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24.01.2013

17:38 Uhr

Bilanz 2012

Welche Fondsmanager die Krise rocken

VonThomas Schmitt

Wenn ein Aktienfonds in einem Jahr 30 oder 40 Prozent gewinnt, ist das hervorragend. Anleger horchen auf, denn von solchen Gewinnen träumt jeder. Was ein Manager wirklich kann, zeigt sich jedoch erst über viele Jahre.

Die Rockbank Yeah Yeah Yeahs in Sydney. dapd

Die Rockbank Yeah Yeah Yeahs in Sydney.

DüsseldorfDer Job eines Fondsmanagers ist beinhart. In kaum einer anderen Branche lässt sich die Leistung der Führungskräfte und Mitarbeiter so einfach ablesen wie bei den professionellen Geldverwaltern. Anleger können täglich die erzielten Renditen im Vergleich zum Markt und den vorgegebenen Anlagezielen vergleichen. Wer seine Vorgaben übertrifft, wird schnell zum Investment-Guru. Wer es nicht schafft, muss um Ruf und Job bangen.

Vergleiche von Fondsrenditen erwarten die Verwaltern daher mit Hoffen und Bangen. Für Privatanleger sind sie hoch interessant, zeigen sie doch, welche alten Hasen und junge Talente eines möglichen Investments würdig wären. Zwar wissen erfahrene Anleger: Erst wenn ein Fonds auch mittelfristig eine ansehnliche Rendite erwirtschaftet, ist ein Produkt aus Anlegersicht wirklich erstklassig. Das kann man von den Rendite-Siegern 2012 noch nicht sagen. Trotzdem lässt der Blick aufs vergangene Jahr Rückschlüsse für die private Anlageentscheidung zu.

Top10: Die besten Aktienfonds 2012

Rangliste

Ein Überblick über die besten Fonds in den Aktienkategorien, die am besten im Jahr 2012 gelaufen sind.

Quelle: Feri EuroRating Services AG

Platz 10

Aktien Greater China
Vitruvius Greater China Equity B USD    29,53 Prozent

Platz 9

Aktien Euroland
Fidelity Funds - Euro Blue Chip A-EUR   31,43 Prozent

Platz 8

Aktien Asien Pazifik ex Japan
Templeton Asian Smaller Companies A (acc) USD           33,72 Prozent

Platz 7

Aktien Nordamerika
Legg Mason Capital Management Opptnty A Dis A USD               35,26 Prozent

Platz 6

Aktien Europa
Comgest Growth Greater Europe Opportunities Euro   35,42 Prozent

Platz 5

Aktien Emerging Markets
RBS Market Access MSCI Emg and Frntr Afr xSA ETF      36,44 Prozent

Platz 4

Aktien Deutschland Mid/Small Caps
DWS German Small/Mid Cap     36,65 Prozent

Bronze

Aktien Deutschland
DWS Deutschland           38,43 Prozent

Silber

Aktien Europa Mid/Small Caps
Dexia Equities B Europe Small & Mid Caps C Cap              39,99 Prozent

Gold

Aktien Mittel-/Osteuropa
Renaissance Ottoman A EUR     41,15 Prozent

 

Der Datensammler Feri EuroRating hat für das Handelsblatt 36 Fondskategorien untersucht, um festzustellen, in welchem Bereich Anleger am besten verdienen konnten. Nicht alle Bereiche entwickelten sich gut: Goldfonds liegen etwa ganz am Ende. Aktienfonds belegen dagegen 2012 die vorderen Ränge. Im Schnitt entwickelten sich - wenig verwunderlich - Aktienfonds mit Schwerpunkt Deutschland am besten.

Jede dieser 36 Fonds-Kategorien hat einen Siegerfonds, der gegenüber der Vergleichsgruppe besonders gut abgeschnitten hat. Bei deutschen Aktien ist das zum Beispiel ein Produkt der größten deutschen Fondsgesellschaft, der Deutsche-Bank-Tochter DWS.

Betrachtet wurden von Handelsblatt Online nur die 20 Top-Fondsmanagern im Jahre 2012, die jeweils in ihrem Vergleichsfeld siegten und dabei Renditen von mehr als 20 Prozent schafften. Für ein Jahr sind das fantastische Ergebnisse, doch man sollte sie relativieren. Denn: Von diesen 20 Top-Fonds können bisher nur elf auf eine Historie von mindestens fünf Jahren verweisen.

In ihrer jeweiligen Vergleichsgruppen waren diese elf im vergangenen Jahr zwar alle Top. Doch im Fünfjahresvergleich ist dies keineswegs so. Vier Manager schnitten mittelfristig schlechter als der Schnitt ab. Es bleiben also sieben, die auch für konservativere Anleger einen genaueren Blick lohnen.

