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30.01.2014

12:18 Uhr

Dax-Dividenden

Aktien sind attraktiver als Anleihen

VonJessica Schwarzer

Egal, ob Daimler, BASF oder Deutsche Post: In den vergangenen Jahren haben Standardwerte mit ihren Dividendenrenditen Unternehmensanleihen klar geschlagen. Mit welchen Fonds und ETFs Anleger davon profitieren können.

Das Waschmittel Persil: Mit seiner bekannten Marke ist der Düsseldorfer Konsumgüterkonzern Henkel immernoch erfolgreich. Gerade hat das Unternehmen die Dividende angehoben. dpa

Das Waschmittel Persil: Mit seiner bekannten Marke ist der Düsseldorfer Konsumgüterkonzern Henkel immernoch erfolgreich. Gerade hat das Unternehmen die Dividende angehoben.

DüsseldorfDie Aktionäre von Thyssen-Krupp und der Commerzbank müssen auch dieses Jahr darben. Der Stahlkonzern und Deutschlands zweitgrößte Bank zahlen keine Dividende. Die Anteilseigner anderer Dax-Konzerne können sich hingegen über satte Ausschüttungen freuen. Gerade erst hat der Konsumgüterkonzern Henkel die Ausschüttungsquote in die Höhe geschraubt. Insgesamt werden die Dax-Konzerne nach Berechnungen der Commerzbank 27,3 Milliarden Euro ausschütten.

Noch wichtiger als die absolute Höhe ist für Anleger aber die Frage, wie viel Geld sie für jeden Anteilsschein gemessen am aktuellen Aktienkurs erhalten – die sogenannte Dividendenrendite. Für Dividenden-Spitzenreiter wie Allianz, Deutsche Telekom, Eon und Munich Re gibt es mehr als vier Prozent.

Schon lange trommeln Experten für Aktien mit attraktiven Dividendenrenditen. Die Idee dahinter: Aktien sind die besseren Anleihen. Gemessen an der durchschnittlichen Dividendenrendite würden die deutschen Standardwerte nämlich Anleihen klar schlagen – und das auch nach dem Kursanstieg der vergangenen Wochen, der diese Kennzahl sinken lässt. „Die Dax-Dividendenrendite von 2,8 Prozent liegt immer noch genauso hoch wie die Rendite von BBB-Unternehmensanleihen“, sagt Andreas Hürkamp, Leiter Aktienmarktstrategie Commerzbank Research.

Diese Aktien liefern die beste Rendite

Munich Re

Mit 4,59 Prozent liefert der größte weltweite Rückversicherer Munich Re seinen Aktionären zum Stichtag 20.1.2014 die höchste Dividendenrendite, schätzt die Commerzbank.

Eon

Die zweitbeste Dividendenrendite liefert der Energieversorger Eon seinen Aktionären. Die Commerzbank schätzt, dass die Ausschüttung 4,39 Prozent des Aktienkurses (Stand: 20.1.) beträgt.

K+S

K+S-Papiere haben 2013 rund 33 Prozent verloren. Die Ausschüttung je Aktie allerdings könnte weniger stark fallen: die Commerzbank rechnet mit Kürzungen von 40 Cent je Aktie oder 28 Prozent. Dann würde die Dividendenrendite insgesamt nicht fallen, sondern im Vergleich zum Vorjahr sogar leicht anziehen, von vier auf 4,07 Prozent.

Deutsche Telekom

Die Telekomaktie hat 2013 vom allgemeinen Boom profitiert: Ihr Kurs stieg um 42,6 Prozent. Weil die Dividende jedoch laut Commerzbank sinken soll, macht die Ausschüttung je Aktie nur noch 3,98 Prozent des Aktienkurses aus. Damit kommt die Telekom aber immernoch auf Platz vier.

Allianz

Auch die Allianz hat mit geschätzten 3,95 Prozent eine niedrigere Dividendenrendite vorzuweisen als im vergangenen Jahr (4,29 Prozent). Trifft die Einschätzung zu, würde das Verhältnis zwischen Dividende und Aktienkurs etwa auf dem Stand von 2007 liegen. Der Aktienkurs des Versicherers ist um rund 19,5 Prozent gestiegen. Bei der absoluten Dividende erwarten Analysten einen Anstieg von 4,5 Euro auf 5,25 Euro je Aktie.

„Das war Mitte 2007 noch anders: Einer Dax-Dividendenrendite von 2,7 Prozent stand eine BBB-Unternehmensanleihenrendite von 5,4 Prozent gegenüber.“ Ähnlich fällt der Vergleich zu den bei deutschen Anlegern so beliebten Bundesanleihen aus. „Mitte 2007 stand einer Dax-Dividendenrendite von 2,7 Prozent eine Rendite zehnjähriger Bundesanleihen von 4,7 Prozent gegenüber, im Jahr 2013 liegt die Dax-Dividendenrendite 100 Basispunkte über der Rendite der Staatsanleihe von 1,8 Prozent“, so Hürkamp.

Auch europäische Standardwerte punkten mit hohen Ausschüttungsquoten. Nach Berechnungen der DZ Bank liegt die Dividendenrendite des Euro Stoxx 50 bei durchschnittlich 3,7 Prozent.

Auf Standardwerte zu setzen ist also eine gute Alternative zur Investition in Anleihen. Denn halbwegs auskömmliche Renditen, die auch nach Abzug von Inflation, Steuern und Kosten noch im positiven Bereich liegen, gibt es nur bei Bonds schwacher Bonität. Die Dax-Konzerne aber haben im Schnitt bessere Ratingnoten. Außerdem gelten Unternehmen, die hohe Dividenden ausschütten, als ertragsstark und sind entsprechend begehrt an der Börse.

Kommentare (8)

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DERRichter

30.01.2014, 12:56 Uhr

Frau Schwarzer sollte einmal nicht nur die letzten Jahre betrachten. Seit dem Jahr 2000 ist der deutsche Aktienindex DAX unter Einbeziehung der Dividendenauszahlungen nicht einmal um 20 Prozent insgesamt angestiegen. Das ist weniger als die -ohnehin beschönigend niedrig angesetzte- offizielle Geldentwertung. Zudem hat es ja gerade in diesem neuen Jahrhundert –auch bedingt durch grenzenlose Derivatespekulation- nun wirklich nicht an Börsenkrisen gefehlt. Eine neue Börsenkrise bahnt sich des Weiteren momentan an. Mein Eindruck ist, dass gerade für den Vermögensaufbau Für Töchter und Enkel ein breit aufgestellter Unternehmensanleihefonds im Mittel die bessere und verlässlichere Lösung ist. Aber vielleicht wird ja jetzt schon das Lied auf die tolle Aktienperformance deshalb so laut gesungen, um die Aktienmärkte im Windschatten eines sich anbahnenden Crashs noch etwas stabilisieren zu können. Alles schon gehabt, mit fatalen Folgen gerade auch für die allzu gutgläubigen Kleinanleger.

werner

30.01.2014, 13:08 Uhr

der tod ist besser als das langsame sterben.
fuer ganz dumme:aktien sind die selbe scheisse wie die anleihen.beides fuehrt zur pleite der anleger

Kosteslani

30.01.2014, 14:08 Uhr

Nur noch EXPERTEN die wissen was Morgen ist !

Also kauft nur alle schön.

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