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07.11.2011

15:25 Uhr

Derivate

Deutsche Bank bietet Wetten auf Strompreis an

Ein neuer ETC der Deutschen Bank ermöglicht Wetten auf steigende Strompreise. Bisher gab es diese Anlagemöglichkeit in Europa nicht. Gesichert ist das Vermögen der Anleger jedoch nicht.

Ab sofort sind auch Wetten auf den Strompreis möglich. dpa

Ab sofort sind auch Wetten auf den Strompreis möglich.

FrankfurtDie Deutsche Bank will Anlegern den Strompreis als Anlagegegenstand schmackhaft machen. Dazu hat sie ein Derivat auf einen Index emittiert, das die Entwicklung von Strom-Terminkontrakten nachvollzieht. Der db Strom ETC ist ab sofort an der Frankfurter Wertpapierbörse gelistet, teilte die Börse am Montag mit.

Bei dem Papier handelt es sich um ein Exchange Traded Commodity. Diese ETCs bilden die Wertentwicklungen von Rohstoffen ab. Im Unterschied zu börsennotierten Indexfonds können sich ETCs auch auf einzelne Rohstoffe beziehen. Das ist bei ETFs aus rechtlichen Gründen nicht möglich. ETCs sind im Gegensatz zu ETFs keine Sondervermögen, das Vermögen der Anleger ist also vor einer Insolvenz des Anbieters nicht gestützt. In
dieser Hinsicht entsprechen ETCs Zertifikaten und Optionsscheinen.

Bislang gibt es in Europa für Privatanleger fast keine Möglichkeit, auf die Entwicklung des Strompreises zu setzen. Die Menge entsprechender börsennotierter Zertifikate beschränkt sich in Deutschland auf drei. Hinzu kommen rund 30 Put- und Call-Optionsscheine. Im Unterschied zu diesen Papieren ist der db Strom ETC mit Goldbarren besichert. Diese hat die Deutsche Bank bei einem Treuhänder hinterlegt. Wird die Bank zahlungsunfähig, werden die Goldbarren verkauft und aus dem Erlös die Forderungen der Anleger bedient.

Der db Strom ETC vollzieht die Wertentwicklung des db German Electricity EUR Index nach. Dieser bezieht sich wiederum auf einen Strom-Future mit einem Jahr Laufzeit, welcher an der European Energy Exchange in Leipzig gehandelt wird. Jedes Jahr im November, bevor der Future fällig wird, ersetzt ihn die Deutsche Bank in ihrem Index durch einen neuen.

Vereinfacht gesagt: Geht der Markt davon aus, dass Strom teurer wird, steigt der Index und damit der Wert des ETCs. Allerdings kann es dadurch, dass der alte Future jeden November durch einen neuen ersetzt wird, zu Verzerrungen bei der Wertentwicklung des ETC kommen. Das gilt für alle Rohstoffinvestments, die auf Termingeschäften beruhen.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Mazi

10.11.2011, 17:22 Uhr

Wer damit seine Stromkosten absichern will, dürfte wohl irren.

Einem Basispreis mangelt es wohl an Akzeptanz. Landläufig wird dies als Basisrisiko bezeichnet. Das Risiko, dass es anders läuft als gedacht.

Unter dem Gesichtspunkt der zahlreichen gerichtlich anhängigen Auseinandersetzungen der Bank, dürfte die DEUTSCHE BANK wohl nicht die Anforderungen an einen "Wunsch-Emittenten" für Private erfüllen.

Möglicherweise ein einseitiges Zockerpapier jenseits der Risiken im Underlying.

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