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20.01.2009

09:06 Uhr

Anleger

Flucht aus Aktienfonds

VonAnke Rezmer und Christian Schnell

Anleger haben sich im zweiten Halbjahr massiv von Aktienfonds verabschiedet: Die Zahl der Aktionäre und Fondsbesitzern ist um mehr als eine Million gesunken. Eine Umfrage des Deutschen Aktieninstituts unter 30 000 Anlegern belegt eine eine große Verunsicherung.

Der Optimismus ist verflogen: Anleger sind verunsichert. Foto: AP ap

Der Optimismus ist verflogen: Anleger sind verunsichert. Foto: AP

FRANKFURT. Anleger haben sich im zweiten Halbjahr massiv von Aktienfonds verabschiedet. Das zeigen die gestern veröffentlichten Zahlen des Deutschen Aktieninstitutes (DAI) aus einer Umfrage unter 30 000 Anlegern zwischen Juli und Dezember. Die Zahl der Aktionäre und Fondsbesitzer ist demnach um mehr als eine Million auf 8,8 Millionen gesunken. Damit zählen nur noch 13,5 Prozent der Bundesbürger zu direkten oder indirekten Aktienbesitzern. Im Jahr 2001 gehörte noch ein Fünftel dazu.

Dramatisch eingebrochen ist die Zahl der Aktienfondsbesitzer, die um 1,1 Millionen oder knapp 18 Prozent auf 5,2 Millionen gefallen ist. Damit halten so wenige Anleger Aktienfonds wie 1999. Stabil auf niedrigem Niveau von 2,2 Millionen blieb dagegen die Zahl der reinen Aktionäre, während das DAI sogar einen leichten Anstieg der Eigentümer von Aktien und Fondsanteilen um 57 000 auf 1,4 Millionen festgestellt hat.

Als Grund für die gegenläufige Entwicklung nennen Experten eine Spaltung der Anlegerschaft in rationale Aktionäre einerseits und verunsicherte Fondsinvestoren auf der anderen Seite. Es gebe einen "harten Kern klassischer Aktienanleger", die unbeirrt von den starken Schwankungen an den Aktienbörsen ihren spekulativen Wetten oder langfristigen Anlagezielen nachgingen, sagt Harald Norbisrath, Vertriebsleiter Private Kunden bei der Frankfurter Sparkasse. Die Zahl von 2,2 Mio. Deutschen, die auch nach dem rabenschwarzen Börsenjahr 2008 noch Aktien besitzen, bezeichnet DAI-Chef Rüdiger von Rosen als "Bodensatz". Diese Gruppe bleibt Aktien über alle Marktphasen aus Überzeugung treu, weshalb die Zahl der direkten Aktionäre auch in besseren Börsenzeiten von diesem Niveau ab wieder spürbar anziehen dürfte.

Wesentlich dramatischer sieht es bei Aktienfonds aus: "Von der Aktie verabschiedet haben sich verunsicherte Fondsinvestoren", sagt Harald Norbisrath. Diese Anleger seien enttäuscht darüber, dass viele Fondsmanager nicht besser abgeschnitten hätten als die Märkte. Außerdem wachse im unsicheren Umfeld der Finanzkrise ihre Skepsis gegenüber Produkten, deren Inhalt nicht genau zu erkennen sei, sagt Norbisrath.

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