Dies sind folgende Fonds:

Was aus 1.000 Euro in zehn Jahren wurde

Deutscher Aktienindex (Dax)

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren: +88,8 Prozent (ohne Dividenden)

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.888 Euro

Dow Jones

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +52,7 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.527 Euro

EuroStoxx 50

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +31,3 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.313 Euro

Nikkei

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +10,1 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1101 Euro

Chinesische Aktien (Shanghai B-Index)

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +10,3 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.103 Euro

MSCI Emerging Markets

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +228 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 3.285 Euro

Gold

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +314 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 4.142 Euro

Silber

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +428 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 5.275 Euro

Öl

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +221 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 3.205 Euro

Weizen

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +92 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.916 Euro

Kaffee

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +151 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 2.509 Euro

Staatsanleihen (Rexp)

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +67 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.666 Euro

Unternehmensanleihen (Citigroup World BIG Corporate Index)

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +56 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.559 Euro

Sparbuch

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.095,90 Euro*

*bei einem durchschnittlichen jährlichen Zinssatz von 0,92 Prozent (Spareckzins)

Tagesgeld

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.209 Euro*

*bei einem durchschnittlichen jährlichen Zinssatz von 1,92 Prozent

Festgeld

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.266 Euro*

*bei einem durchschnittlichen jährlichen Zinssatz von 2,39 Prozent

Darüber hinaus fallen drei Fonds auf, die zwar wegen ihrer Performance nicht unter den Top20 sind, aber in ihren jeweiligen Kategorien Spitze sind und zudem ihre Vergleichsgruppe in den vergangenen fünf Jahren deutlich geschlagen haben. Dies sind:

Wie wichtig der langfristige Vergleich für Fondsanleger ist, zeigt ein weiterer Vergleich.

Kommentare (8)

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kritischer_HB-Leser

24.01.2013, 17:52 Uhr

Wenn man sich die Liste anschaut, dann sieht man eindeutig, dass die vollmundig vor allem in den TV-Medien auftretenden Vertreter dieser Zunft nicht dabei sind. Man vergleiche einfach mal die Gesichter, die bei n-tv auftreten mit denen in dieser Liste. – Ein Schelm der glaubt, dass hier von zwei Seiten Nieten am Werke sind.

Account gelöscht!

24.01.2013, 18:20 Uhr

ich finde die Artikel immer witzig wo suggeriert wird, dass "die Deutschen" zu wenig in Aktien investieren: 5%(!)

(1) Es sei zu viel Cash an der Seitenlinie (40%). Stellen Sie sich mal vor wie die Konjunktur boomen würde, wenn diese Gelder für den Erwerb von Gebrauchs- und Verbrauchsgegenständen ausgegeben wird (anstatt in Finanzprodukte). Ja die Liquiditätspreferenz ist nicht nur bei institutionellen Investoren verbreitet. Aber einiges an Cash wird auch nicht geparkt für kurz- bis mittelfristige Konsummöglichkeiten.

(2) Die 30% in Policen kommen ja vor allem durchs Riestern und sonstigen staatlichen Anreize zu Stande. Sollen die Leute jetzt ihre Policen alle kündigen, um in Fonds zu investieren?

(3) Pensionsrückstellungen sind mit 6% echt nicht so doll. Das ist aber auch das Resultat von den zunehmend schlechteren Arbeitsverträgen. Wenn ich nur an meinen Vater denke dessen Renten aus ca. 2/3 Betriebsrente besteht. Davon werde ich nur träumen können. Dieser schleichende Prozess der letzten Jahrzehnte ist den meisten Leuten im Arbeitsmarkt garnicht klar.

(4) Die 5% für Anleihen (scheint ja alles zu sein, Corporates plus Sovereigns) ist echt wenig. Aber wenn 30% in Versichungspolicen steckt, dann relativiert sich das Bild (d.h. Das Exposure zum Anleihenmarkt sind nicht 5%, sondern eher 30+x %).

(5) haha. Sehr geschickt, Aktien, (undefinierte) Investmentzertifikate und Beteiligungen seperat "klein aussehen" zu lassen. Beteiligungen sind blöd gesagt nur die "private placement" Varianten von "public" Aktien => Alles Equity artiges Exposure. Und bei Investmentzertifikaten handelt es sich auch nur (synthetisch dargestelltes) Exposure was i.d.R. Marktpreisrisiken vergleichbar mit Equity abbilden.

Das schlimmste aber ist, dass Privatanleger quasi Opfer der Marktsegmentierung sind, d.h. sie sind aufgrund ihrer kleinen Anlagebeträgen und der Tatsache dass sie dem Verbraucherschutz unterliegen auf bestimmte Assetklassen und Investmentvehikel beschränkt.

Lungomolch

24.01.2013, 18:29 Uhr

Vorsicht bei ausländischen thesaurierenden Fonds!

Bei mir kam das böse Erwachen, als ich einen ausländischen, thesaurierenden Fonds verkauft habe: Die Kursgewinne wurden fast vollständig aufgezehrt durch Steuern. Ursache: Die thesaurierten Erträge werden doppelt besteuert. Mit viel Mühe kann man sich die zu viel gezahlten Steuern zumindest teilweise vom Finanzamt zurückholen. Aber wer will seine Zeit mit lästigem, bürokratischen Kleinkram vergeuden? Hinzu kommt, dass die Rückerstattung zeitversetzt erfolgt.

Inwzischen werden sehr viele Fonds in Luxemburg aufgelegt. Man erkennt sie daran, dass die ISIN mit "LU" beginnt. Obwohl den Fondsgesellschaften das Dopppelbesteuerungsproblem bekannt ist, kümmern sie nicht nicht darum. Das zeigt, dass es ihnen primär um ihr eigenes Wohl geht. Die Thesaurierung ist für sie bequemer als die Ausschüttung.

Ich kann daher nur warnen vor ausländischen thesaurierenden Fonds.

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