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13.09.2011

14:56 Uhr

Bill Gross

Auch ein Bondkönig kann irren

Für Anleiheguru Bill Gross läuft es derzeit nicht gut: Sein Investmentfonds schneidet viel schlechter als die Konkurrenz ab. Die Entscheidung, alle US-Staatsanleihen abzustoßen, könnte sich als großer Fehler erweisen.

Bondkönig Bill Gross auf dem Holzweg? dapd

Bondkönig Bill Gross auf dem Holzweg?

FrankfurtIm Frühjahr sorgte Fondsmanager Bill Gross für Furore, als er ankündigte, er habe alle US-Staatsanleihen verkauft. Ist die Strategie aufgegangen? Bis jetzt nicht. Sein Pimco Total Return Bond Fund entwickelt sich in diesem Jahr so schlecht wie lange nicht.

Genauer gesagt schneidet sein 245 Milliarden Dollar schwerer Vorzeigefonds auf Jahressicht schlechter ab als 67 Prozent der vergleichbaren Fonds. Im August hinkte Gross mit seinem Fonds sogar 89 Prozent der Konkurrenten hinterher, wie Bloomberg-Daten zeigen. Der Fonds der Allianz-Tochter Pimco erzielte eine magere Rendite von 3,9 Prozent. Sein Vergleichsindex, der BarCap US Aggregate Total Return Value Index, schaffte 6,6 Prozent.

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„Gross war zu vorsichtig“, resümiert Andreas Köchling, Fondsanalyst beim Ratinghaus Feri Eurorating. Angesichts der US-Schuldenkrise, Inflationssorgen und des niedrigen Zinsniveaus habe er sich im Frühjahr zu kurzfristig aufgestellt. Allein 14 Prozent des Fondsvermögens waren in Dreimonatspapieren investiert. Bei US-Staatsanleihen habe Gross immerhin einen Kurssprung von bis zu 15 Prozent seit Mai verpasst, rechnet Köchling vor.

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Die Entscheidung, US-Staatsanleihen komplett abzustoßen, sei sein gravierendster Fehler gewesen, meint Eric Jacobson, Fondsanalyst beim Ratinghaus Morningstar. Im zweiten Quartal wettete er fast elf Milliarden  Dollar auf einen Index, der Kreditrisiken von US-Firmen abbildet, verkaufte Kreditausfallversicherungen auf Staatsanleihen und investierte 1,3 Milliarden  Dollar in italienische Staatsanleihen mit Inflationsschutz.

Kommentare (7)

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Account gelöscht!

13.09.2011, 15:29 Uhr

Bill Gross hat sich nicht geirrt. Er hat eine enorme Verantwortung, eine Verpflichtung gegenüber seinen Anlegern, die er durch weitsichtiges Verhalten erfüllt und nicht auf kurzfristige Trends setzt.
Er hat mein vollstes Vertrauen und Zustimmung für seine weitsichtigen Entscheidungen, ein Fels in der Brandung. Solchen Profis kann man bedenkenlos sein Vermögen anvertrauen, nicht den Zockern.
In einem Jahr werden wir die Entscheidungen von Herrn Gross verstehen.

Schlaumeier

13.09.2011, 16:22 Uhr

Recht hat er sicherlich gehabt, nur nicht bekommen. Warum: Ob Anleihen, Aktien, Gold (manche sagen spöttisch auch Schrott) - solange der "große Manupilator" am Markt tätig ist, ist nichts sicher. Dieser Bananke (FED)beeinflusst einfach alles, bis es ihm "um die Ohren fliegt", was unweigerlich irgendwann der Fall sein wird. Das ganze nennt man dann MARKT, man kann auch sagen Spiel.
Deshalb Spielcasino, dass ist ehrlicher.

Banker

13.09.2011, 16:33 Uhr

Die Zinsen werden überall "künstlich" niedrig gehalten. Sobald die Anleihezinsen zum Beispiel für Bundesanleihen oder Us Bonds nach oben schiessen und sich verdoppeln ( was jederzeit möglich ist auf dem niedrigen Niveau) ist das Spiel aus und alle Banken sind dicht. Selbst im sicher geglaubten Deutschland würde bei höheren Zinsen ganz schnell das Licht im Bundeshaushalt ausgehn, was Schäuble auch weiss.

Höchst gefährliche Situation und bitte die niedrigen Zinsen nicht noch loben -> sie werden sich als Droge und Gift herausstellen in ein paar Jahren und Firmeninsolvenzen verursachen und eine nicht mehr kontrollierbare Phase womöglich darstellen, dafür kann allerdings der Euro nichts ...da sitzt Amerika auch kräftig mit im Boot und vieles wird sich ändern.

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