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28.07.2011

20:16 Uhr

Blackrock

"Europa-ETF-Verband wird es nicht geben"

Einen gemeinsamen europäischen Verband für börsennotierte Indexfonds (ETFs) wird es vorerst nicht geben. „Die Pläne sind zunächst mal vom Tisch", sagte Dirk Klee, Länderchef des US-Vermögensverwalters Blackrock.

Das Hauptgebäude des US-Vermögensverwalters Blackrock in New York. Quelle: ap

Das Hauptgebäude des US-Vermögensverwalters Blackrock in New York.

FrankfurtGrund für das Scheitern der Pläne sei, dass man das Thema ETFs am besten in der Fondsbranche aufgehoben sehe - also im BVI in Deutschland oder der Efama auf europäischer Ebene“, so Dirk Klee, Länderchef des US-Vermögensverwalters Blackrock in Deutschland, Österreich und Osteuropa, in einem Interview mit Reuters Insider. Die Efama ist der europäische Fonds-Dachverband, der BVI repräsentiert die deutsche Fondsbranche.

Im Zuge der wachsenden Kritik an ETFs war im Frühjahr die Idee eines europäischen ETF-Verbandes aufgekommen. Vor allem die Deutsche Bank und Lyxor hatten sich dafür eingesetzt. Andere Branchenvertreter, darunter Blackrock, hatten dies kritisch gesehen und wollten ETFs lieber stärker durch bestehende Organisationen repräsentiert sehen.

Klee, der Mitglied im Vorstand des Bundesverbandes Investment und Asset Management (BVI) ist, will sich zudem dafür starkmachen, dass der deutsche Fondsverband sich auch verstärkt für ETFs einsetzt. „Es gibt jetzt auch innerhalb des BVI eine Arbeitsgruppe, wo die Vorschläge erst einmal diskutiert werden sollen“, sagte er. Während sich die Efama gegen die jüngste ETF-Kritik wehrte, hatte der BVI zu dem Thema geschwiegen. Das stieß in vielen Teilen der Branche auf Unverständnis. Denn als Offene Immobilienfonds vor zwei Jahren in der Kritik standen, war der BVI der Branche mit zahlreichen wohlwollenden Veröffentlichungen beigesprungen.

Die verstärkte Kritik, die der Branche seit einigen Monaten entgegen schlägt, trifft vor allem ETFs auf Derivatbasis. Diese enthalten die Wertpapiere der zugrundeliegenden Indizes im Gegensatz zu replizierenden ETFs nicht in ihren Portfolios, sondern vollziehen deren Wertentwicklungen über Swap-Derivategeschäfte mit Banken nach. Blackrock, die traditionell replizierende ETFs anbietet, hatte im Februar angekündigt, künftig auch vermehrt
Swap-Produkte auflegen zu wollen.

Daran soll sich Klee zufolge nichts ändern - obwohl das Ansehen von Swap-ETFs gelitten hat. „Wir hatten sowieso nicht allzu viele Swap-basierte Produkte in der Planung“, sagte Klee. „Wir werden sie dann bringen, wenn die Investorennachfrage danach ist.“ Klee geht nicht davon aus, dass die verstärkte Kritik der ETF-Branche dauerhaft schaden wird. In den vergangenen Monaten waren die Zuflüsse in börsennotierte Indexfonds niedriger als in den entsprechenden Vorjahreszeiträumen ausgefallen. „Die Kritik, die wir haben, ist wie eine Gewitterwolke, die notwendig war, aber das Wachstum der ETFs noch weiter beflügeln wird“, sagte Klee. „ETFs sind in jeder Finanzkrise gewachsen.“

Von

rtr

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