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18.08.2011

13:50 Uhr

Degi Global Business

Aberdeen wickelt Immobilienfonds ab

Die Fondsgesellschaft Aberdeen Asset schafft Fakten: Der offene Immobilienfonds D egi Global Business wird aufgelöst. Seit November 2009 war der Fonds eingefroren. Auch Immobilienverkäufe konnten ihn nicht retten.

Der D egi Global Business richtete sich vor allem an Großanleger wie Banken. Quelle: dpa

Der Degi Global Business richtete sich vor allem an Großanleger wie Banken.

Düsseldorf, FrankfurtDer offene Immobilienfonds Degi Global Business wird nach Angaben von Anbieter Aberdeen Asset Management bis spätestens 30. Juni 2014 aufgelöstDer 2005 aufgelegt Fonds gehört zwar formal zu den Publikumsfonds, stand aber wegen hoher Mindestanlagesummen faktisch nur Großinvestoren wie Banken, Dachfonds und sehr vermögenden Privatkunden offen. Der Fonds war eines der vielen Opfer den durch die Lehman-Pleite im Herbst 2008 ausgelösten Finanzkrise. Er hielt bis zum November 2009 durch, musste dann aber eingefroren werden, weil die Kassenbestände nicht ausreichten, um die Wünsche nach Anteilsrückgaben der Anleger zu befriedigen.

Mit elf Immobilien, einem Volumen von 254 Millionen Euro und knapp 100 Investoren gehört er zu den kleinen offenen Immobilienfonds. Aberdeen beziffert die Liquiditätsquote auf 12,8 Prozent. Experten schätzen, dass die Liquiditätsquote eines eingefroren Fonds vor der Wiedereröffnung rund 30 bis 40 Prozent betragen muss, um den Ansturm von Anlegern, die ihre Anteile gegen Geld tauschen wollen, stand zu halten. Bis Ende Juni hatte der Fonds zwei Objekte für zusammen 55 Millionen Euro zu Buchwerten verkauft.

Das noch vorhandene Vermögen soll bis spätestens Juni 2014 an die Anleger ausgezahlt werden. Bis dahin sollen die elf übriggebliebenen Immobilien zu einem möglichst angemessenen Preis veräußert werden. „Das man bei Notverkäufen immer gewisse Abschläge hinnehmen muss, weiß aber jeder“, sagte Aberdeen-Sprecher Robert Bauer. Geplant seien zwei Auszahlungen im Jahr, die erste im Oktober 2011.

Die Finanzkrise hatte den Fonds wie viele andere offene Immobilienfonds schwer getroffen. Die Rücknahme von Anteilen musste im November 2009 ausgesetzt werden, weil nicht genügend Liquidität vorhanden war, um angekündigte Rückgabewünsche zu erfüllen.

Der Degi Global Business ist ein weiteres Opfer der Krise der offenen Immobilienfonds in Deutschland. Auf dem Höhepunkt der Finanzkrise im Herbst 2008 hatte ein Dutzend offener Immobilienfonds schließen müssen, weil Anleger massiv Geld abzogen. Zwei Jahre später kündigten drei Fonds ihre Auflösung an: Der Degi Europa, der Morgan Stanley P2 Value und der Kanam US-Grundinvest. Sie hatten es nicht innerhalb der gesetzlichen Frist geschafft, mit dem Verkauf von Teilen ihrer Immobilien genügend Geld für eine Wiederöffnung zu beschaffen.

Eine Reihe weiterer offener Immobilienfonds ist nach wie vor geschlossen, darunter milliardenschwere Fonds mit Hunderttausenden privaten Anlegern. Derzeit haben etwa die Fonds CS Euroreal, SEB Immoinvest, Degi German Business, Degi International, Kanam Grundinvest oder Axa Immoselect die Rücknahem von Anteilen ausgesetzt.

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