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18.12.2012

13:00 Uhr

Anlagestrategie

Vermögensverwalter haben ein neues Lieblingsprodukt

Die Zinsen im Keller, der Aktienmarkt unberechenbar. Auf der Suche nach attraktiven Renditen haben die großen Vermögensverwalter eine Alternative für sich entdeckt. Und die EU-Kommission hat dabei geholfen.

Ein Carlyle-Listing in New York. Reuters

Ein Carlyle-Listing in New York.

BrüsselVermögensverwalter von Carlyle über KKR bis hin zu Blackrock stellen Fonds für Infrastrukturinvestments in Europa auf die Beine. Sie wollen von dem geplanten 460 Mrd. Euro schweren Infrastrukturprogramm profitieren, mit dem die EU-Politiker der Region aus der Rezession heraushelfen wollen.

Mit dem Geld aus dem mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) sollen in den Jahren 2014 bis 2020 Straßen, Brücken und Tunnel gebaut werden. Die Verhandlungen über den MFR werden voraussichtlich Anfang 2013 abgeschlossen. Das Programm umfasst auch 41 Mrd. Euro für den Ausbau der Transport-, Energie- und digitalen Netze - eine Aufstockung gegenüber den 13 Mrd. Euro, die von 2007 bis 2013 für solche Maßnahmen vorgesehen sind.

Carlyle, die zweitgrößte Private-Equity-Gesellschaft, hat im November 1,38 Mrd. Dollar für Energieprojekte eingeworben. KKR sammelte im Juni mehr als eine Milliarde Dollar für ihren ersten Infrastrukturfonds ein. BlackRock Inc., der weltgrößte Fondsmanager mit einem Anlagevolumen von 3,67 Billionen Dollar, heuerte im November ein Team von Blackstone an und will mit seiner ersten europäische Anlageberatung für die Branche an den Start gehen.

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Zu Zeiten rekordniedriger Zinsen und einer reduzierten Finanzierung durch Banken bieten solche Projekte den Anleiheinvestoren höhere Erträge. “Investoren beginnen, Kredite für Infrastruktur als eine etablierte Anlageklasse zu sehen und bringen sich in Position, um attraktive Erträge mitzunehmen”, sagt Philippe Benaroya, Managing Director bei Blackrock in London. “Sie werden nicht den Platz der Banken einnehmen, aber der Rückzug der Kreditinstitute schafft Gelegenheiten für die Fondsmanager”, fügt er an. Die Banken bereiten sich auf höhere Eigenkapitalanforderungen vor und haben teilweise die Kreditvergabe zurückgefahren.

Die Bankkredite für Infrastrukturprojekte in Europa, dem Nahen Osten und Afrika sind dieses Jahr auf 38 Mrd. Dollar gesunken, nach 82 Mrd. Dollar 2011 und 156 Mrd. Dollar im Jahr 2007. Das zeigen Zahlen des “Infrastructure Journal”. Weltweit sind die entsprechenden Bankkredite auf 111 Mrd. Dollar zurückgegangen, nach 205 Mrd. Dollar 2011 und 264 Mrd. Dollar 2007.

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