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27.01.2013

16:07 Uhr

Depot-Auswertung

Geldverwalter liefern miserable Ergebnisse

VonIngo Narat

ExklusivFast alle Mischfonds haben in den fünf Jahren der Finanzkrise sehr wenig Rendite eingebracht. Die Ergebnisse stehen im krassen Gegensatz zur Vorperiode und sind eine Ohrfeige für Fondsmanager.

In den Jahren der Finanzkrise haben die Verwalter bei der Aufteilung des Kapitals auf die wichtigsten Vermögensformen Aktien und Anleihen schiefgelegen. dpa

In den Jahren der Finanzkrise haben die Verwalter bei der Aufteilung des Kapitals auf die wichtigsten Vermögensformen Aktien und Anleihen schiefgelegen.

FrankfurtFast alle breit anlegenden Geldverwalter haben in den fünf Jahren der Finanzkrise schlechte Erträge abgeliefert. Das zeigt eine Auswertung der Mischfondsergebnisse, die das Fondsanalysehaus Feri Eurorating für das Handelsblatt (Montagausgabe) erstellt hat.

Bei den weltweit anlegenden Depots mit einem Kapital von 192 Milliarden schafften je nach grundsätzlicher Anlagestrategie nur zwischen 1,9 und 5,2 Prozent der Fonds mehr Rendite als der Vergleichsindex. Bei den flexibel anlegenden Depots ist die Gewinnerquote mit 1,9 Prozent am geringsten, bei den konservativ agierenden Mischfonds mit 5,2 Prozent noch am höchsten.

Experten wie Kai Wiecking, Leiter Research beim Fondsanalysehaus FWW, sind „schockiert“. Die Ergebnisse stehen in krassem Gegensatz zu den Resultaten der Vorperiode von 2002 bis 2007. In diesem Zeitraum mit ruhigen Börsen und steigenden Aktienkursen schlugen unter den Mischfonds mit großen Anlagefreiheiten noch 84 Prozent den Index.

In den Jahren der Finanzkrise jedoch, so glauben Experten, haben die Verwalter bei der Aufteilung des Kapitals auf die wichtigsten Vermögensformen Aktien und Anleihen schiefgelegen. Auf den Aktieneinbruch Anfang 2008 beispielsweise dürften die wenigsten Verwalter vorbereitet gewesen sein.

Das Ergebnis trifft die Anlagebranche auch deshalb so hart, weil Mischfonds als die Königsdisziplin für Fondsmanager gelten. Vor allem auf diesem Feld, im richtigen Mix aus Aktien, Anleihen und weiteren Vermögensformen, wollen die Verwalter ihr Können beim umfassenden Geldmanagement beweisen.

Kommentare (6)

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No_trust_in_Fondsmanager

27.01.2013, 18:19 Uhr

Dieses Ergebnis überrascht mich nicht. Inzwischen haben wir schon eine Situation, wo ehemalige TV-Journalisten meinen, sie hätten das Zeug dazu, Fondsmanager zu spielen. Ökonomische Ausbildung: Fehlanzeige! Aber: einen Draht zu einem Fernsehsender, der den (dämlichen) Weisheiten eine Plattform bietet. Beispiel: Stephan Riße und der Sender n-tv.

So ist das inzwischen in dieser Branche: Man muss nur einen guten Drahlt zu den Medien haben und eine große Klappe haben. Das recht schon aus, um Fondsmanger zu werden. Das Geldeinsammeln kommt dann von alleine.

KWB

27.01.2013, 19:06 Uhr

Nun ja, während der Krisenjahre und den Achterbahnfahrten politisch getriebener Märkte haben nur wenige geglänzt. Das zeigt doch schon das schlechtere Ergebnis der flexiblen gegenüber den passiven Strategien. Wer nichts getan hat und einfach nur auf Besserung gehofft, der hatte weniger Transaktionskosten, weniger Kopfschmerzen und am Ende auch noch mehr Depotwert.

Die Kontroll- und Steuerungsillusionen von Politikern und Experten, Schwätzern und Zockern sind doch am stärksten abgestraft worden. Insofern kann nicht das Ergebnis schockieren, sondern nur die Schockreaktion. Denn die Schlussfolgerungen sind unterbelichtet: es wäre zu fragen wie die Wahrscheinlichkeiten für noch schlechtere Ergebnisse ausgesehen hätten: vielleicht waren die Manager aktiv flexibler Fonds ganz großartig, sonst wären die Resultate noch schlechter, bzw.: wie unterscheiden sie sich von Zufallergebnissen (random walk, der dart Pfeile werfende Affe ua.)

Mazi

27.01.2013, 21:29 Uhr

Auch wenn der Beitrag mit Fakten untermauert sein soll, so kann es doch nur eine Wahrheit geben.
Hat Herr Schäuble uns nicht erklärt, dass die Spekulanten an allem Schuld sind und jetzt derartige Fakten, dass die Spekulanten nichts verdient haben?

Es kann doch nur eines stimmen! Und was Herr Schäuble da gesagt? Hat er schon wieder gelogen? Kann Frau Merkel noch weiter mit ihm zusammen arbeiten, sich auf ihn verlassen? Mit jemandem, der schon wieder lügt?

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