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19.09.2012

07:42 Uhr

Anlagestratege von JP Morgan

„Aktien sind noch immer attraktiv bewertet“

VonJessica Schwarzer

Dax und Dow Jones sind auf dem Vormarsch, die Notenbanken fluten die Märkte mit Geld. Doch von Blase keine Spur, meint Christian Preussner von JP Morgan Asset Management. Welche Aktien jetzt einen Blick wert sind.

Händler an der Wall Street: Dow Jones, Dax und Euro Stoxx 50 haben in den vergangenen Wochen kräftig zugelegt. AFP

Händler an der Wall Street: Dow Jones, Dax und Euro Stoxx 50 haben in den vergangenen Wochen kräftig zugelegt.

Die US-Notenbank flutet die Märkte weiter mit Geld. Droht die nächste Blase?
Das Entstehen einer Blase an den Aktienmärkten kann man leicht anhand der Bewertungen nachvollziehen. Unternehmen in den USA erwirtschaften sehr hohe Erträge und haben große Kassepositionen. Die Bewertung liegt hingegen deutlich unterhalb des langfristigen Durchschnitts. Gleichzeitig sind die Produktionskapazitäten nicht voll ausgelastet.

Ungeachtet aller Kritik feiern die Börsen die Notenbanken. Sind die Turbulenzen ausgestanden?

Das Marktumfeld bleibt schwierig. Es fehlt an Überzeugung, dass die Entspannung nachhaltig ist. Die Risikobereitschaft der Anleger ist derzeit noch unterdurchschnittlich, die Nervosität bleibt groß und führt zu Volatilität an den Aktienmärkten.

Christian Preussner ist Anlagestratege von JP Morgan Asset Management.

Christian Preussner ist Anlagestratege von JP Morgan Asset Management.

Kein Wunder, schließlich ist das Aktienjahr 2012 bisher ziemlich turbulent verlaufen, Anleger brauchen starke Nerven…

Stimmt, aber die Lage an den Börsen ist sehr viel besser, als sie sich anfühlt. Wir sehen einen sehr, sehr positiven Aktienmarkt, trotz eines relativ schwachen volkswirtschaftlichen Umfelds. Der S&P 500 beispielsweise hat seit Jahresbeginn in Euro knapp 17 Prozent zugelegt. Der Dax liegt mit fast 15 Prozent im Plus, der MSCI World mit 13 Prozent. Selbst die Schwellenländer, die sich in diesem Jahr am schwächsten entwickelt haben, kommen noch auf ein zweistelliges Plus. 

Trotzdem sind viele Anleger noch immer verunsichert.

Der Vertrauensschwund durch die Schuldenkrise ist in der Tat enorm. Das können Sie vor allem an den  Staatsanleihen der Südländer ablesen.  Auch wenn sich die Lage etwas entspannt hat, sind die Renditen im Vergleich zu Bundesanleihen noch immer hoch. Die Fed- und EZB-Maßnahmen haben zwar für Entspannung an den Märkten gesorgt, aber das Grundproblem noch nicht gelöst. Die Schuldenproblematik wird uns noch länger beschäftigen.

Was aus 1.000 Euro in zehn Jahren wurde

Deutscher Aktienindex (Dax)

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren: +88,8 Prozent (ohne Dividenden)

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.888 Euro

Dow Jones

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +52,7 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.527 Euro

EuroStoxx 50

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +31,3 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.313 Euro

Nikkei

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +10,1 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1101 Euro

Chinesische Aktien (Shanghai B-Index)

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +10,3 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.103 Euro

MSCI Emerging Markets

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +228 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 3.285 Euro

Gold

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +314 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 4.142 Euro

Silber

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +428 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 5.275 Euro

Öl

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +221 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 3.205 Euro

Weizen

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +92 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.916 Euro

Kaffee

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +151 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 2.509 Euro

Staatsanleihen (Rexp)

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +67 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.666 Euro

Unternehmensanleihen (Citigroup World BIG Corporate Index)

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +56 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.559 Euro

Sparbuch

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.095,90 Euro*

*bei einem durchschnittlichen jährlichen Zinssatz von 0,92 Prozent (Spareckzins)

Tagesgeld

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.209 Euro*

*bei einem durchschnittlichen jährlichen Zinssatz von 1,92 Prozent

Festgeld

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.266 Euro*

*bei einem durchschnittlichen jährlichen Zinssatz von 2,39 Prozent

Also Finger weg von Aktien?

Im Gegenteil. Aktien sind attraktiv bewertet, der Einstiegzeitpunkt ist günstig. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis des MSCI World beispielsweise liegt mit gut zehn deutlich unter dem langfristigen Durchschnitt von 16,4. Wir haben Aktien gegenüber Anleihen gerade erst wieder übergewichtet.

Kommentare (9)

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11880

19.09.2012, 08:55 Uhr

+++ Beitrag von der Redaktion gelöscht +++

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Account gelöscht!

19.09.2012, 09:06 Uhr

Solange solche Kommentare kommen, geht die Rally am Aktienmarkt weiter. Tut mir leid, dass Sie nicht investiert sind.

gerbu

19.09.2012, 09:07 Uhr

Die fundierten Beiträge sind immer wieder interessant

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