Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

03.01.2014

16:05 Uhr

Bilanz 2013

Die besten Fonds des Jahres

VonDörte Jochims

ExklusivDer stärkste Fonds erzielte im Vorjahr eine Rendite von 146 Prozent. Ein Vergleich zeigt die besten Produkte. Plus: Warum der durchschnittliche Fondskäufer viel richtig gemacht hat und wie er sich nun optimal aufstellt.

Siegerpokal: Einige Fonds brachten Anlegern dreistellige Renditen. Getty Images

Siegerpokal: Einige Fonds brachten Anlegern dreistellige Renditen.

FrankfurtEs gibt sie wieder, die spektakulären Kursfeuerwerke für Geldanleger. So hoch wie der Luxembourg Selection Asian Wind and Solar Fonds flog 2013 kein anderer. Um mehr als 146 Prozent stieg die Kursrakete in den vergangenen zwölf Monaten nach oben. Damit schnitt das Portfolio von allen 26.100 Fondstranchen, die in Deutschland erhältlich sind, am besten ab.

Dieses Ergebnis zeigt eine Auswertung aktueller Fondsdaten, die die Ratingagentur Morningstar börsentäglich erstellt. Der Zweitbeste investiert in Biotechnologieaktien und flog im selben Zeitraum immerhin noch halb so hoch. Das ist gut und erklärbar: Legten doch die Portfolios dieser Anlageklasse im Durchschnitt 2013 um 54 Prozent zu.

Doch die meisten deutschen Privatanleger haben nicht nur diese Bestperformer mit hoher Wahrscheinlichkeit verpasst. Auch die Aktienhausse soll an ihnen vorbeigerauscht sein. So lieferten Produkte in vielen Aktiensegmenten im vergangenen Jahr zwar hervorragende Ergebnisse. Aber nur 7,5 Prozent der deutschen Privatanleger sind in Aktien und angeblich nur zehn Prozent in Aktien- oder Mischfonds investiert, berichtet das deutsche Aktieninstitut. Der Durchschnittssparer bescheide sich stattdessen oft mit Zinsen und Renditen, die unterhalb der Inflationsrate liegen.

Die wichtigsten Fondstypen im Überblick

Aktienfonds

Wie der Name schon sagt, legen diese Investmentfonds in Aktien an. Aufgrund der breiten Anlagestreuung ist ein Investment in Aktienfonds weniger risikoreich als eine Direktanlage in Einzeltitel. Aktienfonds haben spezielle Anlageschwerpunkte – etwa bestimmte Branchen, Länder, Regionen oder Anlagestile.

Börsengehandelter Indexfonds (ETF)

Dieser Investmentfonds – auch Exchange Traded Funds (kurz ETF) genannt – bildet einen Index wie beispielsweise den Dax eins zu eins nach. Die Zusammensetzung dieses Fonds verändert sich nur, wenn sich die Zusammensetzung des zugrunde liegenden Index verändert. Deshalb spricht man von einem passiven Investment. ETFs können fortlaufend über die Börse gehandelt werden. Ihre Verwaltungsgebühren sind sehr gering, Ausgabeaufschläge wie bei „aktiv“ gemanagten Fonds entfallen.

Geldmarktfonds

Für die kurzfristige Anlage eignen sich vor allem Geldmarktfonds. Sie investieren in Geldmarktinstrumente wie beispielsweise Festgeld und kurz laufende, festverzinsliche Wertpapiere. Die Kursschwankungen dieser Fonds sind gering, die Renditeaussichten allerdings auch.

Immobilienfonds

Offene Immobilienfonds legen das Geld der Anleger in Grundstücken, Erbbaurechten und Beteiligungen an Büro- und Geschäftsimmobilien an. Anleger profitieren von den Miet- und Zinseinnahmen sowie den Wertsteigerungen der Immobilien. Die Anzahl der ausgegebenen Anteile ist anders als bei geschlossenen Immobilienfonds nicht begrenzt.

