Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

26.01.2005

09:51 Uhr

Analysten erwarten Auflösung von CS-WV-Fonds

Gerüchte um Aus für Immobilienfonds

Vor einem Jahr stellte Credit Suisse Asset Management (CSAM) die Ausgabe von Anteilsscheinen für den CS-WV-Immobilienfonds ein. Nun sind Gerüchte über die Auflösung des offenen Immobilienfonds aufgekommen. „Eine vollständige Auflösung des Fonds ist angedacht“, schreibt Analyst Stefan Loipfinger im „Fondstelegramm“.

rrl DÜSSELDORF. „Zurzeit gibt es keine Pläne, den Fonds aufzulösen“, widerspricht Dirk Meiwirth, der bei CSAM für Immobilienprodukte zuständig ist. Allerdings will Meiwirth die Auflösung auch nicht für alle Zeit ausschließen. Würde der Fonds vom Markt genommen, wäre dies ein Novum in der 50 Jahre währenden Geschichte der offenen Immobilienfonds. Eine solche Auflösung wäre nur in Absprache mit der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) möglich.

Das „WV“ im Namen des im Jahr 1994 aufgelegten Fonds steht für Württembergische Versicherung. Die Versicherungsvertreter der WV sollten den Fonds verkaufen, die CSAM ihn managen. Der Vertrieb war aber offensichtlich wenig erfolgreich. Selbst in den Boomjahren der Fondsbranche nahm das Fondsvermögen ab. Heute gehört der Fonds formal noch zu den Publikumsfonds, weil auch Privatanleger Anteile besitzen. Doch der Finanzdienstleistungskonzern Wüstenrot & Württembergische AG (W & W), in dem die WV aufgegangen ist, dominiert den Fonds längst. Die Gruppe sei „nahezu Volleigentümer“ heißt es bei der CSAM. W & W äußerte sich auf Anfrage nicht zu der Zukunft des Fonds. Die CSAM will für diesen ein neues Konzept erarbeiten

Zum Geschäftsjahresende am 30. September 2004 verfügte der Fonds über rund 139 Mill. Euro Vermögen, wovon rund 121 Mill. Euro in Immobilien angelegt waren. Loipfinger fordert die Privatanleger auf, „sich eiligst aus diesem Fonds zurückzuziehen“. Dessen inländischer Immobilienbestand sei überaltert und überbewertet, Sanierungen seien versäumt worden und der Leerstand werde steigen. Der Rechenschaftsbericht per Ende September nennt rund 18 Prozent Leerstand. Bis Ende 2006 läuft ein Drittel der Mietverträge – gerechnet auf Basis der Sollmieterträge – aus.

Mit einer Einjahresrendite von einem Prozent zählt der CSAM-WV zu den drei schwächsten Produkten dieses Fonds-Segments. Die CSAM sieht sich für weitere Anteilsrückgaben der Privatanlager gerüstet: Seit Ende September sei eine Immobilie verkauft worden, und die liquiden Mittel reichten aus, um alle Privatanleger nach Anteilsrückgaben auszuzahlen, heißt es.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×