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03.04.2013

14:58 Uhr

Dänemark

Währungsfonds warnt vor riskanten Krediten

In Dänemark sind „tilgungsfreie“ Immobilienkredite mittlerweile stark verbreitet. Wer sie vereinbart, vertraut auf die Werterhaltung der Immobilie. Der Internationale Währungsfonds warnt nun vor den Risiken.

Seit 2003 können dänische Privathaushalte Kredite für den Kauf von Häusern oder Wohnungen aufnehmen, bei denen sie nur Schuldzinsen zahlen. dpa

Seit 2003 können dänische Privathaushalte Kredite für den Kauf von Häusern oder Wohnungen aufnehmen, bei denen sie nur Schuldzinsen zahlen.

KopenhagenDer Internationale Währungsfonds (IWF) warnt Dänemark vor hohen Risiken durch dort stark verbreitete „tilgungsfreie“ Immobilienkredite. Die zuständige IWF-Expertin Yingbin Xiao sagte der Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg News in einem Interview, diese „in vielen Ländern verbotene“ Darlehensform müsse stufenweise abgeschafft werden.

Seit 2003 können dänische Privathaushalte Kredite für den Kauf von Häusern oder Wohnungen aufnehmen, bei denen sie über zehn Jahre keine Schulden tilgen, sondern nur Schuldzinsen zahlen. Im März hatte die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) wie schon zuvor heimische Experten davor gewarnt, dass viele Betroffene nach dem Auslaufen der Zehn-Jahresfrist vor der Zahlungsunfähigkeit stünden, weil die Immobilienwerte inzwischen merklich gefallen seien. Dies stelle eine zusätzliche Gefahr für das in den vergangenen Jahren ohnehin gefallene Preisniveau am Häuser- und Wohnungsmarkt Dänemarks dar.

Nach Branchenangaben in Kopenhagen sind derzeit 56 Prozent aller Immobilienkredite zunächst tilgungsfrei. Wer sie vereinbart, vertraut zum einen auf die Werterhaltung oder Wertsteigerung der Immobilie, zum anderen auch auf ein nicht wesentlich steigendes Zinsniveau. Weil so viele Dänen von der Möglichkeit gebraucht gemacht haben und weiter machen, ist die Verschuldung der Privathaushalte nach einer Schätzung von S&P auf 322 Prozent der verfügbaren Einkommen gestiegen.

Von

dpa

Kommentare (5)

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Michael

03.04.2013, 15:21 Uhr

Ich lese immer mal wieder, dass Immobilien-Investitionen in gewissen Weisen vom Zinssatz abhängig sind. Z.B. wenn hier jemand keine Zinsen Zahlen muss, aber dann im Artikel steht

"Wer sie vereinbart, vertraut ... auch auf ein nicht wesentlich steigendes Zinsniveau."

Werden wirklich (so viele) Verträge mit begrenzt gültigen Bedingungen geschlossen?

juhoh

03.04.2013, 15:22 Uhr

Tja,wo man auch hinschaut, überall haben sich Blasen gebildet.

Dänemark hat ja keinen Euro, wer würde da nun helfen wenn die Blase platzt?

Man-oh-man, was rollt da in den nächsten Jahen auf uns zu?

Ausufernde Staatsverschuldungen, Immoblasen, Geldmarktblasen, 500 Billionen $ in einem märchenhaften Derivatemarkt, Rentenmarktblasen.

Mir schwant gar fürchterliches.

Hegglin

03.04.2013, 17:34 Uhr

ich sehe die nächste Immobilienblase im Anmarsch. Das kann nicht funktionieren. Wenn man sich bis zur unter kannte Verschuldet, braucht es nur wenige Zins Erhöhungen der EZB, und es kracht. Wie sie können die Leute von den Banken eigentlich nicht vernünftige Finanzierungen der Immobilien anbieten? Bei uns steht die Finanzierung auf drei Säulen.
1. auf 25%-30% Eigenkapital, 2. 15% eine Festzins Hypothek nach 5 Jahre zurück bezahlbar. 55%-60% variablen Zins Hypothek unendlich Laufend, und das schon nur wegen den Steuern.

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