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11.01.2010

06:00 Uhr

Beteiligungsgesellschaften

Geldgeber wenden sich von Private Equity ab

VonHans G. Nagl

Die Finanzkrise und die Probleme vieler Private-Equity-Fonds haben zu einem massiven Umdenken ihrer Geldgeber geführt. Nach Zahlen des Datenanbieters Preqin flossen im vergangenen Jahr gerade einmal 246 Mrd. Dollar in die Anlageklasse - ein Rückgang von 62 Prozent gegenüber 2008.

Private Anleger investierten 2009 deutlich seltener in Private Equity-Gesellschaften. Quelle: dpa

Private Anleger investierten 2009 deutlich seltener in Private Equity-Gesellschaften.

FRANKFURT. Auf dem Höhepunkt des Beteiligungs-Booms 2007 hatten die Finanzinvestoren noch ein Rekordvolumen von 646 Mrd. Dollar eingesammelt. "Viele Finanzierer der Private-Equity-Fonds haben ihre Einstellung zu der Anlageklasse grundlegend verändert", erklärte Preqin. Eine Rückkehr zu alten Glanzzeiten sei unwahrscheinlich, selbst wenn sich durch die Erholung der Märkte die Lage der Kapitalgeber - Versicherer, Pensionskassen oder Stiftungen - wieder entspannt habe.

Die zumindest vorübergehende Abwendung vieler Kapitalgeber zeigt sich auch daran, dass 40 Prozent der von Preqin befragten gut 100 Investoren ("Limited Partners") 2009 von jeglichem Engagement Abstand nahmen. Die Zurückhaltung trifft vor allem Häuser, die mittlerweile ihre alten Mittel ganz oder weitgehend verbraucht haben und frisches Geld benötigen.

Für sie wird das Einsammeln nun weitaus schwieriger: Im vergangenen Jahr dauerte es im Schnitt über 18 Monate, um einen Fonds zu schließen. 2007 waren es nach Preqin-Angaben lediglich zwölf Monate. Und wer aktuell eine schlechte Fondsperformance aufweist, braucht sich gar nicht ins sogenannte Fundraising zu wagen. Allerdings: Nach wie vor sitzt die Branche auf mehr als 1000 Mrd. Dollar Eigenkapital - und hat damit eine nicht zu unterschätzende Feuerkraft.

Der mit Abstand größte Fonds des vergangenen Jahres war der "Europe Equity Partners V" von CVC mit einem Volumen von 10,75 Mrd. Euro. Allerdings wurde der Großteil des Geldes noch 2008 eingesammelt. Wagniskapitalfonds (Venture Capital) konnten sich im vergangenen Jahr nur elf Prozent der insgesamt eingesammelten Mittel sichern. Preqin sieht Anzeichen dafür, dass Mega-Fonds an Bedeutung verlieren. Der Trend gehe hin zu kleineren, mittelgroßen Fonds sowie Vehikeln, die sich auf spezielle Regionen konzentrierten.

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