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17.05.2013

10:26 Uhr

Depot-Contest

„Der Dax ist nicht zu teuer“

VonJessica Schwarzer

Wohin mit dem Geld? Keine einfache Frage in Zeiten von Niedrigzinsen. Im Interview erklärt der Vermögensverwalter Max Schott, wie seine Strategie aussieht. Wer das Geld kurzfristig braucht, hat aber schlechte Karten.

Vermögensverwalter Max Schott tritt beim DAB Depot-Contest an.

Vermögensverwalter Max Schott tritt beim DAB Depot-Contest an.

Herr Schott, die Zinsen sind historisch niedrig, Dax und Dow Jones markieren ein Rekordhoch nach dem anderen. Wohin mit dem Geld? Sind Aktien noch ein Kauf?

Schott: Diese Frage wird mir derzeit natürlich öfter gestellt. Der Dax ist in den vergangenen 13 Jahren drei Mal über 8.000 Punkte gestiegen, aber wir haben heute eine ganz andere Situation als zur Jahrtausendwende.  Die deutschen Standardwerte sind aktuell mit einem durchschnittlichen Kurs-Gewinn-Verhältnis von 12,5 auf Basis der 2013-Gewinne bewertet.  Im März 2000 lag das KGV bei über 32. Die heutigen Bewertungen entsprechen dem Durchschnitt der vergangenen zwölf Jahre – trotz Dax-Rekord.

Deutsche Aktien sind also noch günstig?

Der Dax hat zwar erstmals in seiner Geschichte die Marke von 8.300 Punkten hinter sich gelassen, aber 8.300 ist nur augenscheinlich eine hohe Zahl. Die Unternehmensgewinne sind heute höher als bei früheren Rekordhochs.

Und das spricht dafür, dass die Rally weiter geht?

Die niedrig hängenden Früchte sind sicher schon gepflückt, die größten Kursgewinne eingefahren. Ich wage nicht zu prognostizieren, dass der Dax ohne größere Rückschläge bis auf 9.000 oder sogar 10.000 Punkte steigt, aber möglich ist das. Der Dax ist sicher schon gut gelaufen, aber er ist im historischen Vergleich noch nicht teuer.

Sie befürchten also nicht, dass sich eine Blase, wie wir sie 2000 erlebt haben, gebildet haben könnte?

Sicherlich wird bei diesen Kursständen das Risikomanagement wieder wichtiger! Aber der Vergleich zum  Jahr 2000 hinkt noch an einer zweiten Stelle. Nicht nur die Unternehmensbewertungen sind heute ganz andere. Zur Jahrtausendwende haben Sie mit zehnjährigen Bundesanleihen Renditen von mehr als fünf Prozent eingefahren, heute ist es gerade mal knapp über ein Prozent. Damit ist der Leidensdruck der Anleger groß. Sie müssen stärker ins Risiko gehen, um nach Steuern, Gebühren und Inflation überhaupt noch positive Renditen zu erzielen.

Und das treibt sie in Aktien…

Dividenden-Papiere sind heute aber sehr viel attraktiver als im Jahr 2000. Auch das ist ein Unterschied zu damals. Es sind nicht einzelne Branchen oder Trends, die die Rally treiben. Auch jetzt noch gibt es im Dax und MDax interessante Werte.

Welche sind das?

BASF, K+S oder Siemens sind einen Blick wert, vor allem wenn man der Strategie des Cash-Flow-Investings folgt, also auf hohe Dividenden oder Aktienrückkäufe setzt. Beim Depot-Contest der DAB Bank sind diese drei Werte in unserem ausgewogenen Depot. Diese sind in diesem Jahr noch nicht so gut gelaufen, aber das kann noch kommen. Zuletzt gab es überwiegend positive Nachrichten.

Kommentare (7)

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jargondefriaul

17.05.2013, 10:46 Uhr

Wieder ein Therapiegespräch mit einem "Experten" im Krawattenstreif.

Stinksauer

17.05.2013, 10:49 Uhr

Dank Leuten wie Herrn Schott habe ich an der Börse schon viel Geld verloren. Wenn die DAX-Unternehmen reihenweise ihre Gewinnprognosen kassieren, unterhalten wir uns noch einmal über die Aussagekraft des KGV.

Account gelöscht!

17.05.2013, 11:16 Uhr

Das mit dem 32-KGV in 2000 ist schlicht unwahr!Ich hebe mir ja immer alte Börsenzeitungen auf aus der Zeit,wie Teleboerse,Euro am Sonntag,Focus Money etc.Und da kann ich jetzt nachgucken und vergleichen.Das durchschnittliche KGV betrug im Durchschnitt 15!Es gab Ausreißer nach oben wie Telekom, wie unten - z.b.Daimler.Erst durch die geplatzte Blase und den daraus resultirenden wirtschaftlichen Abschwung wurde es teuer.Aber hinsichtlich der Gewinnerwartungen,bzw.der zum Hochpunkt schon erzielten Gewinne war es nicht zu teuer!
z.B. Volkswagen KGV:10,Daimler KGV 9,Degussa KGV 8,RWE KGV 5 ,Preussag KGV 4,5!Und dann die Ausreißer nach oben: Telekom KGV 40,allerdings stand die Aktie auch bei 104!Und für 2001 wurden Gewinne je nach Schätzung der Analysten von 1,25-2,50 je Aktie tituliert!

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