfang 2014 zu einer Gesellschaft verschmolzen werden, kündigte AGI-Europa-Chef James Dilworth am Dienstag in Frankfurt an. Dabei solle unter anderem die Produktpalette bereinigt und die IT-Infrastruktur vereinheitlicht werden. "Wir werden Kosten reduzieren", sagte Dilworth. Dabei werde es auch einen Personalabbau geben.

Konkrete Einsparziele wollte Dilworth nicht nennen. Er verwies lediglich darauf, dass es in den einzelnen Ländern Gespräche mit den Betriebsräten gebe. AGI muss sich neu positionieren, da die deutlich größere Allianz-Anleihentochter Pimco Ende 2011 aus der alten AGI ausgegliedert wurde. Künftig soll die erfolgreiche US-Tochter, die seit 2000 zur Allianz gehört, auch in neue Bereiche wie Aktien und Immobilien vorstoßen und damit verstärkt als Konkurrent von AGI auftreten.

Von der Muttergesellschaft Allianz gebe es keine Vorgabe, das beide Gesellschaften auf verschiedene Anlageklassen setzen müssen, betonten Dilworth und AGI-Deutschland-Chef Tobias Pross. "Wir haben eine eigentständige Produkt-Palette. Es ist nicht unsere Aufgabe zu schauen, was macht Pimco", sagte Pross. Wenn ein Kunde nach einem Fonds frage, den AGI nicht anbietet, werde man ihn an Pimco vermitteln, sagte Dilworth. "Es gibt aber keine aktive Zusammenarbeit mehr."

Das Angebot an Fonds will Dilworth in den kommenden Jahren deutlich reduzieren und verstärkt Produkte für sicherheitsorientierte Anleger anbieten. "Die Finanzkrise hat auch zu einer Vertrauenskrise geführt. Die Anleger sind nicht mehr Investoren, sondern Sparer." Fondsgesellschaften haben in den vergangenen Jahren erhebliche Mittelabflüsse erlitten, weil viele Kunden angesichts der Finanz- und Staatschuldenkrise das Vertrauen an die Kapitalmärkte verloren haben.

Im ersten Quartal habe AGI in Europa netto einen Zufluss von 1,2 Milliarden Euro in seine Renten-, Aktien und Mischfonds gesehen, sagte Dilworth. Im April und Mai habe es angesichts der Zuspitzung der Staatsschuldenkrise allerdings Mittelabflüsse gegeben. Im Juni habe sich die Lage wieder gebessert, sagte Dilworth. Per Saldo habe AGI seit Jahresbeginn mehr Mittel eingesammelt, als abgezogen wurden.

Von

rtr

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