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18.02.2015

14:32 Uhr

Anleihen weniger gefragt

Japans Pensionsfonds bevorzugt Aktien

Der größte Pensionsfonds der Welt steuert auf einen Kurswechsel zu. Der insgesamt 1,1 Billionen Dollar schwere Fonds könnte in Zukunft den Fokus auf Aktien legen, zeigen Daten. Am Anleihemarkt drohen weitere Ausschläge.

Japans größter Pensionsfonds will sein Portfolio mehr auf Aktien ausrichten. Über 100 Milliarden Dollar könnte damit in japanische Aktien fließen. dpa

Aktien als neues Anlageziel

Japans größter Pensionsfonds will sein Portfolio mehr auf Aktien ausrichten. Über 100 Milliarden Dollar könnte damit in japanische Aktien fließen.

TokioDer japanische Pensions-„Wal“ scheint sich in Bewegung zu setzen. Ein Kurswechsel des größten Pensionsfonds der Welt dürfte Wellen schlagen. Daten deuten darauf hin, dass der 1,1 Billionen Dollar (964 Milliarden Euro) schwere Government Pension Investment Fund (GPIF) lokale Anleihen verkauft und heimische Aktien sowie Anlagen im Ausland kauft. Treuhandbanken, die sich um Pensionsgelder wie die von GPIF kümmern, verkauften im Dezember netto 1,05 Billion Yen (7,8 Milliarden Euro) an japanischen Schuldverschreibungen, wie Japans Wertpapierhändlerverband JSDA mitteilte.

Das war der erste Rückgang seit Beginn der Datenerhebung durch den Verband im Jahr 2004. Die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen hat sich seit ihrem Rekordtief von 0,195 Prozent im Januar wieder mehr als verdoppelt auf etwa 0,45 Prozent. „Wir können nur raten, indem wir die Daten zusammenstückeln, aber es würde nur natürlich erscheinen, dass GPIF, der am Markt als „Wal“ bezeichnet wird, sich in Richtung seiner neuen Portfolioziele bewegt“, sagt Takafumi Yamawaki, leitender Zinsstratege bei JP Morgan in Tokio. „Da die massiven Anleihekäufe der japanischen Zentralbank die Liquidität verringert haben, können schon kleine Auslöser zu Renditeschwankungen führen. Die GPIF-Verkäufe könnten die Ausschläge beschleunigen.“

Staatsanleihen: Renditen im Sinkflug

USA

Rendite (zehnjährige Anleihe): 2,61 Prozent
Renditeveränderung (in den vergangenen drei Monaten): - 17,1 Basispunkte
Quelle: Bloomberg, 10.06.2014

Deutschland

Rendite: 1,38 Prozent
Renditeveränderung: - 24,8 Basispunkte

Italien

Rendite: 2,74 Prozent
Renditeveränderung: - 62,4 Basispunkte

Spanien

Rendite: 2,57 Prozent
Renditeveränderung: - 72,9 Basispunkte

Portugal

Rendite: 3,32 Prozent
Renditeveränderung: - 110,6 Basispunkte

Irland

Rendite: 2,41 Prozent
Renditeveränderung: - 65,9 Basispunkte

Griechenland

Rendite: 5,47 Prozent
Renditeveränderung: - 132,4 Basispunkte

Frankreich

Rendite: 1,71 Prozent
Renditeveränderung: - 48,5 Basispunkte

Finnland

Rendite: 1,57 Prozent
Renditeveränderung: - 35,9 Basispunkte

Österreich

Rendite: 1,66 Prozent
Renditeveränderung: - 24,7 Basispunkte

Niederlande

Rendite: 1,60 Prozent
Renditeveränderung: - 24,6 Basispunkte

Belgien

Rendite: 1,81 Prozent
Renditeveränderung: -52,1 Basispunkte

Großbritannien

Rendite: 2,69 Prozent
Renditeveränderung: - 10,8 Basispunkte

Japan

Rendite: 0,59 Prozent
Renditeveränderung: - 2,5 Basispunkte

Schweiz

Rendite: 0,72 Prozent
Renditeveränderung: - 25,8 Basispunkte

Russland

Rendite: 4,26 Prozent
Renditeveränderung: - 89,3 Basispunkte

Türkei

Rendite: 8,67 Prozent
Renditeveränderung: - 187 Basispunkte

GPIF hatte im Oktober zusagt, die Bestände an japanischen Schuldpapieren um fast die Hälfte zu verringern und Positionen bei den heimischen Aktien zu verdoppeln. Das Ziel für Aktien aus dem In- und Ausland wurde im Rahmen der neuen Strategie auf 25 Prozent von je zwölf Prozent angehoben, während japanische Bonds auf 35 Prozent statt 60 Prozent verringert wurden.

Just zu dem Zeitpunkt hatte die Bank of Japan ihr beispielloses Bondkaufprogramm ausgebaut. Die Zentralbank kündigte am selben Tag an, monatlich bis zu zwölf Billionen Yen an japanischen Staatsanleihen anzukaufen. Das läuft auf mehr als 90 Prozent der den Anlegern angebotenen Papiere hinaus.

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