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28.10.2013

13:03 Uhr

Anlagestrategie

Weltgrößter Staatsfonds meidet Aktien

Norwegens Staatsfonds, der größte der Welt und zugleich Europas größter Aktieninvestor, erwartet eine Korrektur an den Aktienmäkten. Statt weiter Aktien zuzukaufen, verfolgt der Fonds jetzt eine neue Strategie.

Norwegens Staatsfonds sieht das Ende der Aktien-Hausse nahen. dpa

Norwegens Staatsfonds sieht das Ende der Aktien-Hausse nahen.

OsloNorwegens Staatsfonds hat gewarnt, dass sich die Gewinne am Aktienmarkt umkehren könnten. Der größte Staatsfonds der Welt, zugleich Europas größter Aktien-Investor, erklärte, er werde neue Zuflüsse nicht für den Kauf weiterer Aktien verwenden. „Unser Anteil am Aktienmarkt ist stabil geblieben, obwohl die Märkte gestiegen sind. Das bedeutet, dass wir Zuflüsse nicht für Aktienkäufe nutzen”, sagte Yngve Slyngstad, CEO von Norges Bank Investment Management. Der Fonds bereite sich auf eine “Korrektur” der Aktienkurse vor.

Die Warnung folgt auf einen Anstieg der Aktienbewertung, die das Aktienportfolio des Fonds im letzten Quartal um 7,6 Prozent hat steigen lassen. Der 810 Milliarden Dollar (rund 586 Milliarden Euro) schwere Government Pension Fund Global, so der offizielle Name, meldete vor kurzem für das dritte Quartal fünf Prozent Ertrag, was einem Gewinn von 228 Milliarden Kronen (rund 28 Milliarden Euro) entspricht. Anleihe-Investments stiegen um 0,3 Prozent, Immobilienbeteiligungen um 4,1 Prozent.

Was seit der Lehman-Pleite aus 100.000 Euro wurde

US-Dollar

93.951 Euro

Sparbuch

103.100 Euro

Tagesgeld

107.600 Euro

Zehnjährige US-Staatsanleihe

125.607 Euro

Bondindex Rex

128.958 Euro

Rohöl (Brent)

130.859 Euro

Zehnjährige Bundesanleihe

131.206 Euro

Dax

142.031 Euro

Nikkei-225

147.685 Euro

Dow Jones

173.651 Euro

Gold

180.185 Euro

FTSE China

181.333 Euro

MDax

193.279 Euro

Silber

214.136 Euro

Quelle

Thomson Reuters, FMH; Startdatum: 15. September 2008; in Euro gerechnet. Enddatum: 15. September 2013

Der Fonds hat keine unmittelbaren Pensionsverpflichtungen und nutzt seine langfristige Orientierung, um Anlagen zu kaufen, wenn andere verkaufen müssen. Nach einem Rekordverlust von 78 Milliarden Euro nach der Lehman-Pleite 2008 und den folgenden weltweiten Marktverwerfungen hob der Fonds seine Aktienanlagen Anfang 2009 auf rund 17 Milliarden Euro an. In der zweiten Hälfte 2011 kaufte er Aktien für mehr als 18,5 Milliarden Euro.

„Im Allgemeinen betrachten wir Marktkorrekturen eher als Chance denn als Bedrohung, daher ist das nichts, was uns beunruhigt”, so Slyngstad. „Wenn sie kommen, dann ist das für uns als Investor nur ein positives Zeichen.“

Kommentare (12)

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Account gelöscht!

28.10.2013, 13:46 Uhr

Die Manager des Fonds sind nicht zu beneiden. Zwischen 500 Milliarden, die durch Arbeit und versteuerte Erträge eines ganzen Volkes entstanden sind und 500 Milliarden, die ich mir am Computer als Giralgeld bei einer Geschäftsbank in Form eines Kredites ausstellen lassen liegen....1% Zinsdifferenz?

Also wozu den Kredit aufnehmen. Bei dem Geld das bereits da ist, habe ich die Wahl nicht. Ich muss es einem Risiko unterwerfen, nur damit es nicht weniger wird bzw. seine Kaufkraft verliert

WFriedrich

28.10.2013, 14:07 Uhr

Zweifellos muss jeder potentielle Investor die Signale beachten, die der norwegische Staatsfonds aussendet. Einiges spricht für eine Überbewertung - insbesondere die von Markus Bachmann in einem anderen HB-Beitrag erläuterten differenzierten Abflüsse der Geldmengenausweitung; Zitat Bachmann: „Die massive Ausweitung der Fed-Bilanz spiegelt sich also nicht auf echten Konten wider“. So stehen wir vor dem Phänomen, dass die explodierende Geldmenge zur explodierenden Neubewertung der moderat gewachsenen Substanz- und Ertragswerte führt (also reine Veränderung des Bewertungsmaßstabs), aber die realwirtschaftlichen Güterkreisläufe dahinter weit zurück bleiben. Zweifelfrei erzeugt dieser Umstand zunehmend gewaltige Risiken für Aktienbesitz. Für uns kommt diese Reifephase des Aktienmarktes zur Unzeit, weil sie unsere aktienscheuen Bürger noch zurückhaltender macht als bisher. Dabei müsste unser Bevölkerung hohes Eigeninteresse am Verbleib der in Deutschland erarbeiteten Gewinne in Deutschland haben. Angesichts des demografischen Wandels wird sich der Abfluss der Dividenden an Pensionäre im Ausland als verhängnisvoll erweisen. Da eine Trendumkehr unabsehbar ist, wird die zweite Säule der Altersvorsorge ein Wunschbild bleiben. Selbst meide ich Finanzprodukte von Wertpapierhäusern, die höhere Gewinnmargen erzielen als jene Unternehmen, die feilgeboten werden. Was bleibt da noch für Anleger außer vagen Zukunftshoffnungen bei sicheren Kurs- und Ausfallrisiken!

Account gelöscht!

28.10.2013, 14:18 Uhr

Komisch, dass der Fond nicht ein paar % in Gold anlegen kann.

Der Fond braucht sich natürlich keine Sorgen wegen Enteignung machen, ist ja ein Staatsfond.

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