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17.01.2008

12:10 Uhr

Bilanz 2007

Deutsche Nebenwertefonds enttäuschen Anleger

VonClaudia Lindenberg (Das Investment)

Kein einziger der Nebenwertfonds konnte im vergangenen Jahr ein zweistelliges Jahresplus verbuchen. Damit bilden die Fonds die insgesamt schlechte Bilanz der Nebenwerte ab. Und BWI und Allianz GI erwarten auch für 2008 einige Turbulenzen auf dem Markt für MDax-Aktien.

2007 war kein gutes Jahr für deutsche Nebenwertefonds.

2007 war kein gutes Jahr für deutsche Nebenwertefonds.

HAMBURG. Um deutsche Nebenwerte stand es 2007 nicht zum Besten: Legte der Nebenwerteindex MDax in den vorangegangenen beiden Jahren um 36 beziehungsweise 28 Prozent zu, waren es dieses Mal nur 4,9 Prozent. Entsprechend mager fiel die Bilanz der auf dieses Marktsegment spezialisierten Aktienfonds aus: Anders als in den Vorjahren erzielte kein einziger der 17 bei Feri Rating gelisteten Produkte per Jahresultimo ein Plus im zweistelligen Bereich, die Schlusslichter rutschten sogar ins Minus (siehe Tabelle).

Mit einem Wertzuwachs von 7,30 Prozent entwickelte sich der BWI Aktien Strategie Small & Mid Caps der BW Invest am erfolgreichsten. "Im sehr schwankungsintensiven Marktumfeld des vergangenen Jahres hat sich die Beimischung von Wandelanleihen in Höhe von rund zehn Prozent besonders ausgezahlt", kommentiert Fondsmanager Peter Hohler den Klassensieg innerhalb seiner Vergleichsgruppe. Unterstützend habe sich zudem ausgewirkt, dass er beispielsweise die stark unter Druck geratene EADS-Aktie deutlich untergewichtet habe. Hohler ist nicht auf MDax-Werte beschränkt, sondern kann auch kleinere Werte und Dax-Titel beimischen. Letzteres habe er 2007 seinen Worten zufolge jedoch kaum genutzt.

Anders als Hohler konzentriert sich Frank Hansen mit dem Allianz-Dit Nebenwerte Deutschland vorwiegend auf Unternehmen, die mittelfristig in den Dax aufrücken könnten. "Der Schwerpunkt auf diesen Titeln war angesichts der relativen Stärke der Standardwerte ein klarer Vorteil", begründet der Allianz-GI-Manager das zweitbeste Ergebnis innerhalb der Vergleichsgruppe. Neben der hohen durchschnittlichen Marktkapitalisierung von rund fünf Mrd. Euro hätten jedoch auch andere Faktoren unterstützend gewirkt: "Besonders unter Druck geratene konjunkturanfällige Titel wie Bauaktien haben wir zuletzt eher gemieden", sagt Hansen. Stattdessen habe er sich auf eher konjunkturunabhängige Firmen wie den Generikahersteller Stada konzentriert.

Diese Ausrichtung will Hansen vorerst beibehalten. Denn die Investoren seien trotz der wirtschaftlich guten Verfassung der Unternehmen noch nicht wieder bereit, mehr Risiken einzugehen. Dementsprechend erwartet er zum Jahresende hin eher einen Kurszuwachs des MDax im einstelligen Bereich. BWI-Manager Hohler traut dem Segment dagegen durchaus auch einen zweistelligen Anstieg zu. "Zum Jahresende hin sollte die ab 2009 geltende Abgeltungsteuer die Kurse unterstützen", sagt der BWI-Manager. Bis dahin schließt er stärkere Kursschwankungen jedoch ebenso wenig aus wie Hansen.

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