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20.01.2009

16:44 Uhr

Anteilsrücknahme ausgesetzt

Offene Immobilienfonds: P2 Value bleibt geschlossen

VonAnne Wiktorin

Nach Credit Suisse verlängert auch Morgan Stanley bis vorerst Ende Oktober die Aussetzung der Anteilsrücknahme an seinem offenen Immobilienfonds P2 Value. In dieser Woche entscheiden auch die übrigen elf Fonds über ihr weiteres Vorgehen.

DÜSSELDORF. Der offene Immobilienfonds Morgan Stanley P2 Value bleibt vorerst geschlossen. Wie die Geschäftsführung mitteilte, wird die Auszahlung von Fondsanteilen für weitere neun Monate ausgesetzt. Der Fonds, der 1,7 Mrd. Euro Kundengelder in Immobilien angelegt hat, war am 30. Oktober 2008 nach massiven Mittelabflüssen in Liquiditätsnöte geraten und ist einer von insgesamt zwölf offenen und einem Dachfonds, die seitdem keine Anteile ihrer Anleger zurücknehmen. Walter Klug, Geschäftsführer von Morgan Stanley Real Estate Investment GmbH, begründet die Entscheidung mit den anhaltenden Turbulenzen auf den weltweiten Immobilien- und Finanzmärkten. Die Nettoliquiditätsquote von knapp neun Prozent sei für eine Wiedereröffnung nicht ausreichend, sagte Klug dem Handelsblatt.

Nach der Credit Suisse ist Morgan Stanley der zweite Anbieter offener Immobilienfonds, der die Anteilsrücknahme auf weitere neun Monate aussetzt. Bereits am Freitag hatte das Schweizer Bankhaus angekündigt, seinen Fonds CS Euroreal bis Ende Oktober 2009 geschlossen zu halten, allerdings eine Öffnung vor Ablauf dieser Frist in Aussicht gestellt.

Es wird erwartet, dass in dieser Woche auch die verbleibenden elf Fonds, die ebenfalls die Rücknahme ausgesetzt hatten, über ihr weiteres Vorgehen entscheiden werden. Noch besteht in der Branche die Hoffnung, dass nicht alle betroffenen Fonds die Schließung verlängern werden. "Allerdings wird die Entscheidung der Credit Suisse durchaus als Signal gewertet", heißt es aus Branchenkreisen.

Dies auch deshalb, weil der CS Euroreal mit einem Volumen von 6,5 Mrd. Euro Anlegergeldern der größte der 13 von der Schließung betroffenen Fonds ist - und mit einer Nettoliquidität von 9,7 Prozent des Volumens noch vergleichsweise gut da steht. Beim Axa Immoselect etwa beträgt die Quote der frei verfügbaren Liquidität gerade einmal 2,7 Prozent, seit November flossen dem Fonds netto etwa 45 Mio. Euro Anlegergelder zu. Zu wenig, um ruhigen Gewissens öffnen zu können, so die allgemeine Bewertung.

Auch bei Anbieter Kanam, der im Oktober als erster die Anteilsrücknahme ausgesetzt hatte, wird eher nicht mit einer Wiederöffnung gerechnet. Noch am ehesten gelten Schwergewicht SEB Immoinvest mit 6,3 Mrd. Euro Fondsvolumen und Degi International als aussichtsreichste Kandidaten für eine Wiederöffnung. Doch das Risiko ist hoch: "Würde ein Fonds öffnen und dann gleich wieder schließen müssen, weil Anleger ihre Gelder abziehen, wäre der Imageschaden für die gesamte Branche noch größer als bei einer fortgesetzten Schließung", so ein Branchenvertreter.

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