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25.01.2012

13:03 Uhr

Deka-Finanzvorstand

Krise bei Offenen Immobilienfonds geht weiter

Die Krise bei den Offenen Immobilienfonds wird weitergehen, so die Einschätzung des Deka-Finanzvorstands Matthias Danne. Damit äußert er sich wesentlich pessimistischer als zuletzt Union Investment und RREEF.

Der Deka-Finanzvorstand gibt keine positive Prognose für Offene Immobilienfonds ab. dpa

Der Deka-Finanzvorstand gibt keine positive Prognose für Offene Immobilienfonds ab.

FrankfurtDas Sterben bei den Offenen Immobilienfonds in Deutschland wird nach Einschätzung der Dekabank weitergehen und auch vor den Flaggschiffen nicht haltmachen. Er habe Zweifel, ob die beiden seit fast zwei Jahren eingefrorenen Fonds CS Euroreal und SEB ImmoInvest wieder auf die Beine kommen, sagte Matthias Danne, Immobilien- und Finanzvorstand des Sparkassen-Fondsdienstleisters, am Dienstagabend in Frankfurt.

Wer ohne Not verkünde, noch 2011 wieder öffnen zu wollen und das Versprechen dann nicht einlöse, schüre die Verunsicherung der Anleger unnötig. „Das ist kein gutes Zeichen. Da darf man sehr nachdenklich werden.“ Zudem dürften inzwischen sehr viele Anteile über die Börse an mutmaßlich opportunistische Investoren verkauft worden sein. „Ich habe eine Hypothese, die nicht so optimistisch ist“, sagte Danne.

Der Deka-Vorstand äußerte sich damit deutlich pessimistischer zu den Krisenfonds als es zuletzt die anderen beiden großen Publikumsfondsanbieter Union Investment und RREEF getan hatten.

Der CS Euroreal und der SEB ImmoInvest - jeweils etwa sechs Milliarden Euro schwer - müssen spätestens im Mai entscheiden, ob sie wieder aufmachen oder aber für immer schließen. Dann läuft die Gnadenfrist der Regulierer ab. Beide Fonds arbeiten derzeit mit Hochdruck an ihrer Wiederöffnung. Eigentlich wollten sie noch 2011 aufmachen, doch nach eigenem Bekunden hatten sie für die Anteilsschein-Rücknahme nicht genug Liquidität zusammen - auch weil sich Immobilienverkäufe in der Schuldenkrise länger hinziehen.

Sollten es die beiden Fonds nicht schaffen, wären sie zwar nicht die ersten, die abgewickelt werden. Sie wären aber mit Abstand die größten. Auch für den kleineren KanAm Grundinvest heißt es bis Mai hop oder top.

Mit dem eigenen Immobiliengeschäft zeigte sich Danne zufrieden. Zwar habe auch die Deka Anfang 2011 das schwierige Marktumfeld zu spüren bekommen, vor allem nach der Aussetzung des UniImmo Global der erfolgsverwöhnten Union Investment im März. Das habe kurzzeitig zu Nettomittelabflüssen und Stillstand auch bei den hauseigenen Offenen Fonds geführt. „Aber ab September haben wir wieder Tritt gefasst.“ Insgesamt sammelten die drei Retailfonds 2011 neue Mittel über 500 Millionen Euro ein, weitere 460 Millionen flossen in Spezialfonds für institutionelle Kunden.

Das Transaktionsvolumen erreichte 1,3 Milliarden Euro, eine Milliarde davon waren Ankäufe. In der gewerblichen Immobilienfinanzierung lag das Neugeschäft 2011 auch dank der schwindenden Konkurrenz bei 3,4 (Vorjahr: 2,5) Milliarden Euro. 2012 soll es ähnlich hoch sein. Die Deka bietet Finanzierungen nicht nur für die eigenen Fonds sondern auch für Dritte an.

Von

rtr

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