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10.01.2012

14:05 Uhr

Börsennotierte Indexfonds

Auf und Ab der Börsen könnte ETFs beflügeln

Anhaltende Zitterbörsen könnten im Jahr 2012 dafür sorgen, dass ETFs in der Gunst der Anleger steigen. In turbulenten Zeiten verbuchen sie besonders hohe Zuflüsse.

Bulle und Baer stehen für das Auf und Ab an den Börsen. dapd

Bulle und Baer stehen für das Auf und Ab an den Börsen.

FrankfurtAnhaltende Zitterbörsen könnten im Jahr 2012 dafür sorgen, dass börsennotierte Indexfonds (ETFs) im Vergleich zu aktiv gemanagten Fonds in der Gunst der Anleger steigen. „Für ETFs ist so ein Marktumfeld positiv“, sagt die unabhängige ETF-Analystin Deborah Fuhr, die den Markt für börsennotierte Indexfonds seit 1996 beobachtet und damit zu den Experten gehört, die sich am längsten mit diesen Produkten beschäftigen. „Denn sie werden dann bei Anlegern die bevorzugten Produkte.“ Experten zufolge sinken in solchen Börsenphasen die Chancen auf Mehrerträge durch aktives Portfoliomanagement. Dagegen rückten die hohe Liquidität und die geringen Kosten von ETFs in den Vordergrund.

Optimisten sind am Aktienmarkt derzeit eine seltene Spezies. Die Schuldenmisere in Europa bleibe das dominierende Thema, sagen Aktienanalysten. Entsprechend hartnäckig dürfe sich auch die Nervosität an den Märkten halten, lautet die verbreitete Meinung. Damit dürfte es an den Börsen auf absehbare Zeit weiterhin munter auf und ab gehen. „Selbst wenn sich bald eine Lösung der Euro-Krise abzeichnet, wird das Problem nicht morgen erledigt sein“, sagt Florian Weber von der Wertpapierhandelsbank Schnigge.

Die Vergangenheit zeigt: Wenn es an den Aktienmärkten sehr turbulent zuging, verbuchten börsennotierte Indexfonds besonders hohe Zuflüsse. Gleichzeitig verabschiedeten Investoren sich massiv aus aktiv gemanagten Fonds. Besonders deutlich wurde das im Jahr 2008, mitten in der Finanzkrise: Aus aktiv gemanagte Aktienfonds in Europa zogen Anleger damals 229 Milliarden Dollar ab, wie Zahlen des US-Vermögensverwalters Blackrock zeigen. Das war der höchste Abfluss der vergangenen zehn Jahre. Gleichzeitig vertrauten die Anleger Aktien-ETFs 54,3 Milliarden Dollar frisches Kapital an - so viel wie noch nie in einem Jahr.

Das ist auf den ersten Blick verwunderlich. Denn während ETFs Finanzmarktindizes unabhängig vom Marktumfeld eins zu eins abbilden sollen, können aktive Fondsmanager in stürmischen Phasen Aktien verkaufen und Cashreserven anlegen, um ihre Portfolien vor Kursrückschlägen zu schützen. „Aber die Erfahrung zeigt, dass das nur selten funktioniert“, sagt Michael Winker, Portfoliomanager für institutionelle Kunden beim Vermögensverwalter Feri Trust.

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