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02.03.2004

08:26 Uhr

Der erste Neuzugang auf dem deutschen Kurszettel seit Jahren bereitet Investoren Unbehagen – Preis gilt als zu hoch

Fonds greifen Börsenkandidaten X-Fab an

VonMichael Maisch

Der erste nennenswerte Börsengang (IPO) in Deutschland seit zwei Jahren steht kurz vor dem Termin kräftig unter Beschuss: Beim für Mitte März geplanten IPO des Erfurter Halbleiter-Herstellers X-Fab Semiconductor Foundries sorgen Ungereimtheiten bei Finanzinvestoren für Aufregung.

FRANKFURT/M. Manager der größten deutschen Fondsgesellschaften kritisieren, X-Fab wolle einen überhöhten Preis erzielen; zudem herrsche bei der belgischen Muttergesellschaft Elex sowie der zweiten Elex-Tochter Melexis mangelnde Transparenz. Angeblich ist Elex bei X-Fab mit mehr als 40 Mill. Euro verschuldet. Zudem wird die starke geschäftliche Verflechtung zwischen X-Fab und Melexis moniert. Melexis ist Hauptkunde von X-Fab mit einem Umsatzanteil von über 40 Prozent. Außerdem in der Kritik: Alle an der Emission beteiligten Konsortialbanken sind auch Kreditgeber von X-Fab und haben somit Interesse an der Rekapitalisierung.

Ein halbes Dutzend großer Finanzinvestoren, die vom Handelsblatt zu den Chancen der Emission befragt wurden, sieht deswegen Probleme bei der Emission. „Gerade die deutschen Investoren sind schon sehr irritiert“, heißt es.

X-Fab selbst hält die Bewertungsdiskussion für ungerechtfertigt und verfrüht und will am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Frankfurt zum Börsengang und zu den Kritikpunkten Stellung nehmen.

Im Mittelpunkt der Kritik steht die Bewertung des Unternehmens. Zwischen 468 Mill. und 744 Mill. Euro soll diese laut einer Analystenstudie der belgischen Konsortialbank KBC liegen. „Abenteuerlich teuer“ lautet das Urteil eines Fondsmanagers einer großen Fondsgesellschaft dazu. Von anderer Seite kommt aber der Einwand, dass die Halbleiterbranche sehr teuer sei und mit klassischen Bewertungsmaßstäben nicht zu beurteilen sei.

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