Lebenszyklusfonds (Zielfonds)

Sogenannte Lebenszyklusfonds sind im Grunde Mischfonds mit einem bestimmten Anlageziel beziehungsweise -horizont. Die Lebenszyklusfonds haben eine feste Laufzeit, gegen Ende dieses Zeitraums – das können 20, 25 oder 30 Jahre sein – schichtet das Fondsmanagement schrittweise von Aktien in Anleihen um, um das Kapital und die angefallenen Kursgewinne zu sichern.

Mischfonds

Diese Fonds legen in Aktien und Anleihen an. Der Fondsmanager kann so in stagnierenden oder fallenden Märkten verzinsliche Wertpapiere übergewichten, bei steigenden Akteinkursen den Anlageschwerpunkt aber wieder verlagern. Das Ziel: einen höheren Ertrag als reine Rentenfonds zu erzielen und beim Risiko niedriger als bei einem Aktienfonds zu liegen. Der typische Aktienanteil liegt zwischen 30 und 70 Prozent – je nach Geschmack der Anleger.

Rentenfonds

Rentenfonds investieren ausschließlich oder überwiegend in festverzinsliche Wertpapiere wie Pfandbriefe, Kommunalobligationen oder Länder- beziehungsweise Unternehmensanleihen. Da regelmäßig Erträge in Form von Zinszahlungen anfallen, bieten Rentenfonds in der Regel stetige Erträge.

Fondsanleger setzen zu 37 Prozent auf Aktien

Ganz anders verhält sich offenbar die Spezies der Fondsanleger im Land: Millionen haben derzeit insgesamt 770 Milliarden Euro in Publikumsfonds aller Gattungen investiert, berichtet der deutsche Fondsverband BVI. Wie viele Investoren davon genau Aktien- und Mischfonds halten, erhebt das Institut zwar nicht. Doch Ende Oktober 2013 waren stolze 37 Prozent aller Mittel in Aktienfonds angelegt.

Sie sind damit die beliebteste Anlageklasse vom Max Mustermann der Fondsanleger. Weitere 18 Prozent des Fondsvermögens sind in Mischfonds investiert, die Aktien und Anleihen kaufen. Kursgewinne und Dividenden dürften also auch bei ihm hängen geblieben sein.

Doch während Spezialfonds, die nur für Großanleger offen sind, 2013 weiter investiert haben, zogen Privatanleger Geld aus Aktienfonds ab. Von Januar bis Oktober 2013 verkauften sie um sechs Milliarden Euro mehr Anteile an Aktienfonds, als sie erworben haben. Dafür investierten sie jeweils zehn Milliarden Euro netto in Renten-und Mischfonds sowie je drei Milliarden in offene Immobilienfonds und alternative Portfolios wie Absolute Return Fonds. Aktienfonds stehen also trotz der Hausse auf der Verkaufsliste des durchschnittlichen Fondsanlegers.

Kommentare (6)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

verkehrteWelt

03.01.2014, 16:23 Uhr

was für ein Mist...Das der Luxemburg Asian Wind and Solar auf Dreijahressicht noch immer ein Minus von 14% bleibt unerwähnt. Solche Artikel animieren unerfahrene Anlager in Risikoinvestments einzusteigen und nach dem nächsten Zusammenbruch beginnt mal wieder das Gejammer. Unter dem Strich führt das dazu das Anleger auf lange Sicht die Lust an Wertpapieranlagen verlieren...

Index_it_Baby

03.01.2014, 17:22 Uhr

Kostengünstige Indexfonds (ETFs), Risikostreuung z.B. 60/40 und liegen lassen. Damit wird man zum unbeliebtesten Kunden der Finanzbranche & schlägt auf lange Sicht jeden aktiven Fondsmanager.

Bunch_of_Crooks

03.01.2014, 17:25 Uhr

Die Korrelation zwischen Vorjahressiegern und den Siegern des nächsten Jahres liegt weit unter .30 (d.h. 30%).

Keinen Cent sieht diese Finanzmaffia von mir, auch wenn ihre Apothekenumschau (Handelsblatt) noch so heftig dafür trommelt, um dann bei den Awards & Pressreisen der Investmenthäuser ein paar Lachshäppchen und Goodies abzugrasen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf "Zum Home-Bildschirm"

Auf tippen, dann "Zum Startbildschirm hinzu".

×